Die Wirtschaftsdüngerbörse
Wirtschaftsdünger zwischen Landwirtschaftsbetrieben auszutauschen, ist das Ziel der Wirtschaftsdüngerbörse: Auf „mein SBB“ bringt sie Betriebe, die Mist, Gülle, Jauche oder Kompost abzugeben haben, mit jenen, die sie brauchen, zusammen.
Im Rahmen des Projekts INNONährstoffe der Abteilung Innovation & Energie und der Stabsstelle Nachhaltigkeit im Südtiroler Bauernbund wurde deutlich, dass in Südtirol Potenzial für einen effizienteren Austausch von Wirtschaftsdüngern zwischen den Betrieben besteht. Oft wissen Betriebe allerdings nicht, welche Mengen wo verfügbar sind oder gesucht werden. Besonders zwischen Viehwirtschaft und Obstbau fehlt es häufig an Verbindungspunkten. Darum wurde die Wirtschaftsdüngerbörse konzipiert. Sie ermöglicht Mitgliedern einen unkomplizierten und transparenten Austausch von Wirtschaftsdüngern, um so regionale Nährstoffkreisläufe zu schließen.
Die Wirtschaftsdüngerbörse auf „mein SBB“
Die Wirtschaftsdüngerbörse ist eine Plattform im Online-Mitgliederbereich von „mein SBB“, auf der mittels Inseraten Mist, Gülle, Jauche oder auch Kompost angeboten oder gesucht werden können. Sie dient dazu, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen und so das Schließen regionaler Nährstoffkreisläufe auf zwischenbetrieblicher Ebene zu erleichtern. Über die Menüleiste können alle Inserate eingesehen werden und Suchanfragen oder Angebote erstellt werden. Bei Übereinkunft kann das Angebot direkt auf der Plattform angenommen werden, gleichzeitig wird automatisch ein Abnahmeprotokoll erstellt, damit der Austausch ordnungsgemäß dokumentiert werden kann. Um den Überblick nicht zu verlieren, werden auch vergangene Aktivitäten ausgewertet und grafisch dargestellt.
Die Hintergründe
Wirtschaftsdüngerbörsen sind in Nachbarländern wie Österreich, der Schweiz bereits ein bewährtes Instrument, um organische Dünger bedarfsgerecht zu verteilen und Kreisläufe zu schließen. Im Rahmen des Projekts INNONährstoffe wurde deshalb in einer Umfrage das Interesse der Südtiroler Landwirtschaft an einer solchen Lösung abgefragt. Das Ergebnis zeigte deutlich, dass viele Betriebe eine solche Plattform nutzen möchten. 50 Prozent der Befragten gaben an, grundsätzlich interessiert zu sein, weitere 14 Prozent äußerten klare Bedingungen, die sie für eine Nutzung voraussetzen. Diese Kriterien umfassten unter anderem Kenntnis über die Qualität der Dünger, zum Beispiel eine eventuelle Biozertifizierung, eine niederschwellige und transparente Abwicklung, faire Preise. Auf diese Punkte wurde bei der Gestaltung der Wirtschaftsdüngerbörse besondere Rücksicht genommen, um eine praxisnahe und intuitive Nutzung zu ermöglichen.
Das Projekt INNONährstoffe
Das ELER-geförderte Projekt INNONährstoffe wurde zwischen 2022 und 2025 vom Südtiroler Bauernbund gemeinsam mit dem Beratungsring für Berglandwirtschaft BRING, dem Beratungsring für Obst- und Weinbau, dem Versuchszentrum Laimburg, der Freien Universität Bozen und vier landwirtschaftlichen Betrieben umgesetzt. Ziel des Projekts war es, Düngerkreisläufe zwischen der Grünlandwirtschaft und dem Obst- und Weinbau zu analysieren und Möglichkeiten zur Optimierung aufzuzeigen. Neben Lösungen auf einzelbetrieblicher Basis wie die Wirtschaftsdüngerbörse, wurden auch regionale Stoffströme genauer unter die Lupe genommen. Dafür wurde das Potenzial zum Austausch zwischen Vieh- und Obstwirtschaft erhoben, Biogasanlagen als Umschlagplätze analysiert und Bodenproben und Düngeranalysen durchgeführt. Mehr Informationen zum Projekt können in der Abteilung Innovation & Energie angefragt werden: innovation-energie@sbb.it, Tel. 0471 999363.