Bauernhaus-Sanierungsberatung

Individuelle Beratung für Bäuerinnen und Bauern – jetzt anmelden!

Seit Jahrhunderten prägen Bauernhöfe die Landschaft Südtirols. Mit der Initiative „Bauernhaus-Sanierungsberatung“ sollen bäuerliche Familien unterstützt werden, ihre erhaltenswerten Bauernhöfe zu sanieren, um darin zeitgemäß zu wohnen.

Wer ein altes Bauernhaus besitzt, kennt die Situation. Im Bild des Betrachters präsentiert es sich schön und vermittelt vielleicht ein Gefühl von Romantik, doch in Wirklichkeit lässt es sich im Haus weder zeitgemäß noch komfortabel wohnen. Häufig stellt sich der Eigentümer dann die Frage: sanieren oder abreißen? 
Ein neues Haus ist einigermaßen schnell gebaut. Doch mit jedem Abriss geht der Charme von alten, erhaltenswerten Bauernhäusern verloren. Dabei können historisch wertvolle Bauernhöfe kostengünstig zeitgemäß saniert werden. Manchmal haben die Bauernfamilien bereits Ideen für die Sanierung, wissen jedoch nicht, wie sie den Umbau am besten angehen sollen. 
Die Initiative Bauernhaus-Sanierungsberatung unterstützt auch im Jahr 2021 Bäuerinnen und Bauern beim Start in die Sanierung ihres Bauernhauses.

„Ich freue mich, dass wir dieses Angebot weiterführen können“, freut sich Landesobmann Leo Tiefenthaler. „Die Bäuerinnen und Bauern erhalten hiermit eine Gelegenheit, von einem Architekten und weiteren Bauexperten sehr kostengünstig beraten zu werden. Ich hoffe, dass möglichst viele Besitzer von erhaltenswerten landwirtschaftlichen Wohnhäusern auf dieses Angebot aufmerksam werden und es in Anspruch nehmen.“

Der Ablauf erfolgt in mehreren Schritten. 

Beratung vor Ort

Interessierte können sich mittels Anmeldeformular beim Südtiroler Bauernbund für ein erstes Beratungsgespräch bewerben, wofür folgende Voraussetzungen erfüllt werden müssen: 

  • Das landwirtschaftliche Wohnhaus muss mindestens 100 Jahre alt sein und sich in Südtirol befinden.
  • Das Gebäude muss in einem bäuerliches Ensemble bzw. in einem stimmigen landschaftlichen und historischen Kontext eingebettet sein.
  • Der Eigentümer des Gebäudes muss die konkrete Absicht haben, das Gebäude für sich zu sanieren.
  • Bei der Auswahl werden unterschiedliche Hofsituationen berücksichtigt, um die Vielfalt der ländlichen Bautradition aufzuzeigen.
  • Das Wohngebäude gehört zu einem landwirtschaftlichen Betrieb, der bewirtschaftet wird.

Nach der Durchsicht aller Gesuche durch eine Jury wird jedem Hof eine Berater-Architektin bzw. ein Beraterarchitekt zugewiesen. Vor der Beratung am Hof sichtet er alle an den SBB gesandten Unterlagen, um im Vorfeld einen guten Überblick über die Situation am Hof zu erhalten.

Falls das betreffende Gebäude unter Denkmalschutz steht, wird nach Möglichkeit auch ein Sachverständiger des Landesdenkmalamtes mitanwesend sein. Im Anschluss an diesen Lokalaugenschein am Hof wird der Architekt innerhalb von ein bis zwei Wochen ein Protokoll mit konzeptionellen Überlegungen anfertigen, das dem Hofeigentümer geschickt wird. 

Für diese Erstberatung werden vom SBB 30 Euro zzgl. MwSt. in Rechnung gestellt.

Auswahl Planer und Erstellung Finanzierungsplan

Der Eigentümer des Bauernhauses kann sich nach diesem ersten Beratungsgespräch einen Planer seiner Wahl aussuchen, der ihm ein Vorprojekt und eine Kostenschätzung erstellt. Mit diesen Unterlagen kann man sich an die SBB-Abteilung Betriebsberatung wenden, um einen Finanzierungsplan zu erhalten, welcher u. a. für eine Darlehensanfrage bei der Bank nützlich sein kann. Dafür wird ein Unkostenbeitrag von 50 Euro zzgl. MwSt. berechnet.

Abschließendes Beratungsgespräch

Als letzter Schritt der Bauernhaus-Sanierungsberatung ist, sofern gewünscht, ein zweites Beratungsgespräch im SBB-Bezirksbüro vorgesehen. Dabei prüfen der Bauherr, sein Planer, der beratende Architekt und ein Mitarbeiter der SBB-Abteilung Betriebsberatung noch einmal gemeinsam die verschiedenen Aspekte des Sanierungsprojektes vor Baubeginn. Fallweise wird auch hier ein Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes und ein Energieberater von Eurac Research hinzugezogen.

Es steht jeder interessierten Bäuerin und jedem Bauer frei, auch nur das erste Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen, wobei es von Vorteil wäre, alle hier oben beschriebenen Phasen durchzumachen. 

Die Kosten für die Honorare der Architekten und die Erstellung des Finanzierungsplanes werden großteils von der Stiftung Südtiroler Sparkasse getragen. 

Die weiteren Partner der Initiative sind neben dem Südtiroler Bauernbund die Architekturstiftung Südtirol, die Kammer der Architekten der Provinz Bozen, das Landesressort für Raumentwicklung, Landschaft und Landesdenkmalamt und die IDM Südtirol.

Berater-Architekten und Assistenten

Die Architekten, die die Beratungsgespräche durchführen, wurden in einem eigenen Bewerbungsverfahren von der Architektenkammer der Provinz Bozen, der Architekturstiftung Südtirol und dem SBB gemeinsam ausgewählt. 

Es stehen insgesamt zwölf Architekten zur Verfügung, wobei je sechs im Frühjahr und sechs weitere im Herbst die Beratungsgespräche durchführen. Jeder Architekt ist einem SBB-Bezirk zugeordnet und kann maximal drei Bauern beraten. Den Beraterarchitekten stehen Assistenten zur Seite.

Beratungen Frühjahr 2021

Name

Nachname

zugewiesene Zone

Assistent*innen

Lukas

Tammerle

Bozen

Clemens Kubicek

Alexander

Karnutsch

Burggrafenamt

Sabine Di Silvio

Hannes

Mahlknecht

Eisacktal

Sarah Auckenthaler

Markus

Haipl

Pustertal

Oskar Messner

Ursula

Unterpertinger

Unterland/Bozen

Plank Verena

Christian

Kapeller

Vinschgau

Claudia Aimar


Beratungen Herbst 2021

Lorenz

Pobitzer

Bozen

Clemens Kubicek

Greti

Innerhofer

Burggrafenamt

Claudia Aimar

Gerhard

Tauber

Eisacktal

Astrid Steinwandter

August

Gasser

Pustertal

Elisabeth Mair

Yvonne

Kreithner

Unterland/Bozen

Oskar Messner

Christoph

Gapp

Vinschgau

Markus Gerstgrasser

 

Anmeldung 

Die Anmeldung für die Bauernhaus-Sanierungsberatung im Frühjahr kann telefonisch unter 0471 999 375 oder per E-Mail an heike.mayr@sbb.it ab sofort bis Freitag, 16. April erfolgen. Die Beratung am Hof findet in der Woche vom 17. bis 21. Mai statt. Der genaue Termin wird unter der Koordination des SBB zwischen den Beteiligten vereinbart. Nach der Beratung erhält der Interessierte per E-Mail vom Architekten ein Beratungsprotokoll mit konzeptionellen Überlegungen. Der weitere Verlauf kann oben nachgelesen werden.

Die Anmeldung für die Bauernhaus-Sanierungsberatung im Herbst erfolgt zwischen 23. Juli und 3. September 2021. 

 

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Bauern und Architekt beim
Beratungsgespräch

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