In einem Planspiel schlüpften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in unterschiedliche Rollen. 

Für schonende Entwicklung

Wie kann sich eine Gemeinde in Zukunft weiterentwickeln, ohne immer mehr Boden zu versiegeln? Mit dieser Frage befasste sich der Workshop „Truden 2040 – Zukunft ohne neue Versiegelung?“.

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Wirtschaft

Organisiert hat den Workshop die Plattform Land. Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Gemeinde, Verwaltung und Zivilgesellschaft blickten gemeinsam in das Jahr 2040 – in eine Zukunft, in der der Netto-Flächenverbrauch bei null liegt. Ziel des Workshops war es, mögliche zukünftige Konflikte frühzeitig sichtbar zu machen und notwendige Weichenstellungen zu überlegen. Ein zentrales Szenario widmete sich der Landwirtschaft. Ausgangspunkt war ein realistisches Beispiel: Ein Familienbetrieb steht vor der Hofübergabe, der bestehende Stall entspricht nicht mehr den Anforderungen an Tierwohl und Arbeitswirtschaft, ein Neubau scheint notwendig. Rasch wurde der Zielkonflikt deutlich zwischen betrieblicher Weiterentwicklung und dem politischen Ziel, keine zusätzlichen Flächen zu versiegeln. In einem Planspiel schlüpften die Teilnehmenden in unterschiedliche Rollen – vom Landwirt über Gemeinderäte und Bürgermeisterin bis hin zu Landesverwaltung und Naturschutz. Dadurch wurden die jeweiligen Herausforderungen sichtbar, rechtliche Vorgaben wie Natura-2000-Gebiete, wirtschaftlicher Druck auf die Betriebe, aber auch die Verantwortung der Gemeinde, zukünftige Präzedenzfälle mitzudenken.
Diskutiert wurden verschiedene Lösungsansätze, darunter die Nutzung leer stehender Stallgebäude, Gemeinschaftsställe, die Entsiegelung bestehender Infrastrukturen wie Parkplätze, die Idee eines gemeindeeigenen Flächen-Pools, über den Ausgleichsmaßnahmen organisiert werden könnten. Einigkeit bestand darin, dass ein rein monetärer Ausgleich nicht ausreicht – wenn Boden versiegelt wird, braucht es auch flächenmäßige und ökologische Gegenleistungen. Gleichzeitig wurde betont, dass Entsiegelung nicht allein Aufgabe der Landwirtschaft sein darf, sondern als gemeinsame Verantwortung verstanden werden muss. Ein zweites Szenario befasste sich mit dem Thema „Wohnen“. Auch hier zeigte sich der Spannungsbogen zwischen dem Wunsch nach modernem Wohnraum und dem Ziel, Leerstände zu nutzen und den Ortskern zu stärken.

Gemeinsames Zukunftsbild
Zum Abschluss formulierten die Teilnehmenden ein gemeinsames Zukunftsbild für Truden im Jahr 2040: eine Gemeinde, die Boden als begrenzte Ressource begreift, Entwicklung ermöglicht und neue Versiegelungen nur dann zulässt, wenn sie zwingend notwendig und qualitätsvoll ausgeglichen werden. Besonders hervorgehoben wurde der Bedarf an klaren, einheitlichen Regelungen auf Landesebene, die Planungssicherheit schaffen und es Gemeinden ermöglichen, miteinander zu kooperieren. Der Workshop zeigte: Erst durch den Austausch unterschiedlicher Perspektiven entsteht Verständnis – und die Grundlage für tragfähige Lösungen für Landwirtschaft, Gemeindeentwicklung und Flächenschutz. 

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