Arbeitssicherheit | 26.11.2020

Krankheiten vorbeugen

Eine vielseitige und ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für ein gesundes Leben. Ungesundes Essen wirkt sich auf das geistige und körperliche Wohlbefinden aus und ist einer der häufigsten Risikofaktoren für chronische Erkrankungen, wie die Stabsstelle Arbeitssicherheit im Südtiroler Bauernbund informiert.

Eine ausgewogene Ernährung trägt auch dazu bei, das Immunsystem zu stärken. Foto: Teefarm, Pixabay

Eine ausgewogene Ernährung trägt auch dazu bei, das Immunsystem zu stärken. Foto: Teefarm, Pixabay

Eine falsche Ernährung, sowohl hinsichtlich Menge als auch Qualität der Lebensmittel, kann einer der häufigsten Risikofaktoren für Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Fettleibigkeit, Stoffwechselerkrankungen (zu hohe Cholesterin- und Blutfettwerte), ­Typ-2-Diabetes, Osteoporose, Gallensteine und Fettleber, Karies, Kropf aufgrund von Iodmangel und einige Tumorarten sein. Vor allem das Risiko für Fettleibigkeit wird durch zu wenig Bewegung in Kombination mit einer im Vergleich zur Verbrennung höheren Aufnahme von Kalorien deutlich höher. 

Einige dieser Erkrankungen können auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus, unter Umständen, zu einem schweren Verlauf führen. Viele Menschen werden nach einer Erkrankung mit dem Coronavirus wieder gesund. Für bestimmte Risikogruppen aber (u.a. Personen über 55 Jahren) kann eine Infektion mit dem Coronavirus gefährlich werden, vor allem wenn Vorerkrankungen vorhanden sind. Daher sollte man unbedingt auf eine gesunde Ernährung achten (siehe auch „Fünf grundlegende Regeln“ für eine gesunde Ernährung).

Gerade jetzt, mit Beginn der Winter- und Erkältungszeit, sind unsere Abwehrkräfte gefordert. Unser Immunsystem ist ständig im Einsatz, um uns vor Bakterien und Viren zu schützen. 

Vitamine und Mineralstoffe gut fürs Immunsystem

Um optimal funktionieren zu können braucht unser Immunsystem unter anderem verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Dazu gehören vor allem die Vitamine C, A und D. Bei den Mineralstoffen sind es vor allem Zink, Eisen und Selen, die unser Immunsystem bei der Abwehr von Bakterien und Viren unterstützen können.

Vitamin C wirkt antioxidativ, das bedeutet, es fängt freie Radikale ab, die unter anderem bei der Immunabwehr entstehen, und schützt somit Zellen, auch die des Immunsystems, vor Schäden. Zudem aktiviert es die sogenannten Fresszellen des Abwehrsystems. Eine Erkältung verhindern – wie häufig angenommen – lässt sich jedoch durch eine erhöhte Einnahme von Vitamin C nicht. Erst wenn man bereits erkältet ist, kann dieser Vitalstoff durch seine antioxidative Wirkung dazu beitragen, dass die Erkältung weniger lange dauert und nicht so schwer verläuft. Besonders Vitamin-C-haltig sind beispielsweise Sanddorn, Hagebutten, Beeren- und Zitrusfrüchte, Paprika und verschiedene Kohlgemüse.

Vitamin A unterstützt das angeborene und erworbene Immunsystem und ist an der Aufrechterhaltung von Haut und Schleimhäuten, den äußeren Barrieren gegen Krankheits­erreger, beteiligt. Seine Vorstufe, das Beta-­Carotin, wirkt zudem antioxidativ und schützt so die Zellen. Vitamin A kommt in tierischen Lebensmitteln vor, insbesondere in der Leber, in Eiern und Milchprodukten, Beta-Carotin vor allem in farbigem Obst und Gemüse wie Karotten, rotem Paprika, Spinat, Tomaten und Aprikosen.

Vitamin D ist für die normale Funktion des Immunsystems wichtig, indem es beispielsweise die Fresszellen des unspezifischen Abwehrsystems und die Lymphozyten des spezifischen Abwehrsystems unterstützt. Vitamin D bildet unser Körper durch Sonneneinstrahlung in der Haut und ist auch in fettreichen Fischen wie Hering, Makrele und Lachs sowie in Steinpilzen und Hühnerei enthalten.

Zink ist ebenso Bestandteil des antioxidativen Schutzsystems unseres Körpers. Das Spurenelement verbessert zudem die Reifung und die Anzahl bestimmter Immunabwehrzellen. Gute Zinklieferanten sind neben Fleisch auch Milch und Käse sowie Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte.

Eine zu geringe Eisenzufuhr schwächt das Immunsystem. Die Fresszellen sind weniger aktiv, und der Körper bildet weniger Lymphozyten und Antikörper. Enthalten ist Eisen sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Aus Fleisch und Fleischprodukten kann unser Körper Eisen aber besser aufnehmen als aus pflanzlichen Quellen. Allerdings kann Vitamin C, enthalten zum Beispiel in Paprika oder Orangensaft, die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Spinat oder Vollkornprodukten verbessern.

Der Mineralstoff Selen ist Bestandteil von einer Reihe von Enzymen, die antioxidativ und somit zellschützend wirken. Selen kommt unter anderem in bestimmten Fischarten wie Hering und Thunfisch vor oder auch in Nüssen wie Erdnüssen, Paranüssen und Kokosnüssen.

Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Personen, die sich ausgewogen ernähren, sind in der Regel ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen, wie etwa bei Schwangeren und stillenden Frauen, bei älteren Menschen oder Personen mit bestimmte Krankheiten. Daher sollte man auf jeden Fall eine Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln mit dem jeweiligen Arzt besprechen.

Ballaststoffe: gut für die Darmflora

Im Darm befindet sich ein großer Teil unseres Immunsystems. Rund 70 Prozent der Abwehrzellen sitzen in der Darmschleimhaut und wehren unerwünschte Keime ab. Die Bakterien im Darm (Darmmikrobiom) lassen sich maßgeblich durch die Ernährung beeinflussen. Für ein gut funktionierendes Darmmikrobiom sind Ballaststoffe, die in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse enthalten sind, wichtig, weil sie ihm als Nahrung dienen. Auch Milchprodukte wie Joghurt mit reichlich lebenden Bakterien (Probiotika) und fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut sorgen für ein gutes Darm­milieu und unterstützen die Abwehrkräfte.

Gesundheitsbroschüre online

Die Gesundheit ist eine Ressource für den Alltag und nicht ein Lebensziel. Neben einer gesunden Ernährung können wir unseren Körper auch mit einem gesunden Lebensstil fit und vital halten. Ausreichend Schlaf und Bewegung – am besten an der frischen Luft (wichtig für die Vitamin-D-Bildung) können unsere Abwehrkräfte stärken.

Weitere Informationen zum Thema Gesundheitsförderung enthält eine Broschüre der Bauernbund-Stabsstelle Arbeitssicherheit. Diese ist auf der SBB-Website unter https://bit.ly/sbb-gesundheit in elf Sprachen zugänglich.

Einzelne Lebensmittel und eine gesunde Ernährung können uns zwar vor einer Infektion mit dem Coronavirus nicht schützen. Aber eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung kann das Immunsystem unterstützen und den Körper gegen Infektionen stabiler machen, sodass wir uns fit und wohl in unserem Körper fühlen und gut durch den Winter kommen.

Weiters sind weitere Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, Masketragen, ­Abstandhalten und regelmäßiges Lüften unabdingbar, um Infektionen und Krankheiten vorzubeugen.  


 

Fünf grundlegende Regeln 

Es gelten fünf grundlegende Regeln für eine gesunde Ernährung zu Hause und am Arbeitsplatz:

  • fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag;
  • weniger Fett (fettreiches Fleisch, fettreiche Käsesorten, Butter, Öl);
  • mehr Abwechslung durch die Kombination von Lebensmitteln: Nudeln, Brot, Kartoffeln, Reis und Getreide (Kohlenhydrate) dürfen auf dem täglichen Speiseplan nicht fehlen. Fleisch und Eier sollte man nicht öfter als zwei- bis dreimal pro Woche essen. Vorzugsweise sollte Fisch (reich an Omega-3-Fettsäuren) gegessen werden. Hülsenfrüchte sind hervorragende Proteinquellen. Sie enthalten wenig Fett und viele Ballaststoffe, die den Cholesterin- und Zuckerspiegel im Blut regulieren. Milch, Joghurt und Käse liefern Proteine von hoher biologischer Qualität mit einigen Vitaminen und Kalzium. Käse sollte als Hauptmahlzeit und nicht nach der Mahlzeit sowie höchstens zweimal pro Woche, gegessen werden. Obst, Gemüse und Kräuter enthalten viele Mineralstoffe, Vitamine und Antioxidantien und wenig Kalorien. Würzmittel (Soßen, Mayonnaise, Butter, Öl), Alkohol (Aperitifs, Wein, Bier, Magenbitter, Superalkohol), Salz und Süßigkeiten sollten nur in geringen Mengen konsumiert werden;
  • angemessene Portionen: Drei Hauptmahlzeiten und eine oder zwei Zwischenmahlzeiten am Tag gewährleisten eine ausgewogene Energiezufuhr und erleichtern die Verdauung;
  • ausreichend Wasser: Man sollte mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag zu sich nehmen.