Produktion | 27.05.2021

Fotoaktion zur Kitzrettung

Jedes Jahr setzen sich Freiwillige für die Rettung von Jungtieren bei der Mahd ein. Ihr Engagement soll durch eine Fotoaktion sichtbar gemacht werden.

Rehkitze haben keinen Fluchtinstinkt, sie ­verharren bei Gefahr regungslos am Boden. Foto: Südtiroler Jagdverband

Rehkitze haben keinen Fluchtinstinkt, sie ­verharren bei Gefahr regungslos am Boden. Foto: Südtiroler Jagdverband

Mit einer Fotoaktion zur Rehkitzrettung möchte der Südtiroler Bauernbund gemeinsam mit Bioland Südtirol und dem Südtiroler Jagdverband auf den Einsatz der Jägerinnen und Jäger sowie Bäuerinnen und Bauern aufmerksam machen. Denn im Mai und Juni, wenn der erste Schnitt ansteht, kriegen viele Wildtiere ihre Jungen. So setzen auch Rehgeißen in dieser Zeit meist zwei Kitze. Sie legen die Jungtiere im vermeintlich sicheren hohen Gras ab und kommen nur ab und zu vorbei, um sie zu säugen. Die kleinen Rehkitze haben keinen Fluchtinstinkt. Bei Gefahr drücken sie sich auf den Boden und verlassen sich auf ihre Tarnung. 

Dieses Verhalten wird ihnen jedoch zum Verhängnis, wenn die Wiesen gemäht werden. Um die Jungtiere vor dem Tod zu bewahren, setzen sich die Jägerschaft und die Bäuerinnen und Bauern für die Rettung der Tiere ein. Allein im letzten Jahr haben 565 Freiwillige in über 5000 Stunden Arbeit 750 Rehkitze gerettet. 

Um diesem Einsatz mehr Aufmerksamkeit zu schenken, haben die drei Verbände eine Fotoaktion gestartet. Retterinnen und Retter können ihre Fotos von der Rehkitzrettung bis zum 30. Juni an redaktion@sbb.it senden. Bitte den eigenen Namen und das Jagdrevier oder die Gemeinde angeben, wo das Foto gemacht wurde. Die schönsten Bilder werden im Juli als Pressemitteilung an Südtirols Medien versendet. Wer ein Foto einsendet, gibt damit automatisch sein Einverständnis, dass die Bilder für Berichte zur Kitzrettung verwendet werden dürfen.

Worauf ist zu achten

Zur Kitzrettung können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Am Tag vor der Mahd können zum Beispiel Scheuchen in den Wiesen aufgestellt werden. Durch unregelmäßige Geräusche, Lichteffekte oder Gerüche verunsichern sie die Rehgeiß, und diese holt das Kitz aus der Wiese. Am Abend kann man auch mit einem oder mehreren Hunden die zu mähende Wiese abgehen, was das Muttertier zusätzlich beunruhigt. 

Am Tag der Mahd selbst geht es darum, Kitze zu finden und in Sicherheit zu bringen. Eine Möglichkeit ist das Abgehen der Wiesen mit Menschenketten. Darauf trainierte Jagdhunde gleichen aus, was das menschliche Auge übersieht. Es gibt auch spezielle Sensorbalken und Infrarotgeräte, die am Mähwerk montiert werden und die Landwirtin bzw. den Landwirt vor Hindernissen warnen oder das Mähwerk anheben. Immer beliebter und sehr effizient ist die Kitzrettung mit Drohnen. Über eine Wärmebildkamera werden Kitze in den Wiesen geortet und gezielt herausgeholt. 

Wenn ein Jungtier aus der Wiese getragen werden muss, sollte man sich Handschuhe anziehen und das Kitz mit reichlich Gras hochheben. So verringert man das Risiko, dass die Mutter das Junge aufgrund des menschlichen Geruchs nicht mehr annimmt. Zudem empfiehlt es sich, die Kitze unter eine Kiste zu legen. So laufen sie während der Mahd nicht zurück in die Wiese und sind gleichzeitig vor Beutefängern wie dem Fuchs geschützt. Nach dem Mähen können sie wieder freigelassen werden. 

Zu guter Letzt sollten Bäuerinnen und Bauern bei der Mahd selbst darauf achten, wo möglich von innen nach außen zu mähen. Mit dieser Mähmethode bleibt auch anderen Wildtieren wie Feldhasen der Fluchtweg nach außen offen