Südtiroler Landwirt, Südtiroler Bäuerinnenorganisation | 22.07.2021

Bäuerinnen: Wieder in die Gänge kommen!

In Familie, Betrieb und Gesellschaft: Die Bäuerinnen spielen die Hauptrolle und prägen die Landwirtschaft aktiv mit. Mit Blick nach vorne und Bewusstsein für Tradition und Brauchtum, wie beim diesjährigen Landesbäuerinnentag einmal mehr deutlich wurde.   von Renate Anna Rubner

Die Bäuerinnenorganisation hat sich in ihren 40 Jahren Geschichte einen besonderen Stellenwert erarbeitet und wird sich auch weiterhin für die Rolle der Frauen am Hof einsetzen. Foto: SBO

Die Bäuerinnenorganisation hat sich in ihren 40 Jahren Geschichte einen besonderen Stellenwert erarbeitet und wird sich auch weiterhin für die Rolle der Frauen am Hof einsetzen. Foto: SBO

Ohne uns Bauern geht es nicht“, lautete die Überzeugung, mit der Helga Brunschmid aufgewachsen ist. Die neue Landesbäuerin von Tirol ist auf einem Vollerwerbsbauernhof aufgewachsen. Von Kindesbeinen an sei ihr bewusst gewesen, dass die Produktion von Lebensmitteln die Basis ist, erzählte sie bei ihrer Gastrede beim diesjährigen Landesbäuerinnentag im Auditorium in Bozen. Dann hat sie auf einen Bauernhof geheiratet, der nicht im Vollerwerb bewirtschaftet wird. Ihr Mann geht seiner Arbeit als Bänker nach, sie ist mit den drei gemeinsamen Kindern am Hof geblieben. Obwohl die Landwirtschaft zunächst eine untergeordnete Rolle spielte, haben sie sich dazu entschieden, eine neue Hofstelle zu bauen und den Betrieb weiterzuentwickeln: Beide haben sich im Bereich Landwirtschaft fortgebildet und neue Betriebszweige eröffnet. 

Den Jungen eigene Ideen zugestehen

Heute erwirtschaftet der Hof Einkommen aus Milchvieh mit Nachzucht, Urlaub auf dem Bauernhof und aus der Energieerzeugung. Helga Brunschmid ist überzeugt: „Es ist wichtig, dass man sich bewusst für die Landwirtschaft entscheidet. Das müssen wir auch den Jungen zugestehen. Denn sie sollen den Betrieb mit Freude übernehmen und ihn auch in ihrem Sinne weiterentwickeln können.“ Besonders bei der Hofübergabe spiele das eine große Rolle: „Wenn wir den Übernehmerinnen und Übernehmern keine eigenen Ideen zugestehen und sie sich nicht aktiv in den Betrieb einbringen lassen, woher soll dann ihre Motivation kommen?“ 

Die Familie sei der Kern des landwirtschaftlichen Betriebes, unterstrich die Tiroler Landesbäuerin. Dabei sei es wichtig, dass man nicht nur gemeinsam arbeitet und wirtschaftet, sondern dass man in schwierigen Zeiten zusammensteht und sich gegenseitig trägt. Auch gemeinsame Unternehmungen, Feste und Feiern seien wichtige Säulen für die Familien. „Denn gemeinsame Erlebnisse und Ruhepausen machen Lebensqualität aus“, unterstrich Helga Brunschmid. Und seien damit ein wichtiges Signal für künftige Hofübernehmerinnen und -übernehmer.


Den ganzen Bericht finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 13 des „Südtiroler Landwirt“ vom 23. Juli auf Seite 4 oder online auf „meinSBB“.