Die Bezirksversammlung in Wiesen war von positiver Stimmung geprägt.

Chancen der Digitalisierung sehen

Mit den vergangenen Jahren sind die Bäuerinnen und Bauern im Wipptal zufrieden. Und mit richtigen Entscheidungen jetzt ist der Ausblick positiv – das zeigte die Bezirksversammlung des Wipptals in Wiesen.

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SBB

Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner sieht die bäuerlichen Betriebe in Südtirol gut für die Zukunft gerüstet: „Dank des Fleißes, des guten Ausbildungs- und Beratungsangebotes, der genossenschaftlichen Vermarktung und nicht zuletzt der günstigen politischen Rahmenbedingungen ist die Zahl der Betriebe in Südtirol stabil“, berichtete er bei der Versammlung. Auch in Zukunft will der Südtiroler Bauernbund für Bedingungen sorgen, die es den Betrieben ermöglichen, erfolgreich zu wirtschaften.

Gespannt auf die Agrarreform
Gespannt blickt man derzeit nach Brüssel, wo die Gemeinsame Agrarpolitik für die Jahre 2028–2034 beschlossen wird. „Mit den Zielen, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz, Innovation und Nachhaltigkeit zu stärken und zu fördern, sind wir einverstanden. Genauso wie mit der Unterstützung des Generationenwechsels und des digitalen Wandels. Wir sind auch dabei, wenn es darum geht, die Arbeitsbedingungen zu erleichtern und die Lebensqualität im ländlichen Raum zu erhöhen“, erklärte Rinner. Jetzt werde es darum gehen, die nötigen Geldmittel zu sichern. „Das werden sehr schwierige Verhandlungen, dennoch bin ich zuversichtlich, dass die Bäuerinnen und Bauern wieder Planungssicherheit erhalten werden“, betonte Rinner. Interessant seien in den letzten Jahren die staatlichen Investitionsförderungen gewesen: „Die Berglandwirtschaft ist auch zukünftig auf Förderungen angewiesen, da das Arbeiten am Berg viel aufwändiger ist und die Kosten entsprechend höher sind. Unterstützungsmaßnahmen gleichen diese strukturellen Nachteile aus und sorgen dafür, dass unsere Betriebe wettbewerbsfähig bleiben.“ Rinner ging weiters auf einige Neuerungen ein, wie die Abfallentsorgung, die Voucher, den Brandschutz, das Tierwohl, die Aufzeichnung der Tierbewegungen, den Naturschutz, die Wohnbauförderung. Hier sei es gelungen, wesentliche Verbesserungen zu erzielen. Nicht zufrieden zeigte sich Rinner mit den lokalen Lebensmittelkreisläufen: „Die Herkunftskennzeichnung ist zwar in Kraft, funktioniert aber leider nicht wie gewünscht. Hier müssen wir noch mehr Sensibilisierungsarbeit leisten, bei den Gastwirten genauso wie bei den Konsumentinnen.“ Im laufenden Jahr will sich der Bauernbund zudem verstärkt um die soziale Absicherung der Bäuerinnen und Bauern kümmern und im Rahmen der Initiative „Dein Südtiroler Bauer“ bzw. „Deine Südtiroler Bäuerin“ die Wirtschaftsleistung der Landwirtschaft unterstreichen.

Moderne Technik ist die Zukunft
Wo die Reise in der Berglandwirtschaft hingeht und wie sich der Beratungsring Berglandwirtschaft BRING auf die Zukunft vorbereitet, darüber sprach Geschäftsführer Christian Plitzner. Er sieht im Tiefen Lernen (Deep Learning), einer Weiterentwicklung der KI, in der Robotik, der Automatisierung sowie in der Sensor- und Satellitentechnik große Chancen für die Berglandwirtschaft: „Wir dürfen keine Angst haben, sondern müssen die Möglichkeiten nutzen.“ Drohnen in Kombination mit KI-Auswertungen und Satellitentechnik sind im Pflanzenbau oder bei der Tierüberwachung auf Weiden und Almen Teil der Zukunft. Auch werde es Systeme geben, die die Tiergesundheit überwachen. „Neue digitale Technologien können eine Arbeitserleichterung und höhere Wertschöpfung bringen. Genau zu achten ist aber auf die Investitions- und Folgekosten“, warnte Plitzner. Auch werde es eine Verschiebung der Arbeitszeit weg von Stall und Feld hin zum Computer geben. Bäuerinnen und Bauern müssten zudem darauf achten, dass die physische Belastung nicht von einer psychischen Mehrbelastung abgelöst wird. Bauernbund-Bezirksobmann Matthias Braunhofer appellierte, die Digitalisierung als Chance zu sehen. Bei Problemen stünden die DIGGY-Treffs zur Verfügung. EDV-Profis unterstützen Interessierte kostenlos bei Fragen zu Software, Handy, Laptop oder der digitalen Identität. Landesrat Luis Walcher stellte einige Neuerungen bei den Förderungen vor. Ein Schwerpunkt liege in der Waldbewirtschaftung: „Wir werden auch die Nutzung von gesundem Holz fördern und nicht nur die Schlägerung von Käferholz“, erklärte der Landesrat. Auch für die Instandhaltung von Forstwegen sind mehr Mittel vorgesehen. Ein Schwerpunkt ist laut Walcher das Agrarmarketing, um Südtiroler Lebensmittel im Land und auf dem Binnenmarkt bekannter zu machen. Landesrat Peter Brunner kündigte Unterstützungen für Biogasanlagen an. Zudem soll es eine Plattform für Beregnungskonzessionen geben, und diese sollen digital sein. Der Landtagsabgeordnete Franz Locher sprach die Erfolge bei der Waldbewirtschaftung an, etwa die Holzverladestelle in Bozen. Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser ging auf einige Schwerpunkte des Bauernbundes für das Jahr 2026 ein. 

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