Südtiroler Landwirt, Bauernbund | 27.04.2017

Starke Position für europäische Berggebiete

Sie wollen eine starke Berglandwirtschaft in der Europäischen Union sichern – die Bauernverbände aus den europäischen Bergregionen. In einem Positionspapier fordern sie hauptsächlich: Agrarbudget sichern, 2-Säulen-Modell weiterführen, Verwaltung vereinfachen. Mehr...

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EDITORIAL

Bei Almen endlich zurück zur Sachlichkeit

Die Almerschließungen waren immer wieder ein heiß diskutiertes Eisen. Dabei geriet das eigentliche Sachthema allzu oft aus dem Blickfeld: Es ging nicht mehr um die Erschließung einzelner Almen; allzu oft wurden Bauern allgemein als Naturfrevler hingestellt.
Es ist klar: Nicht jede Alm ist auf Biegen und Brechen zu erschließen. Und immer gilt es, über die sanftest-mögliche Lösung nachzudenken. Genauso muss man den Bauern gute Voraussetzungen zugestehen, um Almen zeitgemäß zu bewirtschaften. Eine gute Erreichbarkeit ist da meist das Um und Auf.
Es ist also gut, wenn es nun endlich Regeln gibt, die sowohl den Natur- und Landschaftsschutz als auch die zeitgemäße Bewirtschaftung in ihre Entscheidungskriterien einbeziehen (S. 39). Der Südtiroler Bauernbund hat sehr lange am Runden Tisch des Landes mitverhandelt. Herausgekommen ist der bestmögliche Kompromiss. Mit dem neu eingeführten Vorgutachten enthält er zudem ein Instrument, das – richtig angewandt – allen Beteiligten Zeit und Geld ersparen könnte: Schon vor kostspieligen Projektierungen schätzt man gemeinsam ab, ob ein Ansuchen Chancen auf Genehmigung hat.
Der Bauernbund wird nun beobachten, ob sich die neuen Regeln in der Praxis gut umsetzen lassen. Die Verhandlungspartner werden dies wohl ebenso tun. Daher der Appell: Stehen wir zu den Vereinbarungen und laufen nicht beim ersten Projekt, das nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, öffentlich Sturm. Änderungsvorschläge kann man diskutieren, dann aber bitte erneut am gemeinsamen Tisch!

Leo Tiefenthaler, Bauernbund-Landesobmann


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Noch mehr Integrationsprojekte

Wenn Asylwerbern nicht nur unsere Sprache vermittelt, sonden auch eine Perspektive gegeben wird, ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Das Amt für Weiterbildung versucht das. Gemeinsam mit der Südtiroler Gärtnervereinigung und der Fachschule Laimburg auch erfolgreich: 13 junge Männer haben beim Projekt „Blühende Sprache“ Deutsch gelernt und eine sinnvolle Beschäftigung bekommen (S. 31). Ein Lichtblick in ihrem monotonen Alltag. Das Landesamt für Weiterbildung hofft nun auf Folgeprojekte in der Landwirtschaft. So können weitere junge Männer nachhaltig Sprache lernen und besser integriert werden. Ein Gewinn für alle. rar


FLOP

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Nicht noch einen Natura-2000-Gau

Es gibt Negativ-Erlebnisse, die hinterlassen gebrannte Kinder. Für die Südtiroler Bergbauern ist die Entstehungsgeschichte der Natura-2000-Gebiete ein solcher Super-Gau. Da hatte die Politik hoch und heilig versprochen: „Für euch ändert sich nichts!” Und dann kamen Auflagen über Auflagen … meist ohne mit den Bauern zu reden.
Wenn das Land jetzt in diesen Gebieten still und heimlich nach Jagd-Ruhezonen sucht, wundert es nicht, dass bei den Bauern alle Alarmglocken schrillen (S. 10). Daher der Aufruf an Verwaltung und Politik: Diesmal bitte gleich mit den Bauern reden! Dann lassen sich sicher auch vernünftige Kompromisse finden. gst

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