Die Kleinkindbetreuung ist neben der Begleitung von Senioren und Menschen mit Unterstützungsbedarf das Herzstück der Sozialgenossenschaft.

Die zarten Wurzeln stärken

Die Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen, wachsen, leben“ blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Bei der diesjährigen Vollversammlung wurden eindrucksvolle Zahlen präsentiert und Weichen für die Zukunft gestellt. Das Ziel bleibt klar: die Betreuung von Kleinkindern und Senioren weiterzuentwickeln.

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SBB Bäuerinnenorganisation

Im Jahr 2025 waren südtirolweit durchschnittlich 145 Tagesmütter für die Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen, wachsen, leben“  tätig. Sie betreuten rund 750 Kleinkinder im Alter von null bis drei Jahren und leisteten dabei insgesamt 673.145 Betreuungsstunden. Auch die Seniorenbetreuung ist inzwischen ein wichtiges Standbein der Sozialgenossenschaft: Zehn Alltagsbegleiterinnen unterstützten Seniorinnen, Senioren und Menschen mit Unterstützungsbedarf. Dieser Bereich soll in Zukunft weiter ausgebaut werden, hieß es bei der Vollversammlung der Sozialgenossenschaft im Haus der Vereine in Nals. Die positive Bilanz und die Sozialbilanz unterstreichen die solide Arbeit der Genossenschaft.

Qualität im Fokus: Die neue ­Tagesmuttermappe
Um eine einheitliche und transparente Arbeit der Mitglieder der Sozialgenossenschaft der Bäuerinnen zu garantieren, wurde bei der Vollversammlung die neue Tagesmuttermappe vorgestellt. Sie dient als Leitfaden für die tägliche Arbeit und bietet klare Rahmenbedingungen für Eltern und Betreuerinnen.

  • Willkommensmappe: Enthält wichtige Infos zur Eingewöhnung, bei Krankheitsfällen und zur pädagogischen Begleitung.
  • Kinderschutzkonzept „Stark im Leben“: Ein klarer Notfallplan sichert das Kindeswohl.
  • Die „Ich-Mappe“: Ein neues Instrument, das die individuellen Lernschritte, Stärken und besonderen Momente jedes Kindes sichtbar macht.

Wechsel in der Koordination
Ein emotionaler Höhepunkt der Versammlung war der Dank an Maria Egger. Nach der Gründung im Jahr 2006 war sie die erste Koordinatorin des Tagesmutterdienstes und hat die Genossenschaft über 19 Jahre lang durch Herzblut und Loyalität geprägt. Mit
Mai 2026 übergibt sie ihre Tätigkeit an Monika Kaserer aus Schlanders. Maria Egger bleibt der Genossenschaft jedoch erhalten und bringt ihr Engagement künftig in den Dienst „Gemeinsam Alltag leben“ ein.

Blick nach vorn: Ausbildung und Strategie
Die Qualität der Dienste der Sozialgenossenschaft wird durch ständige Weiterbildung gesichert: Im Oktober 2026 startet eine neue Tagesmutter-Ausbildung an der Fachschule Kortsch. Ebenfalls im Herbst beginnt die Ausbildung für Alltagsbegleiterinnen in Zusammenarbeit mit der Landesfachschule „Hannah Arendt“ an den Standorten Meran, Bozen, Brixen und Bruneck. In einer Strategieklausur wurde zudem das neue Leitbild gefestigt. Unter dem Motto „Lernen, wachsen, leben“ stehen das familiäre Umfeld und das Erleben der Natur im Mittelpunkt. Ein neues Projekt ist die Übernahme der Spielgruppe in Laurein durch Tagesmutter Monika Feckel – ein Modell, das die Genossenschaft weiter ausbauen möchte.

Politische Unterstützung
Landesrätin Rosmarie Pamer sicherte der Sozialgenossenschaft in einer Videobotschaft ihre Unterstützung zu. Sie betonte wichtige Neuerungen wie höhere Stundensätze für Tagesmütter, neue Qualitätsstandards in der Kleinkindbetreuung sowie die Wiedereinführung des Berufsbilds der sozialen Hilfskraft. Zahlreiche Ehrengäste lobten den Einsatz der Tagesmütter. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen, das von guter Laune und der Freude an der gemeinsamen wertvollen Aufgabe geprägt war. 

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