Südtiroler Landwirt, Bauernbund | 04.08.2022

Diskussion (vorerst) zu Ende

Das Tauziehen hat endlich ein Ende, der Blick geht nach vorne in Richtung Zukunft. Die Abgeordneten Franz Locher, Josef Noggler und Manfred Vallazza ziehen nach der Entscheidung im Südtiroler Landtag zur ­Bettenkontingentierung Bilanz.

Der UaB bleibt unter noch festzulegenden Bedingungen vom Bettenstopp ausgenommen.

Der UaB bleibt unter noch festzulegenden Bedingungen vom Bettenstopp ausgenommen.

Nach wochenlangen Diskussionen war es Anfang vergangener Woche so weit: Mit 17 Stimmen der Mehrheit und Schützenhilfe von Grünen und PD gab der Landtag nach vielen Aussprachen und Diskussionen grünes Licht für die Bettenobergrenze im Tourismus. Die gute Nachricht für alle UaB-Betreiber: Egal ob Tal oder Berg, Groß oder Klein: Der ganze Urlaub am Bauernhof wird vom Stopp ausgenommen, wenn der Betrieb bestimmte – noch zu definierende – Qualitätskriterien erfüllt.

Mit ihrer konsequenten Haltung haben die bäuerlichen Abgeordneten in der Diskussion um den geplanten und vielzitierten „Bettenstopp“ medial für viel Wirbel gesorgt. Nach der Abstimmung im Südtiroler Landtag – der entsprechende Artikel im Omnibusgesetz wurde von der Mehrheit der Abgeordneten gutgeheißen – ziehen Locher, Noggler und Vallazza in einer Aussendung eine zufriedenstellende Bilanz: „Das leidige Kapitel Bettenstopp ist vom Tisch, Urlaub auf dem ­Bauernhof (kurz UaB) darf weiterhin in der bisherigen Form bestehen bleiben und erhält durch die Einführung von Qualitätskriterien sogar noch eine Aufwertung.“

Qualitätskriterien: Bereicherung, keine bürokratische Belastung

Es sei keine unendliche Geschichte gewesen, sondern eine klare politische Haltung, die von vornherein auch als solche kommuniziert worden sei, betonen Locher, Noggler und Vallazza. Nun sei die Diskussion abgeschlossen, und es gelte, in die Zukunft zu schauen. Konkret wird es dabei um die Festlegung der Qualitätskriterien gehen, die UaB-Betriebe erfüllen müssen, um vom Bettenstopp befreit zu sein. „Und die dürften für unsere Betriebe kein Problem sein. Unsere Aufgabe wird es nun sein, auch die Ausarbeitung dieser Kriterien mit Hausverstand zu begleiten, sodass sie nicht eine Belastung etwa bürokratischer Art darstellen, sondern eine Bereicherung und ein sinnvolles Zusatzangebot für die Gäste bieten“, unterstreichen Locher, Noggler und Vallazza. 

Lange war über Sinn und Unsinn einer Bettenkontingentierung diskutiert worden, für die drei Bauernvertreter stand vor allem das drohende Damoklesschwert einer ungleichen Behandlung der UaB-Betriebe im Vordergrund. 

Die Frage, ob man Strukturen in touristischen Hochburgen mit jenen in entlegenen Gebieten vergleichen könne, lasse sich leicht beantworten. „Da der UaB schon von vornherein mit der Kubaturgrenze von 1000 beziehungsweise 1500 Kubikmetern eine Einschränkung hat und die Tätigkeit in den allermeisten Fällen lediglich einen Zuerwerb darstellt, haben wir unsere Forderung bis zuletzt mit Vehemenz verfolgt“, schreiben die drei Abgeordneten. 

Die Mandatare sehen die getroffene Entscheidung auch als einen ersten Schritt zum im Mai verabschiedeten Beschlussantrag, der Maßnahmen zur Erhaltung der Berglandwirtschaft fordert. 

„Urlaub auf dem Bauernhof ist kein klassischer Urlaub, vielmehr ist es die Möglichkeit, Mensch und Natur hautnah kennenzulernen. Ein Erlebnis, künftig vielleicht schon sogar ein Bedürfnis, damit Gäste Ruhe und Entschleunigung empfinden und dem Alltag entfliehen können“, betonen Locher, Noggler und Vallazza, die an eine Win-win-Situation für beide Seiten, Gäste und auch Bauern glauben. Angesichts der derzeit kritischen Situation auf dem Weltmarkt und steigenden Kosten bleibe der UaB eine sinnvolle, vor allem aber eine nötige Quelle des Zuerwerbs.

Schuler: Kontrollen spielen künftig eine zentrale Rolle

Landesrat Arnold Schuler, der für die geplante Bettenobergrenze viel Kritik von verschiedenen Seiten einstecken musste, ging in der Landtagsdebatte nochmals auf den Sinn und Zweck der Maßnahme ein: Die Obergrenze sei keine absolute Maßnahme, da man eine Neuzuteilung erlaube und auch die erworbenen Rechte berücksichtigen müsse, wobei Letzteren eine Frist gesetzt werde. 

Ein wichtiger Punkt seien die Kontrollen. Für diese überlege man auch eine externe Dienstleistung. In Zukunft müssten die Ankünfte und die Ortstaxenmeldungen übereinstimmen, und das sei per Knopfdruck überprüfbar. Die Neuzuweisungen beträfen die nicht verwendeten Betten von aufgelassenen Betrieben. 

Der UaB sei Teil des Konzepts, bei der Zählung und bei den Kontingenten. Die Verordnung regle auch die Betriebe, die nach 2019 entstanden seien. Es gehe nicht nur um die Unternehmensfreiheit, sondern auch um die Akzeptanz in der Bevölkerung.