Als Bäuerinnen sichtbar werden
2026 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Bäuerin ausgerufen. Dadurch bietet sich die Chance, die Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen und ihre Stimme in gesellschaftlichen Debatten zu stärken.
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin erklärt. Damit rückt die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft weltweit in den Fokus. „Für uns als Bäuerinnenorganisation ist dies eine Gelegenheit, unsere Arbeit sichtbar zu machen und für bessere Rahmenbedingungen einzutreten. Denn obwohl Bäuerinnen täglich Verantwortung für Hof, Familie, Tiere und Natur tragen, werden unsere Anliegen oft kaum wahrgenommen“, sagt Landesbäuerin Antonia Egger. Die Situation ist deutlich: Von rund 16.300 landwirtschaftlichen Betrieben werden nur etwa 15,3 Prozent von Frauen geführt. In den Entscheidungsgremien der landwirtschaftlichen Genossenschaften ist die weibliche Präsenz noch schwächer: Lediglich fünf Prozent der Mitglieder in Verwaltungs-, Aufsichts- und Kontrollausschüssen sind Frauen. Diese Zahlen verdeutlichen, wie begrenzt die Einflussmöglichkeiten von Frauen sind.
Das Internationale Jahr der Bäuerin lädt dazu ein, Fragen zu stellen: Wie leben Bäuerinnen? Was brauchen sie? Welche Perspektiven bringen sie ein? Es ist ein Anlass hinzuschauen, zuzuhören und gemeinsam neue Wege zu gehen – für mehr Sichtbarkeit, Gerechtigkeit und eine nachhaltige Zukunft. Mit „gemeinsam“ sind alle Frauen in der Landwirtschaft gemeint: Voll- und Nebenerwerbsbäuerinnen, Jung- und Altbäuerinnen, Frauen, die auf den Höfen mitarbeiten, Innovationen vorantreiben, Wissen weitergeben, regionale Kreisläufe stärken oder soziale Landwirtschaft gestalten. Sie bewahren Traditionen und entwickeln gleichzeitig die Zukunft.
Bäuerinnen-Porträts
Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation zeigt im Laufe des Jahres anhand von zwölf Porträts, wie vielfältig und engagiert Frauen in der Landwirtschaft sind – mit ihrer Persönlichkeit, ihren Tätigkeiten und Leidenschaften. Sie gestalten, bewahren, entwickeln und schaffen Neues – mit Weitblick, Kreativität und Mut. Das erste Video porträtiert Johanna Aichner vom Hoferhof in Vellau. Mit ihrem Label boden.kleid fertigt sie mit viel Liebe zum Detail aus der Wolle ihrer Schafe Teppiche und Accessoires, die sie direkt vermarktet. Gemeinsam mit dem Frauenmuseum Meran und der Arbeitsgruppe „Frauen in der Landwirtschaft“ werden im Laufe des Jahres Veranstaltungen organisiert – ganz im Sinne des Mottos: Gemeinsam sichtbar werden!