Das Kälberaufzucht-Projekt des Kovieh kann bereits erste Erfolge vorweisen.

Chance für Einsteller-Betriebe

Immer mehr Konsumenten greifen zu Rindfleisch mit Herkunftsnachweis aus Südtirol. Damit dieses Fleisch tatsächlich von Geburt bis Schlachtung aus Südtirol stammt, braucht das ­Kälberaufzucht-Projekt des Kovieh weitere Einsteller-Betriebe.

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Betriebsberatung

Wie können Bäuerinnen und Bauern konkret dazu beitragen, dass mehr heimisches Qualitätsrindfleisch aus Südtirol auf den Teller kommt – und sich zugleich eine verlässliche Einkommensquelle sichern? Diese Frage beantwortet das Kälberaufzucht-Projekt des Viehvermarktungskonsortiums Kovieh, das seit dem vergangenen Frühjahr läuft.

Vom Kalb zum Einsteller
Das Ziel ist klar: Kälber sollen nicht nur in Südtirol geboren, sondern auch hier aufgezogen und später gemästet werden. Bislang verlassen noch zu viele Mastkälber das Land in Richtung großer Betriebe in Oberitalien. Für die regionale Vermarktung gehen diese Tiere damit verloren, weil echte Südtiroler Qualitätsprogramme eine geschlossene Kette von der Geburt bis zur Schlachtung im Land verlangen. Hier setzt das Konzept des Kovieh an: Gesucht werden Betriebe, die Mastkälber im Alter von drei bis vier Wochen übernehmen und bis zu einem Lebendgewicht von rund 250 Kilogramm aufziehen. In dieser Phase entwickeln sich die Tiere zu sogenannten „Fressern“, also Einstellern, die im Alter von sechs, sieben Monaten an spezialisierte Mastbetriebe in Südtirol weitergegeben und dort bis zur Schlachtreife gemästet werden. Den organisatorischen Ablauf vom Ankauf der Mastkälber bis zur Weitergabe der Einsteller übernimmt das Kovieh, das über ein Netzwerk von Mastbetrieben und Absatzkanälen verfügt.

Erste Betriebe sind eingestiegen
Auf den ersten Aufruf hin haben sich bereits fünf Betriebe gemeldet, die Einsteller erzeugen. Darüber hinaus haben sich weitere Abnehmer gemeldet, darunter Höfe, die vom Kovieh Mastkälber beziehen und diese am eigenen Betrieb bis zur Endmast bringen. Aus Sicht von Kovieh-Geschäftsführer Martin Tröger ist damit ein wichtiger Schritt getan, die Kette im Land zu schließen: „Gleichzeitig ist das Projekt noch lange nicht am Ziel, es können sich gerne weitere zehn Betriebe für die Einsteller-Produktion melden.“

Rindermarkt ist europaweit angespannt 
Europaweit ist der Rindermarkt derzeit angespannt: Durch die lange Trockenphase wurde vielerorts weniger Futter eingebracht, auch in Südtirol werden aktuell mehr Tiere verkauft. Laut Tröger ist die Situation im Land trotzdem unter Kontrolle – zuletzt haben Regenfälle dazu beigetragen, dass noch ein weiterer Schnitt möglich ist und die Tiere auf den Heimweiden bei ausreichendem Graswachstum bis in den Spätherbst bleiben können.

Kovieh-Projekt bietet Stabilität
Gerade in dieser Lage kann der Einstieg in das Kälberaufzucht-Projekt ein Stabilitätsfaktor sein. Für die teilnehmenden Betriebe gibt es laut Kovieh persönliche Vereinbarungen, die sicherstellen, dass Produzenten auch bei angespannten Marktsituationen keine Einbußen hinnehmen müssen. Zudem garantiert das Kovieh eine angemessene Vergütung für die Aufzuchtleistung und sorgt durch die hohe Nachfrage nach Qualitätsrindfleisch für Planungssicherheit.  

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