Südtiroler Landwirt, Produktion | 17.02.2022

Vorschläge für einen besseren Klimaplan

Vorrang für regionale Lebensmittel, „Carbon Farming“, mehr Holz und Biomasse aus heimischen Wäldern sowie Wirtschaftsdünger im Obst- und Weinbau: Das sind einige Vorschläge des ­Südtiroler Bauernbundes für den neuen Landes-Klimaplan.

Ein Projekt zur stärkeren Bindung von CO2 in Biomasse ist in Ausarbeitung . Foto: Agrarfoto.com

Ein Projekt zur stärkeren Bindung von CO2 in Biomasse ist in Ausarbeitung . Foto: Agrarfoto.com

Die Landesverwaltung arbeitet derzeit am „Klimaplan Energie Südtirol 2050“. Der Klimaplan enthält die Maßnahmen Südtirols zum Klimaschutz und soll wesentlicher Baustein zur Erreichung der Klimaziele sein. Das Strategiedokument ersetzt den Klimaplan des Landes von 2011. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Energiesystem in Südtirol. Die Nutzung fossiler Brennstoffe ist Hauptverursacher für den Ausstoß von Treibhausgasen. Der Klimaplan umfasst 100 Maßnahmen in sechs Bereichen, um den Energieverbrauch im Land zu senken und die Erzeugung grüner Energien zu fördern. Es handelt sich dabei überwiegend um für die öffentliche Verwaltung umsetzbare regulatorische Maßnahmen. Über eine Webseite (www.klimaland.bz) können alle Interessierten die geplanten Maßnahmen bewerten. Der Südtiroler Bauernbund hat seine Anmerkungen zum Landes-Klimaplan eingereicht und eigene Vorschläge hinterlegt. 

Biomasse, Photovoltaik und Wasserstoff

Ein zentrales Vorhaben im Klimaplan ist die Förderung und stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien. Der Bauernbund befürwortet dieses Anliegen und weist auf das große Potenzial in der Landwirtschaft hin. Landesobmann Leo Tiefenthaler unterstreicht: „Die Photovoltaik-Offensive, die Verwendung von  Biomasse aus Holz  und die Nutzung der Wasserkraft zeigen, dass die Landwirtschaft bei den erneuerbaren Energieträgern vorangeht.“ 

Weitere Anreize braucht es für den Ausbau der Photovoltaik-Versorgung und die Nutzung von Biogas und grünem Wasserstoff. Die dezentrale Herstellung und Speicherung von Wasserstoff für den Betrieb landwirtschaftlicher Maschinen und Fahrzeuge soll durch Pilotprojekte unterstützt werden. 

Sogenannte Energy-Communities sollen vom Land gefördert und unterstützt werden. Dabei handelt es sich um Zusammenschlüsse von Energieerzeugern und Energieverbrauchern, in denen alle Mitglieder der Gemeinschaft die selbst erzeugte, erneuerbare Energie zunächst so weit wie möglich selbst nutzen und dann erst etwaige Überschüsse an die Gemeinschaft weitergeben (siehe auch unter http://bit.ly/energy-communities).

Auch die Vergabe von kleinen und mittleren Konzessionen für Ableitungen für hydroelektrische Zwecke und insbesondere Mehrfachnutzungen müssen forciert werden, um die angestrebten Klimaziele zu erreichen. Hierzu hätte die Landesregierung bereits seit fünf Jahren eine vereinfachte Konzessionsvergabe festlegen sollen, so wie es im benachbarten Trentino schon seit über zehn Jahren der Fall ist. 

Erleichtern will das Land den Anschluss von Gebäuden ans Fernwärmenetz. In diesem Zusammenhang unterstreicht der Bauernbund das Potenzial der Landwirtschaft, durch vorhandene Biomasse und Dachflächen zur Wärmeversorgung im ländlichen Raum mit erneuerbaren Energien wesentlich beitragen zu können. 

In den Fernwärmewerken soll der Biomasse-Anteil aus Südtiroler Wäldern um 20 Prozent gesteigert werden. Auch fordert der Bauernbund die konkrete Anwendung des Biomasse-Abkommens mit dem vereinbarten Schüttraummeterpreis und die Umsetzung der Holzstrategie. 

Den ganzen Bericht finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 3 des „Südtiroler Landwirt“ vom 18. Februar ab Seite 12 oder online auf „meinSBB“.