Direkter Draht nach Rom
Vertreter des HAKO Schutzkonsortiums und des Südtiroler Bauernbundes haben kürzlich in Rom in mehreren Institutionen über Versicherungsförderung, Risikomanagement und einfachere Verfahren gesprochen. Dabei ging es um bessere Förderverfahren, korrekte Betriebs- und Flächendaten und ein einfacheres „AgriCat“.
Die Treffen organisierte Senator Meinhard Durnwalder. Mit dabei waren Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser, Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner, HAKO-Obmann Michael Simonini und HAKO-Direktor Manfred Pechlaner sowie Vertreter der Landesverwaltung aus Obst- und Weinbau und LAFIS. Gespräche gab es mit AGEA, dem Landwirtschaftsministerium MASAF und der Verwaltung des Katastrophenfonds „AgriCat“.
Korrekte Daten für die Förderung
Bei der staatlichen Zahlstellen-Behörde AGEA sprachen die Südtiroler mit Direktor Fabio Vitale und Salvatore Carfì, dem Direktor des „AGEA Coordinamento“, über den Datenaustausch. Für eine rasche und vollständige Versicherungsförderung müssen Südtirols Betriebs- und Flächendaten korrekt ins staatliche System übernommen werden, besonders jene aus LAFIS und dem Obstbaukataster. Wegen der klein strukturierten Flächen, unterschiedlichen Kulturen und aktiven Schutzsysteme ist das besonders wichtig. Der Datenfluss zwischen Bozen und Rom soll verbessert werden. Zudem müssen der gesamtstaatliche Betriebsbogen und das Versicherungszertifikat bei Flächen, Kulturen und weiteren relevanten Angaben übereinstimmen. Abweichungen können Auszahlungen verzögern oder Förderbeiträge kosten, während die Versicherungskosten bestehen bleiben. HAKO, Bauernbund, Landesverwaltung und staatliche Stellen wollen deshalb Datenqualität und Datenaustausch verbessern.
MASAF: Produktion absichern
Im Landwirtschaftsministerium MASAF sprach die Delegation mit Mauro Serra Bellini, dem Verantwortlichen für das landwirtschaftliche Risikomanagement, über Standardwerte und förderfähige Produktionswerte. Für das HAKO sollte ein Betrieb seine tatsächlich erzielbare Produktion absichern können. Derzeitige Standardwerte können aber dazu führen, dass die versicherbare beziehungsweise geförderte Produktion unter der tatsächlichen Durchschnittsproduktion liegt. Deshalb sollte das individuelle historische Produktionspotenzial stärker berücksichtigt werden, etwa der Durchschnitt der vergangenen drei oder fünf Jahre. Bei fünf Jahren würden der höchste und der niedrigste Wert unberücksichtigt bleiben. Zu unterscheiden ist zwischen versichertem Produktionswert und öffentlich anerkannten Förderkosten. Die öffentlichen Mittel sind begrenzt und nach den geltenden Förderregeln einzusetzen. Trotzdem sollte die tatsächliche Produktion innerhalb einer geförderten Versicherungslösung vollständig abgesichert werden können. So wären für den Teil über den anerkannten Standardwerten keine zusätzlichen privaten Versicherungen nötig.
„AgriCat“: Gesuch vereinfachen
Beim staatlichen Fonds „AgriCat“ zur Absicherung katastrophaler Wetterrisiken ging es um Probleme bei der Gesuchstellung. Landwirte konnten trotz eines eingetretenen Schadens teilweise kein Gesuch einreichen, wenn die automatisierte beziehungsweise KI-gestützte Bewertung keine Schadensmeldung freigab. Die Delegation forderte ein nachvollziehbareres, leichter zugängliches Verfahren. Wer nachweislich einen Schaden erlitten hat, dürfe nicht allein wegen einer automatisierten Vorbewertung ausgeschlossen werden. Positiv ist, dass solche Fälle nun nachgemeldet beziehungsweise nachgereicht werden können. Zugleich soll die Gesuchstellung einfacher werden. Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser betont dabei die enge Zusammenarbeit zwischen der Förderungsabteilung des Südtiroler Bauernbundes und dem HAKO-Schutzkonsortium. HAKO-Obmann Simonini ergänzt: „Informationen aus der Praxis müssen gebündelt und konkrete Problemfälle an die zuständigen Stellen weitergegeben werden. Nur so lassen sich Schwachstellen im System erkennen und verbessern.“ Die Gespräche zeigten, wie eng Versicherung, öffentliche Förderung, Betriebsdaten und staatliche Risikomanagementinstrumente zusammenhängen.
Für das HAKO ist es wichtig, die Erfahrungen seiner Mitglieder direkt einzubringen. „Viele Entscheidungen werden auf nationaler Ebene getroffen. Ihre Auswirkungen zeigen sich jedoch unmittelbar auf den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben in Südtirol“, unterstreicht Simonini. Ziel müsse ein verlässliches, administrativ praktikables und nachvollziehbares Risikomanagementsystem sein. Nun gilt es, die angesprochenen Themen weiterzuverfolgen und die Lösungsansätze umzusetzen.