Verein Freiwillige Arbeitseinsätze | 03.10.2021

Freiwillige Helfer feiern Erntedank

Zusammen mit den Freiwilligen und Bäuerinnen und Bauern hat der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze in Sarnthein Erntedank gefeiert. Dabei stand der Dank für über 17.000 unentgeltliche Einsatztage im Mittelpunkt. Trotz eines Corona- bedingten leichten Rückgangs der freiwilligen Helferinnen und Helfer ist der Verein mit dem heurigen Jahr sehr zufrieden. von Bernhard Christanell

Dankten Georg Mayr (4. v. l.) für 25 Jahre an der Spitze des VFA: (v. l.) Claudia Tscholl (Lebenshilfe), Bernhard Burger (Bauernbund), Brigitte Hofmann (Caritas) und Kevin Hofer (Jugendring)

Dankten Georg Mayr (4. v. l.) für 25 Jahre an der Spitze des VFA: (v. l.) Claudia Tscholl (Lebenshilfe), Bernhard Burger (Bauernbund), Brigitte Hofmann (Caritas) und Kevin Hofer (Jugendring)

Seit über 25 Jahren vermittelt der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze Freiwillige auf extreme Bergbauernhöfe. Dort helfen sie den bäuerlichen Familien auf den Wiesen, im Stall, im Haus oder betreuen Kinder, Kranke und ältere Menschen. „Über 1950 Freiwillige haben sich für einen Freiwilligeneinsatz gemeldet, knapp 1200 haben effektiv einen Dienst geleistet. Diesen Menschen möchten wir mit dieser Feier von Herzen danken“, sagte der Obmann des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze, Georg Mayr.

Beitrag zum Erhalt der Berglandwirtschaft

Mayr hob auch die Bedeutung der freiwilligen Arbeitseinsätze für die Erhaltung der Berglandwirtschaft in Südtirol hervor: „Immer wieder sagen uns Bauernfamilien: ,Ohne unsere Helfer würden wir es nicht mehr schaffen, unseren Hof zu bewirtschaften.‛ Damit leistet ihr, liebe Helferinnen und Helfer, einen kleinen, aber überaus wertvollen Beitrag dafür, dass bei uns nur verhältnismäßig weniger Bäuerinnen und Bauern aufgeben.“

Gegenüber der Vor-Corona-Zeit ist die Zahl der Anmeldungen zwar leicht zurückgegangen, mit dem Ergebnis zeigte sich der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze dennoch sehr zufrieden. „Wir konnten wieder über 270 bäuerlichen Familien freiwillige Helfer vermitteln“, erinnerte die Koordinatorin des Vereins, Monika Thaler. In den nächsten Jahren sollten sich wieder mehr bäuerliche Familien melden. „Vor Corona hatten wir knapp 300 Antragsteller.“
Und noch eine Zahl stimmt zuversichtlich: „Etwa ein Viertel der Helferinnen und Helfer sind aus Südtirol, was uns besonders freut. Der Großteil der Freiwilligen kommt natürlich weiterhin aus Deutschland.“ Die meisten Helferinnen und Helfer sind zwischen 50 Jahren und 70 Jahren. „Aber immerhin ein Drittel ist jünger als 30 Jahre.“ Zusammen werden die Helfer bis Jahresende über 17.000 Einsatztage geleistet haben – zu einem großen Teil auf Höfen im Vinschgau, im Burggrafenamt und im Pustertal.

Trägerorganisationen haben Mut bewiesen

Vor 25 Jahren wurde der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze ins Leben gerufen, dank der Trägerorganisationen Südtiroler Bauernbund, Caritas, Südtiroler Jugendring und Lebenshilfe. Koordinatorin Monika Thaler blickte auch auf die Entwicklung des Vereins zurück: „Die Trägerorganisationen hatten nicht nur vor 25 Jahren die Idee und den Mut, den Verein freiwillige Arbeitseinsätze ins Leben zu rufen. Sie haben ihm auch all die Jahre die Treue gehalten und ihn auch in schwierigen Zeiten finanziell unterstützt. Dafür können wir heute nur Danke sagen.“

Dank für Gründungsobmann Georg Mayr

Gedankt wurde auf der Feier in Sarnthein aber nicht nur den Pionieren von damals sowie den freiwilligen Helferinnen und Helfern, sondern auch VFA-Obmann Georg Mayr: Er steht seit der Gründung vor 25 Jahren ununterbrochen an der Spitze des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze. Brigitte Hofmann von der Caritas, die mit im Vorstand des Vereins sitzt, dankte Mayr und hob seinen großen Einsatz für den Verein hervor: „Du gibst dein ganzes Herzblut für die Bergbauernfamilien in Südtirol und die vielen freiwilligen Helfer. Du nimmst immer das Ruder in die Hand, wenn es notwendig ist. Dafür sagen wir dir alle Vergelt’s Gott!“

Für feierliche Momente und die musikalische Umrahmung der Erntedankfeier sorgten einige Freiwillige aus Bayern unter der Leitung von Julia Langwieder. Zudem wurde ein Gedicht einer Jungbäuerin verlesen, in dem sie den Freiwilligen in ganz besonderer Weise dankte.

Einige Freiwillige, die bereits seit vielen Jahren als Helferinnen und Helfer im Einsatz sind oder im laufenden Jahr besonders viele Einsatztage geleistet haben, erhielten verschiedene Geschenke als Dankeschön.