Über die Grenzen hinweg
Ein runder Geburtstag, Benefizaktionen, eine Pflanze des Jahres, die Trentino und Südtirol vereinte: Auf ein bewegtes Jahr blickten Südtirols Gärtner bei ihrer Vollversammlung zurück. Was nun ansteht: die „Euregina“ und WorldSkills in Shanghai.
Im Jahr 2025 hat die Südtiroler Gärtnervereinigung ihren 60. Geburtstag begangen. Das wurde gebührend gefeiert. Bei der Vollversammlung in der Kellerei Tramin wurde auf die Feierlichkeiten zurückgeblickt. Obmann Stephan Kircher zog ein positives Resümee über das Jubiläumsjahr: Mit Spendenaktionen wie „Schenken mit Sinn“, einem Benefizkonzert mit dem Vokalensemble „Harmonisch Komisch“ zugunsten der Caritas, dem traditionellen „Austern und Sekt“, dessen Erlös dem Bäuerlichen Notstandsfonds zugutekommt, wurden allein im letzten Jahr 48.600 Euro gesammelt und gespendet. Darüber hinaus gab es eine Reihe weiterer Aktivitäten, die die Gärtnervereinigung im letzten Jahr umgesetzt hat: Traditionelle wie „Advent beim Gärtner“, „Tag der offenen Gärtnerei“, die Schüleraktion, die im Jahr 2025 noch rund 2.000 Südtiroler Grundschülerinnen und -schüler in die Gartenbaubetriebe lockte. In diesem Jahr werden es nur drei Klassen sein. Und schließlich wurde eine Rosentaufe zu einem der Höhepunkte des Jahres: Am 15. Mai wurde die Rose „Sophia Magnago“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Viel Aufmerksamkeit bekommt alljährlich auch die „Pflanze des Jahres“: 2025 wurde die Pelargonie „Fuerte del Fuego“ in Zusammenarbeit mit den Trienter Gärtnern dazu gekürt und in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff samt Patin Nadia Battocletti präsentiert. In diesem Jahr geht man noch einen Schritt weiter und wird gemeinsam mit den Tiroler und den Trienter Gärtnern eine Euregio-Pflanze, die sogenannte „Euregina“ vorstellen. Um welche Pflanze es sich dabei handelt, wird noch nicht verraten. Fest steht aber, dass sie am 18. März im Plessi-Museum am Brenner bekannt gegeben wird. Obmann Stefan Kircher bedankte sich bei den beiden Obmännern aus Tirol und dem Trentino für die fruchtbare Zusammenarbeit. In Zukunft wolle man enger zusammenrücken.
Beispielsweise in der Forschung: Die Arbeitsgruppe Gartenbau am Versuchszentrum Laimburg forscht mit torffreien Substraten, kompostierbaren Töpfen oder an Nützlingseinsatz und anderen alternativen Pflanzenschutz-Methoden und arbeitet dabei eng mit der Fondazione Edmund Mach in San Michele zusammen. Darüber hinaus geht es im Südtiroler Gartenbau auch um Themen wie Klimaschutz, Energieeffizienz oder den Fachkräftemangel. Mit der Fachschule Laimburg ist man in ständigem Austausch:
Die Schülerzahlen sind stabil bis steigend, die Lehrinhalte werden auf die sich wandelnden Anforderungen und im Austausch mit der Vereinigung abgestimmt.
Auch für die Weiterbildung der Gärtnerinnen, Gärtner und Floristen ist die Fachschule eine wichtige Adresse. Im letzten Jahr haben drei junge Leute die Meisterprüfung abgeschlossen: Samuel Brunner, Johannes Pörnbacher und Julia Girardi. Zur Förderung des Gärtnernachwuchses nimmt man regelmäßig an der Landesmeisterschaft der Berufe teil. Im letzten Jahr waren es vier Zweierteams, die antraten. Die Zweitplatzierten, Manuela Kerschbaumer und Jana Mair, werden zu den World-Skills 2026 nach Shanghai fahren. Obmann Stephan Kircher freut sich über das motivierte Team: „Für die Mädchen wird der Wettbewerb vor allem physisch eine Herausforderung, aber sicher eine einzigartige Erfahrung!“ In den Grußworten gab es viel Anerkennung für Südtirols Gärtner. Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser unterstrich die wichtige Funktion der Gartenbaubetriebe im Land. Paul Mair, Direktor der Fachschule Laimburg, sprach die Gewächshäuser der Schule an. Sie sind veraltet und müssen baldmöglichst erneuert werden. Und Helga Salchegger vom Versuchszentrum Laimburg dankte für den guten, kritischen Austausch mit der Gärtnerschaft. Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner gab schließlich einen Überblick über die aktuellen gesetzlichen Neuerungen und Entwicklungen in der Landwirtschaft.