Leben, Südtiroler Landwirt | 22.07.2021

Ein „Tschelatti“ vom Bauernhof

Egal wie üppig das Essen, egal wie heiß der Tag, ein Eis geht eigentlich immer. Aus hofeigenen Zutaten, ohne Farb- und Aromastoffe handwerklich gemacht, ist es ein noch größeres Vergnügen. Wie beispielsweise in der „Tschelatteria“ von Lisi Stolz beim Hubenbauer in Vahrn. von Renate Anna Rubner

Das selbst gemachte Eis von Lisi Stolz ist ein Renner beim Buschenschank Hubenbauer in Vahrn.

Das selbst gemachte Eis von Lisi Stolz ist ein Renner beim Buschenschank Hubenbauer in Vahrn.

Schoko und Vanille dürfen natürlich nicht fehlen, aber das sind die Eissorten, die Elisabeth Stolz weniger gut verkauft. Gefragter sind an kühlen Tagen die frischen Sorbets von Waldfrüchten mit Rucola, Holler oder Erdbeere mit Minze oder bei milderen Temperaturen die Cremeeissorten Duftrose, Rosmarin mit Walnuss oder Lavendel. Rund 24 verschiedene Eisspezialitäten bietet Lisi, so wird sie hier beim Hubenbauer in Vahrn und darüber hi­naus genannt, in ihrer „Tschelatteria“ an. Manche klingen recht exotisch, aber so gut wie immer ist 100 Prozent Südtirol drin. Nur bei den Klassikern greift die Eismacherin auf Import zurück: Dafür verwendet sie aber echte Vanilleschoten, Schokolade und Kakao. Vorgefertigtes oder Mischungen kommen ihr nicht in die Eistüte. Die Milch kommt von den eigenen Kühen, die bei einem befreundeten Bauern in St. Leonhard eingestellt sind. In Vahrn leben die Schweine für den Speck vom Hubenbauer. Der wird in dieser Geschichte noch einmal vorkommen. Aber später.

Der Hubenbauer war ursprünglich ein reiner Obstbaubetrieb. Noch vor gut zwanzig Jahren hat Altbauer Erich mit seiner Frau Kunigunde und den drei Kindern vier Hek­tar Apfelwiesen bewirtschaftet. Eines Tages standen Erich und Kuni mit einem befreundeten Paar in ihrem Keller, der bis dato als Abstellraum herhalten musste. Die Freunde meinten, dafür sei er doch zu schade. Und weil Kunigunde eine exzellente Köchin war, entschied sich Familie Stolz, einen Buschenschank zu eröffnen. Gleich wurde ein Weingarten angelegt, hier wachsen seitdem Sorten wie Zweigelt, Portugieser und Kerner für den Hausgebrauch. 

Als 2013 Sohn Alex den Hof übernahm, krempelte er den Betrieb ziemlich um: Von den ursprünglichen vier Hektar Äpfeln sind nur noch zwei übrig geblieben, die restlichen Flächen nutzt Alex, um Hopfen, Gemüse, Weißkohl, verschiedenes Obst und Beeren anzubauen. Auf Pachtflächen wächst Getreide, das Alex in Bayern mälzen lässt und zu Bier braut. Ein Biereis darf beim Hubenbauer natürlich nicht fehlen, denn die Brauerei ist das Herzstück des Betriebes, der Mitglied bei der Marke „Roter Hahn“ ist und so viel wie möglich eigene Produkte auf den Tisch bringt. Das ginge nicht ohne Biggi, die Lebensgefährtin von Alex: Sie ist Gärtnerin und kümmert sich um Obst, Gemüse und natürlich um die Blumen.


Den ganzen Bericht finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 13 des „Südtiroler Landwirt“ vom 23. Juli auf Seite 31 oder online auf „meinSBB“.