Produktion, Südtiroler Landwirt | 17.03.2022

Futterqualität 2021

Etwas weniger Ertrag, dafür aber bessere Qualitäten beim Heu: So sah der erste Schnitt im letzten Jahr aus. Die beiden Folgeaufwüchse zeigten ein gutes Ertrags- und Qualitätsniveau in ganz Südtirol. von Laura Nocker, Ulrich Figl, Paul Mittermair, Evelyn Soini, Aldo Matteazzi, Giovanni Peratoner, Versuchszentrum Laimburg

Das Versuchszentrum Laimburg erhebt jährlich an mehreren Standorten in Südtirol die Futterqualität und den Ertrag. Foto: VZL

Das Versuchszentrum Laimburg erhebt jährlich an mehreren Standorten in Südtirol die Futterqualität und den Ertrag. Foto: VZL

Seit fast 20 Jahren untersucht das Versuchszentrum Laimburg die potenzielle Futterqualität (vor der Futterkonservierung) des ersten Aufwuchses ab Beginn Schossen (= „Weidestadium“, 15 Zentimeter mittlere Wuchshöhe), um den Landwirtinnen und Landwirten eine Entscheidungshilfe zur Bestimmung des optimalen Schnittzeitpunktes zu geben. Dabei muss jedes Jahr als Einzelfall angegangen werden, weil die wechselnden Witterungsverhältnisse im Frühjahr und Frühsommer jährlich erneut eine Herausforderung darstellen. Seit 2016 werden auch die Futterqualität und der Ertrag der beiden Folgeaufwüchse erhoben. Erstmals werden die Ergebnisse dazu präsentiert. Die entsprechende Beschreibung startet drei Wochen nach dem Schnitt des vorherigen Aufwuchses.

Festlegung des Schnittzeitpunktes

Die Futterernte bildet einen Kompromiss zwischen maximalem Ertrag und guter Futterqualität. Da beide Faktoren grundsätzlich gegensätzlich verlaufen – d. h., der Ertrag nimmt zu, während sich die Qualität verschlechtert – muss so lange zugewartet werden, bis der optimale Zeitpunkt erreicht ist. In der Praxis ist dabei auch die Witterung ein entscheidender Einflussfaktor. Letztlich kann die Futterqualität noch durch Ernteverluste oder Verschmutzung durch Erde beeinträchtigt werden, wobei diese beiden Faktoren in der vorliegenden Untersuchung nicht berücksichtigt wurden.

Wetterverlauf 2021

Die Wintermonate Jänner und Februar präsentierten sich niederschlagsreich. Der Jänner war zudem sehr kalt. Daraufhin folgte ein Februar mit Temperaturen, die leicht über dem langjährigen Referenzwert lagen. Im März, in dem in tiefen Lagen üblicherweise bereits der Beginn der Vegetationsperiode zu verzeichnen ist, war es dafür deutlich zu trocken, während die Temperaturen teils ausgeglichen, teils zu kühl waren. Auch der Folgemonat April war im Vergleich zum langjährigen Mittel von kühlen und trockenen Verhältnissen gekennzeichnet. Dies wirkte sich besonders stark auf den späteren Beginn der Probenahme in den höher gelegenen Standorten Glurns, Sexten und Villanders aus. In den tieferen Standorten wie Salern und Völser Aicha hingegen wurde mit der Beprobung etwa ungefähr eine Woche früher als im langjährigen Durchschnitt begonnen. Dies bestätigt wiederum den nahezu seit 20 Jahren zu verzeichnenden Trend von einem allgemein früheren Vegetationsbeginn an diesen beiden Standorten. Das Wachstum wurde im vergangenen Jahr in den darauffolgenden Wochen aber stark gebremst, da auch im Monat Mai nicht annähernd die sonst üblichen Durchschnittstemperaturen (Temperaturen um rund zwei Grad Celsius unter dem Durchschnitt) erreicht wurden. Die Niederschläge fielen dabei allerdings höher aus als im langjährigen Mittel. 


Den ganzen Bericht sowie ein 30-seitiges Spezial zum Thema "Futterbau und Grünlandpflege" finden
 Sie ab Freitag in der Ausgabe 5 des „Südtiroler Landwirt“ vom 18. März ab Seite xx,online auf „meinSBB“ oder in der „Südtiroler Landwirt“-App.