Historisch gutes Vermarktungsjahr
Am 17. April fand im Haus der Vereine in Nals die Vollversammlung des Südtiroler Braunviehzuchtverbandes statt.
Der Verband zählte zum Jahreswechsel 3.026 Mitglieder, die 15.466 Kontrollkühe hielten. Davon waren 778 Jersey- und 560 Original-Braunvieh-Kühe. Ein Rekordjahr war das Jahr 2025 in der Vermarktung: Die Preise waren die höchsten seit Einführung des Euro. Die Kühe erreichten Schnitte von zum Teil deutlich über 3.000 Euro mit Spitzen von über 5.000 Euro. Auch die Zahl der aufgetriebenen Tiere war mit 1.909 Stück höher als im Vorjahr. Äußerst aktiv ist der Verband im Bereich der Zucht und über das Tochterunternehmen „Superbrown“ auch in der Besamung. So wurden 2025 insgesamt 170.078 Samendosen in 14 verschiedenen Ländern auf den Markt gebracht. Einen starken Anstieg gibt es beim Einsatz von gesextem Samen zu verzeichnen: In Südtirol liegt er beim Braunvieh bereits bei über 50 Prozent, bei der Jerseyrasse sogar bei 70 Prozent. Ein Höhepunkt im Züchterjahr ist die Elite, zu der man wieder zahlreiche Besucher aus nah und fern begrüßen konnte. Auch sonst sind die Braunviehzüchter begeisterte Beschicker von Ausstellungen, vor allem für die junge Generation sind diese wichtig für die Motivation. Im Bereich der Jungzüchter ist der Verband gut aufgestellt, die rund 600 Jungzüchterinnen und Jungzüchter sind landesweit in sechs Clubs organisiert.
Einen starken Aufschwung konnten die ebenfalls vom Verband betreuten Rassen Jersey und Original Braunvieh verzeichnen. Die Jerseyrasse ist eine spezialisierte Milchrasse mit extrem hohen Milchinhaltsstoffen, das Original Braunvieh eine robuste Doppelnutzungsrasse mit vorzüglicher Fleischqualität, die auch mit bester Alpungstauglichkeit punktet. Lob gab es für Landesrat Luis Walcher für seinen Einsatz zur Wiedereinführung der sogenannten Alpungsprämie. „Die einheimische Aufzucht ist in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen, mit allen damit zusammenhängenden negativen Folgen. Die wiedereingeführte Prämie ist eine unkomplizierte und konkrete Unterstützung der Aufzucht im Lande“, betonte Obmann Jakob Huber. Im Rahmen der Vollversammlung wurden verdiente Funktionäre und langjährige Mitarbeiter geehrt. Besonders gut kam auch die Ehrung der Züchter von Dauerleistungskühen mit über 100.000 Liter Lebensleistung an. Kaum eine andere Rasse weist einen so hohen Anteil an Dauerleistungskühen auf. Auch züchterisch rücken die Gesundheit und Langlebigkeit immer mehr ins Zentrum. So haben die Merkmale Langlebigkeit, Gesundheit und Funktionalität an Bedeutung gewonnen – allein die Fruchtbarkeit hat heute im Gesamtzuchtwert ein Gewicht von 20 Prozent.
Braunvieh-Kühe auf der Kortscher Alm im -Schlandrauntal