Kälber sollen künftig vermehrt nicht nur in Südtirol geboren, sondern auch aufgezogen und später gemästet werden. 

Lücke bei der Regionalität schließen

Die Nachfrage nach heimischem Rindfleisch boomt, allerdings gehen derzeit noch viele Kälber zu früh ­außerhalb des Landes und somit für die regionale Vermarktung verloren. Das Viehvermarktungskonsortium Kovieh will diesem Problem nun entgegenwirken und sucht spezialisierte Betriebe für Kälberaufzucht.

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Ob in der gehobenen Gastronomie oder beim qualitätsbewussten Konsumenten an der Ladentheke: Fleisch mit Herkunftsnachweis aus Südtirol ist gefragt wie nie zuvor. Das Südtiroler Viehvermarktungskonsortium Kovieh zieht eine positive Bilanz, steht jedoch vor einer großen Herausforderung: Die Nachfrage übersteigt das derzeitige Angebot bei Weitem. Aktuell könnten jährlich rund 400 Mastrinder zusätzlich vermarktet werden – doch dafür braucht es eine lückenlose regionale Wertschöpfungskette. Ein entscheidender Schwachpunkt im System ist bisher der Verbleib der Kälber. Zu viele Mastkälber verlassen Südtirol in Richtung der großen Mastbetriebe in Oberitalien. Das Problem dabei: Einmal über die Landesgrenze gebracht, kommen diese Tiere für die regionale Vermarktung nie wieder zurück. Um das Potenzial von echtem Südtiroler Qualitätsfleisch voll auszuschöpfen, müssen die Tiere nämlich von der Geburt bis zur Schlachtung im Land bleiben, und zwar ohne Unterbrechung. Hier setzt das neue Konzept des Kovieh an: Gesucht werden gezielt Bauernhöfe, die sich auf die Zwischenstufe der Kälberaufzucht spezialisieren möchten. Der Zeitpunkt für ein solches Projekt ist günstig: Zum einen steigt das Interesse für heimisches Qualitätsfleisch, zum anderen ziehen auch die Auszahlungspreise für die Produzenten seit geraumer Zeit an.
Was den Zeitpunkt für den Start dieses Projektes zudem so günstig macht, ist die Tatsache, dass das Kovieh seit Kurzem damit beauftragt ist, den Schlachthof in Bozen zu führen. Alle Tierzuchtverbände, die gemeinsam ja das Kovieh bilden, ziehen damit in Zukunft am Schlachthof in Bozen die Fäden und erfüllen damit alle Voraussetzungen für eine professionelle Fleischvermarktung.

Vom Mastkalb zum „Fresser“
Das Ziel ist es, (vor allem weibliche) Kälber nicht frühzeitig außer Landes zu bringen, sondern sie in Südtiroler Hand zu behalten. Kovieh sucht Betriebe, die Mastkälber ankaufen und diese bis zu einem Alter von ca. sechs, sieben Monaten aufziehen. In dieser Phase entwickeln sich die Tiere zu sogenannten Fressern. Nach diesem Zeitraum werden die Tiere an spezialisierte Mastbetriebe innerhalb des Landes weitergegeben, welche die Rinder dann bis zur endgültigen Schlachtreife ausmästen. Den organisatorischen Ablauf übernimmt dabei das Kovieh, das bereits über ein breites Netzwerk an Mastbetrieben und möglichen Absatzkanälen verfügt. 

Sicherheit und faire Entlohnung
Für die teilnehmenden Bauernhöfe bietet dieses Modell eine attraktive Perspektive:

  • Garantierte Entlohnung: Das Kovieh sichert den Betrieben eine angemessene Vergütung für die Aufzuchtleistung zu.
  • Starke Partnerschaft: Sowohl der Ankauf der Mastkälber als auch der spätere Verkauf der „Fresser“ erfolgt in enger Abstimmung mit dem Kovieh.
  • Planungssicherheit: Durch die hohe Nachfrage am Markt ist eine langfristige Zusammenarbeit gewährleistet.

Wer mithelfen will, die Südtiroler Landwirtschaft unabhängiger von Exportmärkten zu machen und die regionale Wertschöpfung zu steigern, ist also aufgerufen, sich jetzt beim Kovieh zu melden und in die Kälberaufzucht einzusteigen. Für alle Betriebe mit Kapazitäten für die Kälberaufzucht oder dem Willen, den eigenen Betrieb in diese Richtung zu entwickeln, ist Maximilian Hofer vom Kovieh der direkte Ansprechpartner (Kontakt siehe unten). Auch Details zur Zusammenarbeit und zur Entlohnung können bei dieser Gelegenheit besprochen werden. Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser ist überzeugt: „Das Aufzuchtprojekt des Kovieh bietet für die Viehwirtschaft und die Fleischvermarktung in Südtirol ein sehr großes Potenzial!“ 

Kontakt beim Kovieh

Maximilian Hofer
Südtiroler Viehvermarktungskonsortium Kovieh
Galvanistraße 38, 39100 Bozen
Tel. 0471 063863
E-Mail: maximilianhofer@kovieh.com

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