„Die Nachfrage ist derzeit sehr gut“

Franz Tauferer, Obmann des Südtiroler Agrar-Maschinenringservice (SAM), erklärt, warum sich die Lage am Holzmarkt gedreht hat und eine geplante Holzernte für Waldbesitzer derzeit besonders interessant sein kann.

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Produktion

Südtiroler Landwirt: Herr Tauferer, wie beurteilen Sie die aktuelle Lage am Südtiroler Holzmarkt?
Franz Tauferer:
Der Markt hat sich ziemlich gedreht. Nach den Jahren mit viel Sturm- und Käferholz fehlt jetzt Holz, sowohl Sägerundholz als auch Brennholz. Die Sägewerke brauchen Nachschub, die Preise sind gestiegen. Für Waldbesitzer ist die Lage wieder interessanter geworden, denn sie befinden sich aktuell – anders als in den vergangenen Jahren – in einer durchaus guten Verhandlungsposition.

Was hat diesen Umschwung ausgelöst?
Durch Sturm und Borkenkäfer ist jahrelang viel Holz auf den Markt gekommen. Nun fällt deutlich weniger Käferholz an, weil das meiste Schadholz aufgearbeitet wurde. Gleichzeitig haben viele Sägewerke in den vergangenen Jahren ihre Verarbeitungskapazitäten ausgebaut. Sie brauchen weiterhin große Mengen, während am Markt weniger Rohstoff verfügbar ist. Diese Knappheit betrifft nicht nur Südtirol, sondern auch die umliegenden Länder.

Was bedeutet das für die Waldbesitzer?
Der Holzpreis ist derzeit gut. Gleichzeitig sind die Schlägerungskosten gesunken. Viele junge Waldarbeiter haben in den vergangenen Jahren investiert und suchen jetzt Arbeit. Für Waldbesitzer kommen damit zwei günstige Faktoren zusammen. Wer ohnehin eine Holzernte plant und beim Hiebsatz noch Spielraum hat, sollte deshalb jetzt aktiv werden.

Gilt das auch für schwer zugängliche Waldflächen?
Dort muss man genau rechnen. In steilen Hängen oder bei besonderen Gefahren kann die Aufarbeitung sehr teuer werden. Deshalb bleibt auch heute noch Schadholz stehen, weil sich die Nutzung wirtschaftlich nicht lohnt. Der gute Holzpreis allein löst dieses Problem nicht.

Wie sieht die Situation beim Brennholz aus?
Dort ist die Knappheit sogar noch stärker. Manche Heizwerke machen sich Sorgen, ob die verfügbaren Mengen für die Saison ausreichen. Auch beim Brennholz sind die Preise deutlich gestiegen.

Wie lange wird die günstige Marktlage anhalten?
Das lässt sich schwer vorhersagen. Ein neues Sturmereignis kann den Holzmarkt schnell verändern. Derzeit sind die Voraussetzungen für eine geplante Nutzung aber günstig: Die Nachfrage ist hoch, die Holzpreise sind gut und die Schlägerungskosten gesunken.  

Franz Tauferer: „Die aktuelle Situation spielt den Waldbesitzern in die Karten.“

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