Arbeitsgruppe Frauen in der Landwirtschaft am Rande der Tagung „Forschung & Praxis im Dialog“

Sichtbarkeit, Teilhabe und Innovation

Wie gestalten Bäuerinnen die Landwirtschaft? Dieser Frage widmete sich der Fachabend „Forschung & Praxis im Dialog“ am 15. Oktober am Versuchszentrum Laimburg. Vorgestellt wurde bei dieser Gelegenheit auch die Sonderausgabe „Südtiroler Landwirtin“.

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Bäuerinnenorganisation

Mit dem Internationalen Jahr der Bäuerin und Landwirtin 2026 rücken die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft weltweit verstärkt in den Fokus. Vor diesem Hintergrund haben das Versuchszentrum Laimburg, die Südtiroler Bäuerinnenorganisation, der Landesbeirat für Chancengleichheit sowie das Frauenmuseum Meran am 15. Oktober den Fachabend „Forschung & Praxis im Dialog“ organisiert. Die Veranstaltung im Felsenkeller des Versuchszentrums Laimburg bildete den Höhepunkt des Themenjahres. Die Bedeutung weiblicher Mitbestimmung unterstrich Landesbäuerin Antonia Egger bei der Eröffnung. Die Sichtbarkeit der Leistungen von Bäuerinnen müsse mit einer stärkeren Beteiligung an agrarwirtschaftlichen und agrarpolitischen Entscheidungsprozessen einhergehen. Eine gleichwertige Vertretung auf allen Ebenen sei Voraussetzung dafür, dass die Erfahrungen und Kompetenzen von Frauen in die Gestaltung der Landwirtschaft von morgen einfließen können. In dieselbe Richtung argumentierte Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit für Frauen. Chancengleichheit bedeute nicht nur Anerkennung bereits erbrachter Leistungen, sondern auch die Schaffung struktureller Rahmenbedingungen für Mitbestimmung und Entwicklungsmöglichkeiten. Diesen Zielsetzungen widmet sich auch die 2025 gegründete Arbeitsgruppe „Frauen in der Landwirtschaft“, in der Vertreterinnen der Südtiroler Bäuerinnenorganisation, des Versuchszentrums Laimburg, des Landesbeirats für Chancengleichheit für Frauen und des Frauenmuseums Meran zusammenarbeiten. Die Initiative versteht das Internationale Jahr als Impuls, um weibliche Perspektiven sichtbarer zu machen und den Wissenstransfer zwischen Forschung, Praxis und Gesellschaft zu stärken.

Die globale Dimension dieser Fragestellungen zeigte Agronomin Jutta Staffler auf. In ihrem Vortrag zur Ernährungssicherheit verdeutlichte sie die zentrale Rolle von Frauen entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette. Frauen leisten weltweit einen wesentlichen Beitrag zur landwirtschaftlichen Produktion, Lebensmittelverarbeitung und Versorgung von Familien. Gleichzeitig bestehen strukturelle Benachteiligungen bei Einkommen, sozialer Absicherung und Teilhabemöglichkeiten. Die Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft ist daher nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern auch ein wichtiger Baustein für resiliente Ernährungssysteme. Wie eng Forschung und Praxis miteinander verknüpft sind, zeigte Cecilia Mittelberger, Leiterin der Arbeitsgruppe MultiOmics Data Science am Versuchszentrum Laimburg und Bäuerin auf dem Ritten. Anhand aktueller Entwicklungen in der Pflanzenzüchtung erläuterte sie die Bedeutung innovativer Verfahren zur Anpassung landwirtschaft-
licher Kulturen an die Herausforderungen des Klimawandels. Ihr Beitrag verdeutlichte, wie wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen einander ergänzen. Luis Walcher, Landesrat für Landwirtschaft, betonte in seinen Grußworten die zentrale Bedeutung der Frauen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Landwirtschaft. Die Bewältigung aktueller Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit, Ernährungssicherheit erfordere die Nutzung des Wissens, der Erfahrungen und der Innovationskraft aller Akteurinnen und Akteure des Sektors. Auch Sabine Öttl, Leiterin des Instituts für Pflanzengesundheit am Versuchszentrum Laimburg, hob hervor, dass wissenschaftliche Forschung, technologische Innovation und praxisnahe Lösungsansätze entscheidende Faktoren für die Weiterentwicklung der Landwirtschaft sind. Frauen sollten dabei nicht nur Adressatinnen dieser Entwicklungen sein, sondern ihre Perspektiven aktiv in Forschungs-, Innovations- und Entscheidungsprozesse einbringen.

Vorstellung „Südtiroler Landwirtin“
Ein besonderer Schwerpunkt des Abends lag auf der Vorstellung der Sonderausgabe „Südtiroler Landwirtin“, die im Rahmen des Internationalen Jahres der Bäuerin erschienen ist. Die Publikation versteht sich als Zeichen für mehr Sichtbarkeit von Frauen in der Landwirtschaft. Sie zeigt die Vielfalt ihrer Aufgaben, Perspektiven und Kompetenzen auf und verdeutlicht, dass Frauen die Zukunft der Landwirtschaft auf den Höfen, in der Forschung, in Verbänden und in Entscheidungsgremien wesentlich mitgestalten. Damit greift sie zentrale Anliegen des Internationalen Jahres der Bäuerin und Landwirtin auf: Anerkennung, Teilhabe und Sichtbarkeit. Auf www.baeuerinnen.it findet sich mehr zur Tagung „Forschung & Praxis im Dialog“. 

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