Landesrat Luis Walcher hat sich auch für den Rest der Amtsperiode einiges vorgenommen. 

Landwirtschaft vielfältig stärken

Landesrat Luis Walcher hat Bilanz über zweieinhalb Jahre Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft gezogen. Im Mittelpunkt der Pressekonferenz in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff standen starke Familienbetriebe, widerstandsfähige Wälder und Investitionen in den ländlichen Raum.

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Politik

Landesrat Luis Walcher will die kleinstrukturierte Landwirtschaft stärken und den ländlichen Raum langfristig absichern. Bei seiner Halbzeit-Pressekonferenz am 8. Juli in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff blickte er auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zurück und stellte die Schwerpunkte für die zweite Hälfte der Legislatur vor. In der Landwirtschaft gehe es vor allem darum, möglichst vielen Familienbetrieben ein gutes Auskommen zu ermöglichen. Dafür brauche es verlässliche Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine faire Anerkennung der Leistungen für Landwirtschaft, Landschaftspflege und den ländlichen Raum, betonte Walcher.

Höfegesetz angepasst
Zu den bisherigen Maßnahmen zählt die Anpassung des Höfegesetzes. Dabei wurde die aktive Bewirtschaftung der Höfe stärker berücksichtigt. Zudem wurden Vollerwerbs- und Kleinbetriebe gezielt unterstützt und die Weideprämie wieder eingeführt. Sie soll die Milch- und Almwirtschaft stärken. Auch Mittel aus dem staatlichen Wiederaufbauplan PNRR wurden eingesetzt. Für Maschinenförderung, Modernisierung und Präzisionslandwirtschaft standen insgesamt 15 Millionen Euro zur Verfügung. 736 Südtiroler Landwirtinnen und Landwirte stellten ein Gesuch.

Viehaufzucht weiter stärken
In den kommenden Jahren will Walcher vor allem die Berg- und Almwirtschaft sowie die Viehaufzucht weiter stärken. Ein wichtiger Punkt ist auch die Gemeinsame Agrarpolitik der EU für den Zeitraum 2028 bis 2034. Walcher kündigte an, sich für eine langfristige Sicherung der Leistungsentgelte für die kleinstrukturierte Landwirtschaft einzusetzen. Daneben soll die Vermarktung Südtiroler Agrarprodukte verbessert werden. Hochwertige heimische Lebensmittel sollen einen fairen Preis erzielen. Für junge Menschen sollen zudem attraktive Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven im ländlichen Raum entstehen. Als Beispiel nannte Walcher das Versuchszentrum Laimburg, das Forschung, Innovation und qualifizierte Arbeitsplätze verbindet.

Neue Instrumente für die Wald-Förderung
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Forstwirtschaft. Mit dem Waldfonds und dem Holzbaufonds wurden zwei neue Förderinstrumente geschaffen. Der Waldfonds unterstützt die Pflege, Stabilisierung und Anpassung der Wälder. Der Holzbaufonds soll den Einsatz von heimischem Holz fördern und die regionale Wertschöpfung stärken. Neue Förderrichtlinien unterstützen Waldbäuerinnen und Waldbauern außerdem bei der Bekämpfung des Borkenkäfers und bei der nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Wälder. Geschädigte Bestände sollen stabilisiert und die Widerstandskraft der Wälder erhöht werden. Besonders wichtig bleibt die Pflege der Schutzwälder. Wie notwendig sie ist, hat sich heuer unter anderem im Gadertal gezeigt. Auch das ländliche Wegenetz soll gestärkt werden. Neue Richtlinien sehen vor, besonders jene Gemeinden stärker zu unterstützen, die ein großes Wegenetz erhalten müssen. Funktionierende Wege sind eine Voraussetzung für die Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Flächen, für die Erreichbarkeit abgelegener Gebiete und für die Lebensqualität in den Dörfern. Im Wildtiermanagement wurden ebenfalls neue Schritte gesetzt. Dazu zählen die Einrichtung der Wildbeobachtungsstelle und die ersten regulären Wolfsentnahmen auf italienischem Staatsgebiet am 12. August 2025 und am 5. Juli 2026.
In der zweiten Hälfte der Legislatur sollen die Investitionen in Schutzwald, Waldbrandprävention sowie Beregnungs- und Löschbecken weiter steigen. Gleichzeitig will das Land das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes und des Waldeigentums stärken. Dazu dienen die mehrjährige Kommunikationskampagne „Waldatem“, die im Frühjahr gestartet ist, und die Neuausrichtung der Initiative „Kennst du deine Heimat“. Heimisches Holz soll künftig noch stärker im öffentlichen und privaten Bau sowie zur Energiegewinnung in Form von Hackschnitzeln eingesetzt werden. Eine Ausweitung des Holzbaufonds soll zusätzliche Anreize schaffen und regionale Wertschöpfungsketten festigen. Für Walcher sind Investitionen in Landwirtschaft, Wald und ländlichen Raum eine zentrale Zukunftsaufgabe. Sie sollen Betriebe absichern, Arbeitsplätze erhalten, die Folgen des Klimawandels abfedern und stabile Grundlagen für kommende Generationen schaffen.

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