Leben, Südtiroler Bäuerinnenorganisation | 14.10.2021

„Ich liebe meine Kühe und den Wald“

Brigitte Baur Kahn vom Naschthof in Toblach mag zwar als Bäuerin geboren sein, den Titel „Bäuerin des Jahres“ hat sie sich aber erarbeitet: mit Fleiß bei der Arbeit, aber auch im Ehrenamt. von Ulrike Tonner

Überall anzupacken, hat Brigitte Baur Kahn von Kindesbeinen an gelernt. Auch dafür wurde sie zur „Bäuerin des Jahres“ 2021 gekürt. Foto: SBO

Überall anzupacken, hat Brigitte Baur Kahn von Kindesbeinen an gelernt. Auch dafür wurde sie zur „Bäuerin des Jahres“ 2021 gekürt. Foto: SBO

Brigitte Baur Kahn ist mit Leib und Seele Bergbäuerin. Sie ist auf dem Naschthof in Toblach aufgewachsen und war von Kindesbeinen an bei den Arbeiten am Hof dabei. Schon früh stand fest, dass sie den Milchwirtschaftsbetrieb ihrer Eltern übernehmen würde. Heute bewirtschaftet sie den Hof mit Hilfe ihres Mannes Reinhard, den beiden Kindern Sarah und Simon und ihrer Mutter Marianna. 

Die Familie bietet auch Urlaub auf dem Bauernhof an. Reinhard ist in den Wintermonaten als Koch tätig. Tagtäglich melkt Brigitte ihre fünf Kühe, versorgt die Kälber und liefert durchschnittlich 80 Liter Milch pro Tag an die Sennerei Toblach. „Ich liebe meine Pinzger, ich möchte keine andere Kuh im Stall haben. Sie gehören einfach hierher, auf den Naschthof“, sagtulrike tonnerBrigitte. So wie sie selbst. „Es liegt an der Liebe zu den Tieren“, erzählt sie im Interview mit dem „Südtiroler Landwirt“. 

Wer mehr über Brigitte Baur Kahn erfahren möchte, kann sich das Video über die Bäuerin des Jahres 2021 auf www.baeuerinnen.it anschauen.

Südtiroler Landwirt: Frau Baur Kahn, welche Kindheitserinnerungen verbinden Sie mit dem Hof?

Brigitte Baur Kahn: Viele, aber die Waldarbeit ganz besonders! Ich bin hier aufgewachsen, mein Vater hat uns – meine Schwester und mich – immer mitgenommen, wir haben gelernt, mit der Winde zu fahren, mit der Motorsäge umzugehen und mit anzupacken. Diese Erlebnisse im Wald und der Holzgeruch begleiten mich von klein an. Die Waldarbeit braucht Kraft, aber die bekommt man auch mit der Zeit. Den Wald aufräumen, das ist eine Arbeit, die ich auch heute noch mit Leidenschaft mache. 

Was bedeutet für Sie, heutzutage Milchbäuerin zu sein?

Für mich bedeutet, Milchbäuerin zu sein, Herausforderung und Verantwortung zugleich. Die größte Herausforderung sehe ich darin, für die Gesellschaft gute Lebensmittel zu produzieren. Milch liefern bedeutet nicht: Kuh melken, Milch in den Tank schütten und in die Sennerei liefern. Jeder Bauer und jede Bäuerin muss sich heutzutage mit den verschiedensten Auflagen und Bestimmungen auseinandersetzen. Die Milch wird genauestens auf ihre Inhaltsstoffe kontrolliert. Da muss man ständig dahinterbleiben, so einfach ist es nicht. Alles schlägt sich auf den Preis nieder, der Absatz muss stimmen. 

Der Druck auf die Bauern ist groß. Besonders das Covid-19-Jahr hat uns gezeigt, wie schwierig es wird, wenn der Absatz nicht mehr gegeben ist. Der Milchpreis ist für den Aufwand, den Bäuerin und Bauer betreiben, sowieso zu niedrig. Wenn dann auch noch die Produkte nicht verkauft werden können, ist das sehr schlecht für die gesamte Milchwirtschaft und alles, was damit zusammenhängt.

Das ganze Interview finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 18 des „Südtiroler Landwirt“ vom 15. Oktober ab Seite 23 oder online auf „meinSBB“.