Produktion | 03.03.2022

Förderung für Käferbäume

Die massive Vermehrung des Borkenkäfers schwächt die Wälder in Südtirol und führt zum Absterben der Bäume. Die Landesregierung hat hinsichtlich des bevorstehenden Frühlings Zuschüsse für die Bekämpfung des Schädlings genehmigt.

Der Borkenkäfer richtet in Südtirols Wäldern schon jetzt großen Schaden an.

Der Borkenkäfer richtet in Südtirols Wäldern schon jetzt großen Schaden an.

Südtirols Wälder leiden weiter unter dem Borkenkäfer. Die Forstbehörde blickt dem Frühling mit Sorge entgegen, denn mit der ersten Wärmewelle ist ein massives Ausfliegen der überwinterten Borkenkäfer zu befürchten. 

Was der Borkenkäfer anrichtet

Der fliegende Buchdrucker gehört zur Familie der Borkenkäfer und ist für das Absterben der Bäume verantwortlich. Er bohrt Gänge unter die Rinde der Bäume und unterbricht den Pflanzensaftfluss, was zur Schwächung und in der Folge zum Sterben der Bäume führen kann. 

Befallen werden in der Regel frische, liegende Bäume oder abgeschwächte stehende Fichten. Günther Unterthiner, Direktor der Abteilung Forstwirtschaft, warnt alle Waldbesitzer: „Es müssen unbedingt alle Vorbeugemaßnahmen getroffen werden, um eine weitere Verbreitung des Käfers und die folgende Schwächung unserer Wälder zu verhindern.“

Verschlechterung der Lage möglich

Bekanntlich haben sich die Borkenkäfer in den vergangenen Monaten in Südtirols Wäldern stark vermehrt. Besonders betroffen sind das Gadertal und das Oberpustertal, wo Flächen von über 500 Hektar befallen sind. 

Landesrat Arnold Schuler erklärt die aktuelle Lage: „Das Windwurfereignis Vaia und weitere Unwetter- sowie Schneedruckereignisse der vergangenen Jahre haben einen idealen Lebensraum für die Vermehrung des Buchdruckers geschaffen. Die Lage könnte sich in den kommenden Monaten verschlechtern.“ 

Nach Vaia folgten zwei Jahre Populationsaufbau, in denen lediglich liegende Stämme befallen wurden. Von Käfernestern war bis dato keine Spur. Im vergangenen Sommer fand dann unter optimalen Wetterbedingungen eine Massenvermehrung statt, bei der vorzüglich stehende Bäume befallen wurden, da die liegenden nicht mehr bruttauglich waren.

Zuschüsse für Waldbesitzer

Die Landesregierung hat nun beschlossen, die Waldbesitzer zu unterstützen. Auf Vorschlag von Arnold Schuler sind Zuschüsse für Maßnahmen zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten bei Waldbäumen genehmigt worden. 

„Ziel ist es, den Wald in seinen Funktionen nachhaltig zu erhalten, zu schützen und zu pflegen“, unterstreicht Schuler. Diese zusätzlichen Zuschüsse betreffen ausschließlich Fichtenbäume, die als Fangbäume den Maßnahmen zur Eindämmung des Borkenkäfers dienen, indem sie einen Schutz für die dahinter stehenden Bäume bilden. 

Ein Fangbaum ist ein gesunder und vitaler Baum, der gefällt, regelmäßig kontrolliert und bei Borkenkäferbefall rechtzeitig entrindet wird. Beiträge gibt es folglich für Schlägerungen, Kontrollen und Entrindungen von Fangbäumen sowie für das Zerschneiden von bruttauglichen Fichten, die ideale Feuchtigkeitsbedingungen für die Entwicklung der Borkenkäferlarven haben oder bereits befallen wurden. Die beiden Maßnahmen sind nicht kumulierbar.

Der vorgesehene Zuschuss beträgt den Wert des Fangbaums und jenen der im Wald zurückgelassenen bruttauglichen Stämme. Für Fangbäume wurde die Summe von 80 Euro und für bruttaugliche Stämme von 20 Euro festgelegt. 

Anspruchsberechtigt sind Waldeigentümer und -besitzer, die im Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Unternehmen eingetragen sind. Die Förderungen sind nicht mit den Beiträgen für die Bringung von Schadholz kombinierbar. 

Die Gesuche müssen auf dem vom Landesamt für Bergwirtschaft bereitgestellten Vordruck verfasst und bei der zuständigen Forststation eingereicht werden.  


Weitere Informationen und den Link zu einem Leitfaden und Video finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 4 des „Südtiroler Landwirt“ vom 4. März ab Seite 20online auf „meinSBB“ oder in der „Südtiroler Landwirt“-App.