Die Quarantänekrankheit Goldgelbe Vergilbung greift auch in Südtirol rasant um sich.

Bedrohlich: Goldgelbe Vergilbung

Beunruhigende Nachrichten gibt es von der Goldgelben Vergilbung: Die für Reben höchst gefährliche Krankheit breitet sich in diesem Jahr rasant aus, vor allem im Überetsch und im Unterland. Daher der Appell: Anlagen eingehend kontrollieren!

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Am 4. August läuft im Auftrag des Konsortiums Südtirol Wein und koordiniert vom Beratungsring für Obst- und Weinbau ein umfassendes Monitoring in Südtirols Weinbergen an. Das Programm geht bereits in sein fünftes Jahr. „Kontrolliert werden Anlagen im ganzen Land, also nicht nur im Überetsch und im Unterland, wo wir heuer einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen feststellen müssen“, erklärt Hansjörg Hafner vom Beratungsring. „Auch deshalb werden erstmals nicht mehr ,nur‘ besonders anfällige Rebsorten kontrolliert, sondern alle.“ Bereits in den letzten Jahren wurden im Rahmen des Monitorings mehr als 28.000 befallene Stöcke ausfindig gemacht, allerdings ist das Programm nur ein Standbein der Bekämpfung, das zweite und noch viel wichtigere ist die Eigenverantwortung. „Unser dringender Appell geht an alle Bäuerinnen und Bauern, ihre Reben selbst im Auge zu behalten, Symptome umgehend zu melden und der Rodungspflicht sofort nachzukommen“, unterstreicht Andreas Kofler, Präsident des Konsortiums Südtirol Wein. 
„Die Inspektoren des Pflanzenschutzdienstes haben bereits Ende Mai mit der Kontrolle der Goldgelbe Vergilbung begonnen“ erklärt Stefano Endrizzi Verantwortlicher des Pflanzenschutzdienstes. Wir stellen eine Zunahme der Fälle fest, insbesondere in bestimmten Gebieten. Die Goldgelbe Vergilbung ist ein Quarantäne-Krankheit und unterliegt der Melde- und Rodungspflicht. Grundsätzlich ist jeder Verdachtsfall dem Pflanzenschutzdienst oder dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau zu melden. Bauern, deren Flächen innerhalb einer ausgewiesenen Befallszone liegen, müssen alle symptomatischen Rebstöcke unverzüglich samt Wurzelstock roden. Rodungspflicht gilt auch für alle aufgelassenen Rebanlagen im Gebiet des Landes. Was in diesem Jahr besonders zu denken gibt: In manchen Anlagen nähert sich der Befall bereits der 20-Prozent-Marke. „Wird diese überschritten, müssen nicht mehr nur befallene Reben, sondern die gesamte Anlage gerodet werden“, erklärt Endrizzi. 

Existenzielle Bedrohung
„Leider zeigen die Daten, dass sich die Goldgelbe Vergilbung auf alle Rebsorten und auf das ganze Land ausbreitet. Hält dieser Trend an, kann sich die Krankheit zu einer existenziellen Bedrohung für den Weinbau in Südtirol auswachsen, wie es in anderen Regionen bereits der Fall ist“, meint Konsortiums-Präsident Kofler. Er betont, dass die Bekämpfungsmaßnahmen in Südtirol dieselben sind wie in anderen Regionen und dass selbst noch nicht betroffene Anbaugebiete – präventiv bereits gleiche Maßnahmen eingeleitet haben. Vor allem vor dem Hintergrund der rasanten Ausbreitung der höchst bedrohlichen Krankheit ist der Appell der Verantwortlichen der Südtiroler Weinwelt ein klarer: „Wir, das heißt Institutionen, Organisationen und alle Winzerinnen und Winzer, müssen in diesem Jahr mit noch mehr Disziplin, Konsequenz und Verantwortungsgefühl gegen die Krankheit vorgehen.“  

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