Innovation | 25.11.2021

Fünf Jahre Innovations-Projekte

Die Bauernbund-Abteilung Innovation & Energie zieht Bilanz: Welche Projekte in den letzten Jahren umgesetzt wurden und wie wichtig Innovationspartnerschaften in der Landwirtschaft sind, war am Dienstag vergangener Woche Thema beim Innovationsaustausch mit Landesrat Arnold Schuler.

Wie Microgreens produziert werden, erklärte Ulrich Kager den Gästen in seinem Betrieb.

Wie Microgreens produziert werden, erklärte Ulrich Kager den Gästen in seinem Betrieb.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Abteilung Innovation & Energie des Südtiroler Bauernbundes an zahlreichen Innovationsprojekten- und Beratungen für Südtirols Bäuerinnen und Bauern gearbeitet. Landesrat Arnold Schuler sowie Vertreter des Amtes für EU-Strukturfonds in der Landwirtschaft waren am Leitnhof in St. Pauls zu einem Innovationsaustausch eingeladen. Gemeinsam Bilanz ziehen und Einblick in die Innovationstätigkeiten und Ergebnisse zu gewähren, war Ziel dieses Treffens. 

Brücke zwischen Forschung und Praxis

Die Kernaufgabe der Abteilung Innovation & Energie besteht darin, Brücke zwischen Wissenschaft und landwirtschaftlicher Praxis zu sein, um an Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu arbeiten. Dies gelingt besonders in Form von geförderten EU-Projekten, in deren Rahmen landwirtschaftliche Betriebe sowie verschiedene Forschungseinrichtungen, Unternehmen und spezifische Berater zusammenarbeiten, um Wissen bestmöglich aufzubereiten und für Landwirte zugänglich zu machen. Nach der Begrüßung durch Landesobmann Leo Tiefenthaler und einer kurzen Einleitung durch Bauernbund-Vizedirektor Ulrich Höllrigl stellte Astrid Weiss genau diese Tätigkeiten der Abteilung Innovation & Energie vor. 

Neue Erwerbszweige und Potenziale aufzeigen

Schwerpunkte der Innovationsprojekte sind Themen wie die Geflügelmast oder landwirtschaftliches Bier sowie die Produktentwicklung aus regionalen Rohstoffen. 

Sie verfolgen allesamt das Ziel, neue Erwerbszweige und Potenziale aufzuzeigen, um die Landwirtschaft zukunftsfit zu machen. Im Ausblick auf die Zukunft nannte Weiss mögliche neue Projektschwerpunkte wie regionale Nährstoffkreisläufe, Bodenfruchtbarkeit oder Hanfanbau. Das Thema Nachhaltigkeit und Diversifizierung der Südtiroler Landwirtschaft soll dabei immer im Zentrum stehen. Genau solche innovativen Vorhaben sollen auch in Zukunft unterstützt und durch Innovationsförderungen in der Landwirtschaft gefördert werden, versprach Landesrat Schuler: „Innovation wird nun von verschiedenen Trends und gesellschaftlichen Herausforderungen angetrieben, z. B. der Nachhaltigkeit oder dem Gedanken die Weltbevölkerung zu ernähren.“ Obmann Leo Tiefenthaler stimmt dem zu: „Wichtig ist, dass neue Systeme nachhaltig sind und sowohl den Anforderungen der Umwelt als auch der Landwirte gerecht werden.“

Nach einer kurzen Diskussion unter allen Beteiligten wurde das Treffen mit einer bäuerlichen Produktverkostung und einer innovativen Betriebsbesichtigung abgerundet.

Biermacherinnen und Microgreens

Um einen besseren Einblick in die Innovations-Projekte der Abteilung Innovation & Energie zu gewähren, wurden abschließend zwei Betriebe, die von der Abteilung betreut wurden, präsentiert. Ulrich Kager von Profarms-Microgreens wurde durch die Abteilung in einer Crowdfunding-Kampagne unterstützt, die Biermacherinnen waren Teil des OG-Projekts „INNOBier“. Die ausgebildete Brau- und Malzmeisterin Andrea Armellini und ihre Tante Brigitte Zöschg stellen ihre landwirtschaftlichen Biere vor. Passend dazu tischten Ulrich Kager und Patrick Sanin von Profarms Brötchen auf – bunt garniert mit ihren Microgreens, bestehend aus Sprösslingen von speziellen Radiesschensorten, Erbsen, Rucola, Fenchel, chinesischem Kohl und Knoblauch. Nebenbei erklären sie den Teilnehmern die Abläufe, welche hinter der Produktion von Microgreens stehen. Durch die anschließende Führung durchs Unternehmen wurde klar, wie komplex die Herstellung von Microgreens ist und wieviel Wissen und Können dahintersteckt. 

Das Fazit des Treffens: Es ist wichtig innovative Ideen in der Landwirtschaft zu verfolgen und Themen, die für eine Vielzahl an LandwirtInnen relevant sind, im Rahmen von Innovationsprojekten aufzuarbeiten. Betriebe müssen in Sachen Innovation an die Hand genommen und begleitet werden. EIP Sogenannte Europäische Innovationspartnerschaften (EIP), EU-gefördert und koordiniert über das Landesamt für EU-Strukturfonds, sind ein Mittel, um Innovation in der Landwirtschaft auch erfolgreich umzusetzen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis.