Kleidung, die Geschichte erzählt
Am 19. Juni wurde der Schlossgarten von Schloss Prösels zur eindrucksvollen Bühne für die Landestrachtenschau der Südtiroler Bauernjugend: 120 originale Trachten aus allen Bezirken Südtirols wurden von 137 Mitgliedern, Freunden und Bekannten der Südtiroler Bauernjugend präsentiert.
Die Models der Südtiroler Bauernjugend reisten aus allen sechs Bezirken (Vinschgau, Meran, Bozen, Unterland, Eisacktal und Pustertal) mit ihren geliebten, festlichen Gewändern an, um Teil der Landestrachtenschau zu sein, die am 19. Juni im Schlossgarten von Schloss Prösels stattfand. Originale Trachten aus den verschiedenen Dörfern und Talschaften wurden dabei präsentiert. Begleitet von stimmungsvoller Musik führte die Bauernjugend das Publikum auf eine Reise durch die vielfältige Trachtenlandschaft Südtirols. Landesobmann Raffael Peer und Landesleiterin Viktoria Kössler moderierten die Schau und vermittelten zu jeder einzelnen Tracht spannende Informationen über ihre Herkunft und Besonderheiten. So erfuhren die Besucherinnen und Besucher bei jeder Tracht, in welchem Gebiet sie getragen wird und ein paar Besonderheiten.
Besonders beeindruckend war die Vielfalt an verwendeten Materialien: Edle Seidenstoffe, feiner Samt, gewässerte Stoffe, hochwertige Wollstoffe sowie kunstvolle Häkelarbeiten und liebevolle Stickereien machten jede Tracht zu einem einzigartigen Kunstwerk. Jede einzelne Tracht erzählt ihre eigene Geschichte, spiegelt die Eigenheiten ihrer Heimat wider und wurde über Generationen hinweg mit großer Sorgfalt bewahrt. Von prächtigen Schnürmiedertrachten über festliche Dirndln bis hin zu Lodenhosen, Lederhosen und zahlreichen weiteren Frauen- und Männertrachten zeigte sich eindrucksvoll, wie reich und facettenreich das kulturelle Erbe Südtirols ist. „Mit der Modenschau zeigen wir als Südtiroler Bauernjugend, dass wir unsere Tracht selbstbewusst und mit Stolz tragen“, erzählt die Landesleiterin der Südtiroler Bauernjugend Viktoria Kössler.
Im Jahr 1979 fand die erste Landestrachtenschau der Südtiroler Bauernjugend im Waltherhaus in Bozen statt. Erstmals wurden damals die vielfältigen Trachten unseres Landes in einem gemeinsamen Rahmen präsentiert. Fast fünf Jahrzehnte später knüpft die Südtiroler Bauernjugend an diese Erfolgsgeschichte an. „Mit der Landestrachtenschau möchten wir bewusst ein Zeichen setzen. Sie soll auch ein Aufruf sein, unsere Tracht wieder vermehrt bei Festen, Prozessionen und kirchlichen Feierlichkeiten in den Dörfern zu tragen. Wer Tracht trägt, ist immer gut gekleidet und zeigt gleichzeitig seine Verbundenheit mit unserer Heimat. Unsere Traditionen dürfen wir nicht vergessen – sie machen Südtirol aus und verbinden Generationen miteinander“, betonte Bauernjugend-Landesobmann Raffael Peer.
Im Rahmen des Projekts wurden sämtliche präsentierten Trachten professionell fotografiert. Daraus entsteht eine digitale Trachtenplattform auf der Webseite der Südtiroler Bauernjugend, die künftig als Nachschlagewerk dienen soll. „Über eine interaktive Karte werden die verschiedenen Trachten der Dörfer und Regionen Südtirols zugänglich gemacht. So haben wir eine bleibende Dokumentation, die das Wissen über die Trachten bewahrt und auch kommenden Generationen einen einfachen Zugang zu diesem wertvollen Kulturgut ermöglicht“, erklärt Raffael Peer den Sinn und Zweck dieser Webseite. Landesleiterin Viktoria Kössler ergänzt: „Die Landestrachtenschau 2026 hinterlässt nicht nur eindrucksvolle Bilder, sondern zeigt auch, wie lebendig die Trachtenkultur und das gelebte Brauchtum in Südtirol sind.“ Peer und Kössler bedankten sich auch bei starken Partnern für die Landestrachtenschau: Die Abteilung deutsche Kultur/Amt für Jugendarbeit, die Raiffeisenbank Schlern-Rosengarten, die Kellerei Tramin und die Brauerei Forst.
Die Landestrachtenschau machte deutlich, dass Trachten weit mehr sind als festliche Kleidung. Sie verbinden Generationen, erzählen von Herkunft und Geschichte und geben in einer sich ständig verändernden Zeit Orientierung und Halt. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass dieses wertvolle Brauchtum keineswegs der Vergangenheit angehört, sondern von vielen jungen Menschen mit Begeisterung gelebt und weitergetragen wird.
Moderiert wurde die Modenschau von Landesobmann Raffael Peer (l.) und Landesleiterin Viktoria Kössler (r.).