Sozialberatung, Arbeitssicherheit | 13.11.2020

Keine Arbeit unter Alkoholeinfluss

Schnell ein Bierchen zischen und dann ab in den Stall. Dieses Szenario sollte vermieden werden. Grundsätzlich gilt: Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen, oder Finger weg vom Alkohol, wenn gearbeitet wird.

Alkohol und Arbeit – zwei Dinge, die auf keinen Fall zusammenpassen

Alkohol und Arbeit – zwei Dinge, die auf keinen Fall zusammenpassen

Alkohol und Müdigkeit verzögern die Reaktionszeit, das Risiko eines Unfalles steigt. Praktisches Beispiel: Ein Landwirt trinkt zwei Bier, bevor er in den Stall geht. Er bereitet mit einem Heukran das Futter zu und fällt vom Kran. Da er unter Alkoholeinfluss war, erkennt das Arbeitsunfallinstitut INAIL den Arbeitsunfall nicht an. 

Für Arbeiten, die in einer bestimmten Höhe ausgeführt werden, gilt sogar ein generelles Verbot, alkoholische Getränke bei der Arbeit zu sich zu nehmen: Bei Missachtung drohen Verwaltungsstrafen.
Bei Arbeitsunfällen, die direkt vom Alkoholkonsum verursacht wurden, stehen die INAIL-Unfallleistungen wie das Tagegeld oder die INAIL-Bewertung des biologischen Schadens nicht zu. 

Risiko für zahlreiche Erkrankungen

Der Konsum alkoholischer Getränke verursacht bzw. erhöht das Risiko zahlreicher Erkrankungen: Leberzirrhose, Pankreatitis, gut- und bösartige Tumore (z. B. Brustkrebs), Epilepsie, Fehlfunktionen der Fortpflanzungsorgane, Demenz, Angstzustände, Depressionen. Darüber hinaus fordern Verkehrsunfälle, die auf Alkohol am Steuer zurückzuführen sind, zahlreiche junge Todesopfer. Schätzungen zufolge ist der Alkoholmissbrauch in Europa für 25 Prozent aller Todesfälle von jungen Männern zwischen 15 und 29 Jahren und für zehn Prozent aller Todesfälle von jungen Frauen derselben Altersgruppe verantwortlich. 

Auch Arbeitsunfälle im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol sind gar nicht selten. Alkohol beeinträchtigt auch schon in geringen Mengen die Konzentration, die Leistungsfähigkeit und das Reaktionsvermögen. All dies können Auslöser für Unfälle sein. Deswegen sehen die Bestimmungen im Bereich Arbeitssicherheit u. a. auch vor, dass das Verabreichen von Wein, Bier und anderen alkoholischen Getränken im Inneren des Betriebes nicht erlaubt ist. Daher ist es wichtig, dass während der Ausführung der verschiedenen landwirtschaftlichen Tätigkeiten von niemandem Alkohol konsumiert wird. Hier sind insbesondere die Arbeitgeber gefordert, einen Alkoholkonsum der Arbeitnehmer während der Arbeit zu unterbinden.

Zum Thema
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Hilft Alkohol gegen Kälte?

Während der kalten Jahreszeit glauben viele, dass alkoholische Getränke „von innen“ aufwärmen. Doch dieses Wärmegefühl ist nur von kurzer Zeit. Grund dafür ist, dass der Alkohol die Blutgefäße erweitert, und diese werden stärker durchblutet. Durch diese Erweiterung der Blutgefäße fließt mehr Blut an die Hautoberfläche, der Körper gibt die Wärme ab, und es wird einem umso kälter. Der Schutzmechanismus unseres Körpers, der die Blutgefäße bei Kälte verengt, wird durch den Konsum von Alkohol ausgehebelt. Je mehr Alkohol getrunken wird, desto länger bleibt dieser Effekt bestehen. Hält man sich dabei auch noch im Freien auf, kann dies eine Erkältung oder sogar Unterkühlung begünstigen. Wer also glaubt, sich im Winter mit Alkohol warm halten zu können, liegt falsch.