Hohe Sympathiewerte für Bauern
Die Bäuerinnen und Bauern genießen großes Vertrauen und eine hohe Wertschätzung in der Südtiroler Bevölkerung. Das zeigt eine aktuelle Umfrage zur Initiative „Dein Südtiroler Bauer“, deren Kampagne in diesem Jahr rund ein Drittel der Bevölkerung erreicht hat.
Seit mehreren Jahren verfolgt die Initiative das Ziel, die Konsumenten näher an die Landwirtschaft heranzuführen und aufzuzeigen, wie Bäuerinnen und Bauern arbeiten und welchen Beitrag sie für die Gesellschaft leisten. Dafür werden jährlich neue Kommunikationsmaßnahmen ausgearbeitet – von Aktionen und Werbemitteln bis zu Auftritten in den sozialen Medien. Um die Wirkung dieser Aktivitäten zu überprüfen und ein aktuelles Stimmungsbild einzuholen, ließ der Südtiroler Bauernbund eine repräsentative Umfrage vom Bozner Meinungsforschungsinstitut „Apollis“ durchführen.
Ein Drittel kennt „Dein Südtiroler Bauer“
Zunächst wurde die Reichweite der Initiative erhoben: 26 Prozent der Befragten gaben an, „Dein Südtiroler Bauer“ sicher zu kennen, weitere 44 Prozent vermuten, sie vielleicht schon einmal gesehen oder wahrgenommen zu haben. Konkret nach der diesjährigen Kampagne zur Produktvielfalt und den Kochevents mit Barbara Prantl gefragt, bestätigten rund ein Drittel (31 %) eine klare Erinnerung. Laut den Meinungsforschern ist dies eine sehr gute Reichweite für eine nur einjährige Kommunikationsmaßnahme. Auffällig ist, dass „Dein Südtiroler Bauer“ besonders in der deutschsprachigen Bevölkerung und im ländlichen Gebiet bekannt ist. In der italienischsprachigen Bevölkerung sowie in Städten besteht hingegen noch Potenzial für eine gezielte Ansprache.
Sehr hohe Sympathiewerte
Gefragt wurde auch nach der generellen Einstellung zur Landwirtschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bäuerinnen und Bauern in Südtirol auf einen weiterhin hohen Sympathiebonus zählen können: 85 Prozent der Befragten gaben an, Sympathie für die Südtiroler Landwirtschaft zu empfinden. Dieser Wert entspricht jenen, die aus ähnlichen Imagekampagnen zur Landwirtschaft bekannt sind: Am stärksten wird die Landwirtschaft demnach als Produzent hochwertiger Lebensmittel wahrgenommen, diesen Aspekt nannten 70 Prozent der Befragten. Für 58 Prozent steht die Landschaftspflege im Vordergrund. Erst deutlich dahinter wurden Leistungen wie der wirtschaftliche Beitrag, der Fleiß der Bauernfamilien, der Erhalt von Tradition und Brauchtum genannt (jeweils 9–12 %) Ein nicht unbedeutender Anteil der Befragten – rund zwölf Prozent – erwähnten auch negative Aspekte, meist im Zusammenhang mit Umweltfragen. Positiv hervorzuheben ist, dass die Landwirtschaft, besonders bei älteren Menschen, als innovativer Wirtschaftssektor wahrgenommen wird: Drei von vier befragten Südtirolern, also 75 Prozent, halten sie für sehr oder eher innovativ.
Bestätigung durch weitere Studie
Die Ergebnisse zum Image der Landwirtschaft decken sich mit einer zeitgleich vom Südtiroler Apfelkonsortium beauftragten Befragung, in der unter anderem das Ansehen der einzelnen Landwirtschaftssektoren bewertet wurde. Obst- und Weinbau erhielten dabei eine sehr hohe Durchschnittsnote von jeweils 8,2 (auf einer Skala bis 10), die Milch- und Viehwirtschaft schnitt mit einem Wert von 8,3 sogar noch etwas besser ab. Die Ergebnisse beider Studien zeigen klar: Die Südtiroler Landwirtschaft genießt hohes Ansehen und ist fest in der Gesellschaft verankert – gleichzeitig wird sichtbar, wo noch Potenzial für eine gezieltere Kommunikation liegt.