Sozialberatung | 19.01.2022

Einheitliche Familienleistung

Die einheitliche Familienleistung („assegno unico“) ist eine finanzielle Unterstützungsmaßnahme mit jährlicher Laufzeit für Familien. Die Höhe des monatlichen Beitrags ist an die staatliche Einkommens- und Vermögens­lage laut ISEE-Erklärung sowie an variable Faktoren gekoppelt.

Die einheitliche Familienleistung ersetzt eine Reihe von bisher üblichen Prämien.

Die einheitliche Familienleistung ersetzt eine Reihe von bisher üblichen Prämien.

Ab Jänner 2022 wird die Geburtenprämie, ab März 2022 das zusätzliche staatliche Familiengeld ab drei minderjährigen Kindern, das Familiengeld auf Lohnstreifen, die Familienzulage der Bauern sowie die Steuerfreibe­träge für Kinder unter 21 Jahren durch den „assegno unico“ abgelöst. Für zu Lasten lebende Familienmitglieder und Kinder von über 21 Jahren bleiben die Steuerfreibeträge erhalten. Die Überbrückungsmaßnahme und der automatische Zuschlag auf das Familiengeld auf dem Lohnstreifen wurden bis Ende Februar 2022 verlängert. Der Kleinkinderbetreuungsbonus „Bonus Asilo Nido“ bleibt ­erhalten.

Wer die neue einheitliche Familienleistung erhält

Die einheitliche Familienleistung wird ausbezahlt für jedes zu Lasten lebende minderjährige Kind oder ab dem siebten Schwangerschaftsmonat, für jedes zu Lasten lebende beeinträchtigte Kind (ohne Altersgrenze) oder für jedes zu Lasten lebende erwachsene Kind bis zum Alter von 21 Jahren, das sich in einer der folgenden Situationen befindet:

  • eine schulische oder berufliche Ausbildung oder ein Studium absolviert;
  • sich in einem Praktikum oder einer Beschäftigung befindet und ein Gesamteinkommen von weniger als 8000 Euro pro Jahr hat;
  • bei der öffentlichen Arbeitsvermittlung als arbeitslos und arbeitssuchend gemeldet ist;
  • den allgemeinen Zivildienst leistet.

Voraussetzungen

Um das Ansuchen stellen zu können, muss der Antragssteller ab dem Ansuchen und für den gesamten Auszahlungszeitraums eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen: Bezüglich der Staatsbürgerschaft muss der Antragsteller entweder die italienische Staatsbürgerschaft oder die Staatsbürgerschaft eines EU-Landes besitzen (oder ein Familienmitglied sein), über eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (auch eines anderen EU-Staates) oder eine Arbeits- oder Studiengenehmigung für Italien für einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten verfügen. Wer den Antrag stellt, muss zudem in Italien der Einkommenssteuerpflicht unterliegen, in Italien wohnhaft sein und dort auch seinen Wohnsitz haben oder seit mindestens zwei Jahren in Italien ansässig sein oder gewesen sein (auch wenn nicht ununterbrochen) oder einen unbefristeten oder befristeten Arbeitsvertrag mit einer Mindestlaufzeit von sechs Monaten haben.

Antragstellung

Der Antrag kann ab 1. Jänner 2022 von einem Elternteil gestellt werden, welcher die elterliche Verantwortung trägt, unabhängig davon, ob er mit dem Kind zusammenlebt. Zustehende Beträge volljähriger Kinder können direkt an diese ausgezahlt werden. Für die Ansuchen, welche im Jänner und Februar gestellt wurden, wird der Beitrag ab März ausbezahlt (15.–21. März 2022). Ansuchen, welche bis zum 30. Juni gestellt werden, werden auch rückwirkend ausbezahlt. Ansuchen, die ab dem 1. Juli gestellt werden, werden ab dem darauffolgenden Monat gewährt. 

Höhe des Beitrags

Die Höhe des Beitrags hängt von mehreren Faktoren ab: Je nach ISEE-Einkommenswert werden verschiedene Beträge ausgezahlt. Die Beträge werden erhöht ab dem dritten Kind, bei einer Familie mit vier oder mehr Kindern, für Mütter unter 21 Jahren, für den Fall, dass beide Eltern ein Arbeitseinkommen beziehen, sowie für Kinder mit Beeinträchtigung.

ISEE-Erklärung: Regeln für nachträgliche Abgabe

Falls zum Zeitpunkt des Ansuchens keine gültige ISEE-Erklärung vorhanden ist, gelten folgende Regeln: Falls die ISEE-Erklärung bis zum 30. Juni nachgereicht wird, werden die eventuellen Erhöhungen für die vergangenen Monate ab März rückwirkend ausbezahlt. Falls die ISEE-Erklärung nach dem 30. Juni gemacht wird, werden die eventuell erhöhten Beiträge ab dem Zeitpunkt der ISEE-Einreichung gewährleistet. Falls die ISEE-Erklärung nicht gemacht wird oder der Wert über 40.000 Euro liegt, wird der Mindestbetrag ausbezahlt (50 Euro pro minderjährigem Kind und 25 Euro pro volljährigem Kind). 

Auszahlung des Beitrags

Die Auszahlung des Beitrags kann entweder zu 100 Prozent einem Elternteil ausbezahlt werden oder auf beide Elternteile jeweils zu 50 Prozent aufgeteilt werden. Möglich sind die Auszahlung an eine IBAN (Bank, Post, Kreditkarte mit IBAN, Sparbuch mit IBAN), eine IBAN in Länder mit SEPA und die Bar­auszahlung bei der Post. Änderungen sind vorbehalten. 

_________________
Die Auflistung der notwendigen Unterlagen für das Abfassen der ISEE-Erklärung ist im Internet unter http://bit.ly/isee2022 abrufbar.


Ersatz für Kinder-Absetzbeträge

Im Rahmen der Steuerreform 2022 gelten die bisherigen Steuerabsetzbeträge für zu Lasten lebende Kindern nur mehr bis Februar 2022. Ab dem März des heurigen Jahres werden die Absetzbeträge für Kinder bis zum 21. Lebensjahr durch die einheitliche Familienleistung („assegno- unico“) ersetzt (siehe dazu eigenen Beitrag). Für Kinder über 21 Jahren gelten weiterhin die Absetzbeträge, jedoch mit einigen Änderungen. So fallen die Erhöhung von 400 Euro bei Kindern mit Beeinträchtigung und die 200 Euro für jedes weitere Kind ab dem zweiten weg. Der zusätzliche Absetzbetrag von 1200 Euro bei mindestens vier zu Lasten lebenden Kindern fällt ebenso weg.