Bienen sind für das Ökosystem und die Lebensmittelerzeugung von unschätzbarem Wert. Daher achten die Bäuerinnen und Bauern besonders auf die Bienen und setzen gezielte Maßnahmen zum Schutz der pelzigen Tierchen.

Eine Welt ohne Bienen ist undenkbar

Als Bestäuberinnen sichern Wild- und Honigbienen die Biodiversität und die Versorgung mit Lebensmitteln. Die Bäuerinnen und Bauern sind sich dieser enormen Bedeutung bewusst und setzen zahlreiche Maßnahmen, um Bienen zu schützen und ihre Populationen zu stärken. Aber auch private Haushalte können viel zum Bienenschutz beitragen. Daran erinnert der Weltbienentag am 20. Mai, der zugleich ein Dank an die vielen fleißigen Imkerinnen und Imker ist.

Lesedauer: 7
SBB Produktion

Lange Zeit ist die Bedeutung der Bienen unterschätzt worden. Erst nach und nach wurde deutlich, welch zentrale Rolle sie für Biodiversität und Ernährungssicherheit spielen. „Ohne Bienen gäbe es deutlich geringere Erträge und damit weniger Lebensmittel. Rund 80 Prozent der Wild- und Kulturpflanzen sind auf Bestäuber angewiesen“, erklärte Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser. Dabei sind sowohl die Honigbienen als auch die mehr als 600 Wildbienenarten unverzichtbar. Neben der Ernährungssicherung sind Bienen ein wesentlicher Bestandteil des Ökosystems. Durch ihre Bestäubungsleistung tragen sie maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie zur Nahrungskette für Säugetiere, Vögel und viele andere Lebewesen bei.
Auch ihre volkswirtschaftliche Bedeutung ist erheblich. Durch die Bestäubung sichern Bienen Erträge und damit Einkommen – sowohl für die Bäuerinnen und Bauern hierzulande als auch in vielen Entwicklungsländern. Laut nationalem Imkerbund generieren Honigbienen bis zu zwei Milliarden Euro an Produktionswert in der italienischen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie rund 150 Milliarden Euro an Ökosystemleistungen.

„Der Internationale Weltbienentag soll nicht nur die Bedeutung der Bienen unterstreichen, sondern ein Anlass sein, den über 4.500 heimischen Imkerinnen und Imkern zu danken. Sie betreuen mehr als 40.000 Bienenvölker und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zu den vielfältigen Aufgaben der Bienen. Ich möchte mich herzlich für die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft bedanken“, so Gasser. Neben den Imkerinnen und Imkern achten auch die Bäuerinnen und Bauern auf die Gesundheit von Wild- und Honigbienen, betonte Gasser. Dennoch stehen Bienen zunehmend unter Druck – etwa durch den Verlust von Lebensräumen. Besonders die Versiegelung von Flächen reduziert geeignete Lebensräume. Ein weiterer kritischer Faktor ist der Nahrungsmangel. „Die Landwirtschaft versucht gegenzusteuern und Bienen gezielt zu schützen – etwa durch einen verantwortungsvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, durch überlegtes Mulchen, das Anlegen von Blühstreifen sowie bienenfreundlichen Hecken, um Lebensräume und Nahrungsquellen zu schaffen.“ Auch Bienenhotels sind mittlerweile immer häufiger auf Wiesen zu sehen.
Doch auch jede und jeder Einzelne kann zum Bienenschutz beitragen: In Privatgärten sollten geeignete Nisthilfen angeboten und torffreie Erde verwendet werden. Lichtverschmutzung stört die Orientierung von Insekten – deshalb gilt: Licht aus, wenn es nicht benötigt wird. Bunte Wildblumenwiesen mit einer großen Vielfalt an nektarreichen Pflanzen bieten Bienen besonders viel Nahrung und sind ökologisch deutlich wertvoller als ein gepflegter Rasen. Kräuter und bienenfreundliche Pflanzen auf dem Balkon sind ebenfalls wertvolle Nahrungsquellen. Auf Pflanzenschutzmittel in Privatgärten sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. „Die Bienen werden es Ihnen danken!“

Weitere Artikel zu diesem Thema