Steuerberatung | 03.08.2021

Bonus Neuinvestitionen

Wer den Steuerbonus für Neuinvestitionen in Anspruch nimmt, muss ­dafür eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Ein Überblick.

Der Steuerbonus für Neuinvestitionen beträgt momentan 50 Prozent. Foto: Pixabay

Der Steuerbonus für Neuinvestitionen beträgt momentan 50 Prozent. Foto: Pixabay

Der Steuerbonus für Neuinvestitionen kann nicht immer in einer Jahresrate verrechnet werden, sondern ist auf drei oder fünf Raten aufzuteilen. Reicht dieser Zeitraum nicht aus, kann er sogar aufs Folgejahr übertragen werden. Bis zum Ende der Verrechnung müssen die Voraussetzungen gegeben sein.

Der Steuerbonus für Neuinvestitionen, speziell jener für die Güter mit den Merkmalen Industrie 4.0, unterliegt sehr strengen Voraussetzungen, denn für diese Güter gewährt der Gesetzgeber bekanntermaßen einen sehr hohen Bonus. Momentan beträgt dieser 50 Prozent, im Vorjahr betrug er immerhin 40 Prozent. 

Die technischen Voraussetzungen dieser intelligenten, computergesteuerten und vernetzten Güter werden in der Regel von einem autorisierten Techniker bei Inbetriebnahme kontrolliert und mit einem Bericht bestätigt. Seit heuer ist dieser technische Bericht, wo zwingend vorgesehen, zudem noch zu beeidigen.

Zu beachten ist auch, dass ausschließlich Betriebe zur Verrechnung des Steuerbonus berechtigt sind, welche mit den Zahlungen der Sozialversicherungsbeiträge in Ordnung sind und die Bestimmungen im Bereich Arbeitssicherheit einhalten.

Sperrfrist beachten

Auch die Sperrfrist von zwei Jahren ist zu beachten. Diese sieht vor, dass im Falle eines Verkaufs des begünstigen Gutes vor Ablauf dieser Frist der bereits verrechnete Steuerbonus zurückgezahlt werden muss. Wird das begünstigte Anlagegut hingegen nach der Sperrfrist von zwei Jahren verkauft, so muss zwar der bereits genossene Steuerbonus nicht zurückgezahlt werden, die noch ausstehenden Raten können jedoch nicht mehr weiterverrechnet werden. Sie gehen somit verloren, da sie auch nicht auf den Käufer übertragen werden können. Tritt einer dieser Umstände ein, so müssen die zuständigen Mitarbeiter beim Südtiroler Bauernbund darüber informiert werden.

Aktivierte Vernetzung nachweisen

Der Steuerbonus unterliegt demnach einigen Auflagen, die nicht nur zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme bestehen müssen, sondern auch in den Folgejahren. Zu diesen Auflagen gehört auch die aktivierte Vernetzung („interconnessione“) über die gesamte Lebenszeit des Gutes bzw. über den gesamten Verrechnungszeitraums des Guthabens. Die Vernetzung und die Verwendung im Sinne des technologischen Fortschritts dürfen also nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern müssen auch in der Praxis jederzeit und ununterbrochen vorhanden und nachweisbar sein.

Die Kontrollen von Seiten des Fiskus sind in diesem Bereich sehr genau. Bei fehlenden Voraussetzungen wird der Steuerbonus aberkannt, was auch als Verrechnung von nicht existenten Guthaben eingestuft werden kann. Für diese Art von Vergehen ist keine Strafmilderung vorgesehen.