Südtiroler Landwirt, Wirtschaft | 22.07.2021

Bio: Verdoppelung in Reichweite

Bis 2025 soll es doppelt so viel Bio-Anbaufläche geben wie 2015 – so lautete das Ziel im ­„Biokonzept 2025“. Zeit für eine Halbzeitbilanz. von Ulrich Höllrigl und Heike Mayr

Im Obstbau ist das Ziel des „Biokonzeptes 2025“ schon fast erreicht, in den anderen Sektoren ist die Entwicklung auf einem guten Weg.

Im Obstbau ist das Ziel des „Biokonzeptes 2025“ schon fast erreicht, in den anderen Sektoren ist die Entwicklung auf einem guten Weg.

Im Jahr 2017 haben sich der Südtiroler Bauernbund, die Bioverbände, die Landesverwaltung sowie Schulungs-, Beratungs- und Forschungseinrichtungen das (ehrgeizige) Ziel gesetzt, bis 2025 die Bio-Anbauflächen in den Bereichen Milch, Obst und Wein im Vergleich zu 2015 in Südtirol zu verdoppeln. Zur Halbzeit soll ein Blick auf die bisher erreichten Ergebnisse geworfen werden.

Im „Biokonzept 2025“, das unter der Federführung des Südtiroler Bauernbundes auch aufgrund der Ergebnisse seiner Mitgliederbefragung entwickelt wurde, haben die eingangs erwähnten Verbände und Institutionen in einem einjährigen Prozess zehn Punkte für die Zukunft der Biolandwirtschaft in Südtirol erarbeitet. Das Hauptziel des 2017 veröffentlichten „Biokonzept 2025“ war ambitioniert: die Verdoppelung der Bioflächen im Zeitraum von zehn Jahren (2015–2025) für die Bereiche Milch, Obst und Wein. 

Zahlen stimmen zuversichtlich

Die ökologisch bewirtschafteten Flächen in Südtirol haben im Zeitraum 2015 bis 2020 kontinuierlich zugenommen, wie dies die Zahlen des Landesamtes für biologische Produktion belegen (s. Grafik auf der folgenden Seite). Außer im Acker- und Gemüsebau, wo die Biofläche um 31 Prozent gesteigert werden konnte, betrugen die prozentuelle Zuwächse in den Sektoren Milch, Obst und Wein mehr als die angepeilten 50 Prozent zur Halbzeit. So stiegen im Obstbau die Bioflächen um 71 Prozent, im Weinbau um 83 Prozent und beim Grünland gar um 89 Prozent. Auch die Zahl der nach ökologischen Grundsätzen wirtschaftenden Betriebe ist in den letzten Jahren um 66 Prozent gestiegen. 

Diese Zahlen stimmen zuversichtlich, sodass das mit dem „Biokonzept 2025“ angestrebte Ziel der Verdoppelung der Bioflächen bald erreicht, ja vielleicht sogar übertroffen werden könnte. Der prozentuelle Anteil der gesamten bewirtschafteten Biofläche ohne Wiesen und Weiden beläuft sich in Südtirol im Jahr 2020 bei 12,2 Prozent, mit Wiesen und Weiden bei 5,8 Prozent. Gerade die Weiden (Almweiden) machen in Südtirol sehr viel Fläche aus und werden oft sehr naturnah bewirtschaftet, ohne Teil von Biobetrieben zu sein. Dies trifft zum Teil auch für den Ackerbau zu, wie z. B. bei einigen der Regiokorn-Anbauflächen. 

Tiefenthaler: Gleichgewicht nötig

Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler ist überzeugt: „Die Zwischenbilanz des Biokonzepts 2025 kann sich sehen lassen! Wir sind auf einem guten Weg, unser gemeinsames Ziel zu erreichen: Mehr Bio bei guten Preisen für die Produzenten.“ Es gebe nämlich kein lineares Wachstum in der Wirtschaft und in der Landwirtschaft. Zuwächse bei den Bioflächen seien von vielen Faktoren abhängig: „Bio zu konventionellen Preisen zu produzieren, sind unsere Bauern nicht imstande. Und wenn zu viele Bio produzieren, kommt es zu einem Preisverfall, wodurch die höheren Produktionskosten nicht mehr ausgeglichen werden können. Bio braucht einen Markt mit Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht, damit sich ein Preis ergibt, für den es sich zu produzieren rentiert“, unterstreicht Tiefenthaler. Vor allem brauche es eine zunehmende Nachfrage von Seiten der Konsumenten nach Bioprodukten im Regal oder im Restaurant. 

Den ganzen Bericht samt Infografiken finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 13 des „Südtiroler Landwirt“ vom 23. Juli auf Seite 13 oder online auf „meinSBB“.