Sozialberatung | 19.01.2022

Neuerungen im Sozialbereich

Das staatliche Bilanzgesetz (Nr. 234/22) hat einige vorteilhafte Änderungen mit sich gebracht. Weitere I­nformationen und Programmanpassungen von Seiten des INPS sind noch ausständig.

Das Arbeitslosengeld „NASpI“ gilt jetzt auch für Beschäftigte von Genossenschaften.

Das Arbeitslosengeld „NASpI“ gilt jetzt auch für Beschäftigte von Genossenschaften.

Im Rentenbereich gibt es einige Neuerungen und Verlängerungen, welche in der Folge kurz aufgeschlüsselt werden. Zum einen gibt es neue Rentenformen, zum anderen werden bestehende Rentenformen verlängert.

Neue Rentenformen ab sofort möglich

Neu ist die Rente mit der „Quote 102“, beansprucht werden kann diese mit mindestens 64 Jahren und 38 Beitragsjahren, welche innerhalb 2022 erreicht werden.
Neu ist auch die vorgezogene Rente für Arbeiter von Betrieben in wirtschaftlicher Krise: Ab einem Alter von 62 Jahren können Arbeiter von Mittel- und Kleinbetrieben in wirtschaftlicher Krise diese vorgezogene Rente beanspruchen. 

Verlängerung bestehender Rentenformen

Weiterhin geben wird es die Rente mit Sonderregelung für Frauen „Opzione Donna“: Die Rentenform wird bis 31. Dezember 2021 verlängert, innerhalb dieses Zeitraums müssen die folgenden Bedingungen erfüllt werden: Lohnabhängige müssen mindestens 35 Beitragsjahre haben und 58 Jahre alt sein. Die Wartezeit beträgt zwölf Monate. Selbstständige hingegen müssen ein Jahr älter sein und die Wartezeit beträgt 18 Monate. 

Schulpersonal, welches innerhalb 2021 die Voraussetzungen erreicht hat, kann noch innerhalb 28. Februar 2022 den Antrag um Versetzung in den Ruhestand stellen. Bestehen bleibt auch die Rentenform „APE Sociale“, sie wird mit mindestens 30 bzw. 36 Beitragsjahren und einem Mindestalter von 63 Jahren für das Jahr 2022 verlängert. Die Rentenform wird auf weitere 23 Berufsgruppen (Schwerstarbeiten lt. Istat-Kodizes) ausgedehnt. Die erforderlichen Beitragsjahre werden von 36 auf 32 gesenkt. Die Ermächtigungsanträge sind innerhalb 31. März, 15. Juli oder 30. November zu stellen.

Familienleistungen: Mutterschaftsgeld ausgeweitet

Auch bei den Familienleistungen gibt es – neben der einheitlichen Familienleistung „assegno unico“ (siehe eigenen Artikel) – einige Neuerungen. Die obligatorische Vaterschaft von zehn Tagen gilt nun unbefristet. 

Für Beschäftige als Co.Co.Co., Freiberufler in der Separatverwaltung, Freiberufler in den entsprechenden Berufskassen und Selbstständige (Landwirtschaft, Handel, Handwerk), die im Vorjahr der Mutterschaft ein steuerpflichtiges Einkommen von weniger als 8145 Euro (zzgl. der jährlichen Istat-Anpassungen) erklärt haben, wird das Mutterschaftsgeld ab 2022 für weitere drei Monate nach Ende der obligatorischen Mutterschaft gewährt.

Arbeitslosengeld: „NASpI“ jetzt für mehr Beschäftigte

Ab dem 1. Jänner 2022 (Arbeitsende) sind auch die unbefristet beschäftigten landwirtschaftlichen Arbeiter der Genossenschaften und ihrer Vereinigungen, die landwirtschaftliche und tierzüchterische Erzeugnisse verarbeiten, bearbeiten und vermarkten, berechtigt, um das Arbeitslosengeld „NASpI“ anzusuchen. 

Bisher galt für diese Personen das landwirtschaftliche Arbeitslosengeld. Das „NASpI“ wird für jene Personen, die seit dem 1. Jänner 2022 arbeitslos gemeldet sind, erst ab dem sechsten Monat um drei Prozent monatlich reduziert. Für jene, die bei der Antragstellung 55 Jahre alt sind, greift die monatliche Reduzierung erst ab dem achten Monat.

Weitere Informationen gibt es auch unter www.sbb.it/patronat