Der neue BRING-Verwaltungsrat mit dem neuen Obmann Oswald Karbon (ganz links)

Wechsel an der BRING-Spitze

Bei der Vollversammlung des Beratungsrings Berglandwirtschaft (BRING) standen Rückblick und personelle Erneuerung im Mittelpunkt. Oswald Karbon übernimmt das Amt des BRING-Obmanns von Daniel Gasser. ­Inhaltlich spielen die Digitalisierung und entsprechende Angebote dazu eine immer bedeutendere Rolle.

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Politik

Wichtigster Tagesordnungspunkt der Versammlung im Haus der Tierzucht in Bozen war die Wahl des neuen Verwaltungsrates: Daniel Gasser, seit gut zwei Jahren auch Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes, schied freiwillig aus dem Amt aus. Aus dem fälligen Wahlgang ging der Kastelruther Oswald Karbon als neuer Obmann hervor, zur Obmann-Stellvertreterin wurde Rosmarie Prader gewählt. 

Mitgliederzahl steigt ­kontinuierlich an
BRING-Geschäftsführer Christian Plitzner stellte den Tätigkeitsbericht 2025 vor und zeichnete das Bild einer Organisation, die weitergewachsen ist. Der BRING zählte zum Jahresende 2.128 Mitglieder, die Zahl der Mitarbeitenden blieb mit 30 Personen stabil. Das Kerngeschäft bleibt die Beratung direkt auf den Höfen – in Form von Einzel- und Gruppenberatungen. Insgesamt summierten sich die Beratungsstunden 2025 auf rund 8.900. Besonders gefragt waren die Bereiche Viehwirtschaft, Sonderkulturen, Pflanzenbau und Bauwesen. Bei letzterem Thema blieb die Nachfrage 2025 auf hohem Niveau. Bis Jahresende wurden 104 neue Bauvorhaben sowie 90 Stellungnahmen zum Bauabschluss in Bezug auf das Tierwohl überprüft. Ein deutlich spürbarer Beratungsschwerpunkt lag im heurigen Jahr im Bereich Fütterungsautomatisierung. Immer mehr Landwirte entscheiden sich für die Anschaffung eines Mischwagens. Dies war Anlass, das Thema „Fütterung mit Mischwagen“ in mehreren Weiterbildungsveranstaltungen aufzugreifen. Zudem wurde gemeinsam mit dem Bereich Tiergesundheit der verantwortungsvolle Einsatz von Antibiotika bei Milchkühen behandelt. Für alle Formen der Investitionen gewinnt eine sorgfältige Abwägung an Bedeutung: Maßnahmen im Stallbau und bei der technischen Ausrüstung sollten betriebswirtschaftlich sinnvoll bewertet werden, bevor investiert wird.

Digitalisierung ist ­Schlüsselthema
Ein zentrales Thema der Vollversammlung war die Digitalisierung. Schon in seiner Begrüßung verwies Daniel Gasser darauf, dass viele Landwirte vor neuen digitalen Anforderungen stehen und dabei Unterstützung brauchen. Genau hier gewinnt der Bereich „BRING digital“ weiter an Bedeutung. 2025 haben vor allem die verpflichtende Ausbildung für Nutztierhalter, das digitale Stallregister sowie „ClassyFarm“ und „SQNBA“ die Beratung stark geprägt. Der BRING reagierte darauf mit zusätzlichem Personal und gezielten Weiterbildungsangeboten. Die Beratungsstunden im Bereich „BRING digital“ haben sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Das Team wurde durch zwei zusätzliche Mitarbeiter verstärkt, sodass nun in jedem der vier Bezirke eine Ansprechperson für Fragen zur digitalen Verwaltung vertreten ist. Im fachlichen Teil der Vollversammlung stellte Sarah Gruber von „BRING digital“ das Projekt „BRING online – unser digitales Betriebsheft“ vor. Dabei ging es um die digitale Erfassung von Pflanzenschutzaufzeichnungen, Düngungen und Behandlungsflächen. Das System soll 2026 zunächst mit einer begrenzten Zahl an Betrieben praxisnah getestet und weiterentwickelt werden. Damit gab die Vollversammlung auch einen Ausblick darauf, wohin sich die Beratung in Zukunft bewegen wird: noch stärker in Richtung digitale Begleitung der Höfe. 

Weiterbildung als weitere starke Säule
Neben der klassischen Beratung entwickelt sich die Weiterbildung immer mehr zu einer tragenden Säule der Tätigkeit des BRING. Plitzner verwies auf ein breites Angebot mit Vorträgen, Tagungen, Kursen und Publikationen. Der Tätigkeitsbericht des BRING unterstreicht diese Entwicklung mit konkreten Zahlen: 119 Vorträge, acht Tagungen, 77 Fachartikel und 14 Leitfäden wurden 2025 angeboten oder veröffentlicht. Dazu kamen 135 Veranstaltungen vor Ort zur verpflichtenden Nutztierhalter-Ausbildung mit 5.286 Anwesenden sowie 3.043 Online-Teilnahmen. Am Ende der Veranstaltung gab Daniel Gasser einen kurzen Überblick über die Entwicklung des BRING von der Gründung bis zum heutigen Tag und gab Einblick in interessante Eckdaten. Anschließend verabschiedete er sich ein letztes Mal als scheidender Obmann, mit dem Wissen, dass er den BRING mit Oswald Karbon als seinem Nachfolger in gute Hände lege. Für ihn stehe eine gute Zusammenarbeit zwischen BRING und Bauernbund auch in Zukunft im Fokus, um den Landwirten bestmöglich beistehen zu können.  

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