Interreg-Projekt NAtUrA gestartet
Mehr Natur in unseren Ortschaften: Das grenzüberschreitende Projekt NatUrA startet mit einem Kick-off-Meeting in Südtirol, Kärnten und Tirol.
Auch im Alpenraum ist die Biodiversität auf dem Rückzug. Siedlungsräume können dabei einen wichtigen Beitrag zur Trendwende leisten: Mehr Natur in den Ortschaften schafft Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, stärkt die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und erhöht die Lebensqualität der Bevölkerung. Geeignete Werkzeuge für kleine Siedlungen fehlen jedoch noch weitgehend. „Für Städte gibt es bereits Studien und Best-Practice-Beispiele, doch für ländliche Gebiete und kleine Ortschaften wurde das Thema bisher kaum aufgegriffen“, erklärt Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz. „Mit dem Projekt NatUrA wollen wir diese Lücke schließen – nicht nur auf dem Papier, sondern mit konkreten Maßnahmen, die wir in verschiedenen Kleingemeinden in Südtirol, Kärnten und Tirol erproben.“
Am 11. und 12. Juni fand in Bozen, in den Räumlichkeiten der Stiftung Südtiroler Sparkasse, das Auftakttreffen des Interreg-Italia-Österreich-Projekts NatUrA – Nature in Urban Areas statt. Das Projekt wird vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz koordiniert und gemeinsam mit einem breiten grenzüberschreitenden Partnernetzwerk umgesetzt: Ökoinstitut Südtirol, Plattform Land und Bildungshaus Kloster Neustift für Südtirol, die Stadt Villach und der Verein Naturpark Dobratsch für Kärnten sowie die Universität Innsbruck für Tirol. Ziel ist es, in den Pilotgemeinden konkrete Maßnahmen für die Biodiversität umzusetzen – unter Einbindung der lokalen Bevölkerung und mit gezielter Unterstützung, Fortbildung und Wissensaufbau für Gemeindepersonal und Fachleute aus dem Bereich Grünraumplanung.
Die Handlungsfelder sind vielfältig: von der Reduzierung der Bodenversiegelung über eine biodiversitätsfreundliche Bauweise bis hin zur naturnahen Pflege von Grünflächen mit Blick auf die Artenauswahl und eine insekten-, vogel- und kleintierschonende Bewirtschaftung. Diese Maßnahmen sollen gleichzeitig die Biodiversität fördern, die Klimaresilienz stärken und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern. Denn kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen – und Gemeinden können dabei Vorreiter und Vorbilder für Bevölkerung und Privatwirtschaft sein. Ein Wandel, der nicht nur technisch, sondern auch kulturell ist. Begleitend sind zahlreiche Bildungsangebote geplant, von Fachveranstaltungen für Profis bis zu erlebnisorientierten Formaten für Kinder und Jugendliche. In den kommenden Monaten starten die Bürgerbeteiligungsprozesse in den Gemeinden Kurtinig an der Weinstraße, Jenesien, Marling und Niederdorf in Südtirol, in Villach, Bad Bleiberg, Nötsch und Arnoldstein in Kärnten sowie in einer noch zu bestimmenden Tiroler Gemeinde. Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des grenzüberschreitenden Kooperationsprogramms Interreg Italia-Österreich kofinanziert. Für die finanzielle Unterstützung bei der Projektentwicklung dankt der Dachverband für Natur- und Umweltschutz der Stiftung Südtiroler Sparkasse.