Seniorenvereinigung | 15.12.2020

Online-Fahrpläne benachteiligen Senioren

Die Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund bemängelt, dass die Bus- und Bahnfahrpläne nur mehr online veröffentlicht werden. Dies führe zu einem Rückschritt in der Mobilität der Seniorinnen und Senioren. Der Fahrplan solle weiterhin in Papierform zur Verfügung stehen.

Der ausschließlich digitale Fahrplan führt zu einem Rückschritt in der Mobilität der Seniorinnen und Senioren. Foto: Free Photos, Pixabay

Der ausschließlich digitale Fahrplan führt zu einem Rückschritt in der Mobilität der Seniorinnen und Senioren. Foto: Free Photos, Pixabay

Mit Bedauern hat die Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund die Mitteilung aufgenommen, dass die Südtiroler Landesregierung die Bus- und Bahnfahrpläne ab sofort nur noch online veröffentlichen wird. Die Mitglieder des Landesausschusses bemängeln, dass dadurch vor allem die älteren Menschen keine Möglichkeit mehr haben, den Fahrplan einzusehen.
Dies führe zu einem Rückschritt in der Mobilität der Seniorinnen und Senioren und stehe im Widerspruch zu den bisher getroffenen Maßnahmen zur Förderung der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel durch diese Bevölkerungsgruppe. Die Funktionärinnen und Funktionäre erwarten sich, dass die Verantwortlichen ihre Entscheidung noch einmal überdenken und den Fahrplan weiterhin in Papierform zur Verfügung stellen.

In ihrer Aussendung vom 10.12.2020 zum neuen Bus- und Bahnfahrplan 2021 teilt die Südtiroler Landesregierung mit, dass dieser Plan mit direkter Bürgerbeteiligung entstanden sei. Er beinhalte daher neue Konzepte und zusätzliche Verbindungen. Außerdem umfasse er ein breiteres Angebot vor dem Hintergrund der Corona-Maßnahmen im öffentlichen Nahverkehr und eine bessere Anbindung der Berggebiete an das öffentliche Verkehrsnetz. Allerdings sei er vorerst nur online einsehbar.

Vielfach kein Zugang zum Internet 

Gottfried Oberstaller, der Landespräsident der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund, betont: „Wenn ein Fahrplan mit direkter Bürgerbeteiligung entsteht, dann müssen die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger enthalten sein. Inhaltlich wird dies auf den neuen Fahrplan sicher zutreffen, aber formal wurden wir Seniorinnen und Senioren wohl nicht berücksichtigt.“
Viele ältere Menschen hätten nämlich keinen Zugang zum Internet und somit keinen Zugang zu den Plänen von Bus und Bahn. Damit schließe man diese Bevölkerungsgruppe von der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel aus. „Dabei wurde in der Vergangenheit beispielsweise mit der Einführung des ‚Südtirol Pass 65+‘ versucht, uns dafür zu gewinnen“, unterstreicht Oberstaller. Die öffentlichen Verkehrsmittel tragen wesentlich zur Mobilität und damit zur Selbstständigkeit und zur Lebensqualität der Menschen bis ins hohe Alter bei. Dieser Faktor dürfe nicht außer Acht gelassen werden.

Gedruckter Fahrplan notwendig

Aus diesem Grund appellieren die Mitglieder des Landesausschusses der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund an die Verantwortlichen, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken und nach einer Lösung zu suchen, die auch den Bedürfnissen der Seniorinnen und Senioren gerecht wird. „Der Fahrplan muss nicht für die gesamte Bevölkerung gedruckt werden, aber er muss allen Menschen zur Verfügung stehen, unabhängig davon, ob sie ‚digital sind‘ oder nicht. Eine Zur-Verfügung-Stellung des Plans in Papierform für jene, die es brauchen, muss daher möglich sein“, erklären die Funktionärinnen und Funktionäre.