Wirtschaft | 06.04.2022

Erhöhung der Milch-Auszahlungspreise notwendig

Damit Südtirols Milchbauern und Milchbäuerinnen langfristig überleben können, müssen dringend die Milch-Auszahlungspreise angehoben werden. Dafür machen sich die Handelskammer Bozen, der Hoteliers- und Gastwirteverband sowie der Südtiroler Bauernbund stark.

Leo Tiefenthaler, Michl Ebner und Manfred Pinzger machen sich für die Milchwirtschaft stark. Foto: Handelskammer Bozen

Leo Tiefenthaler, Michl Ebner und Manfred Pinzger machen sich für die Milchwirtschaft stark. Foto: Handelskammer Bozen

Durch die Covid-19-Pandemie und den Ukraine-Konflikt, aber vor allem auch aufgrund von Preisspekulationen, kam es im Vergleich zum Jahr 2020 zu erheblichen Kostensteigerungen. Die Milch-Auszahlungspreise in Südtirol haben sich in diesem Zeitraum kaum verändert. Dies trifft die Südtiroler Bäuerinnen und Bauern hart.

Die Südtiroler Sennereien und Molkereien befinden sich laut dem WIFO-Wirtschaftsbarometer vom Frühjahr 2022 nach wie vor in Schwierigkeiten und nur ein Viertel der Betriebe ist mit der Rentabilität im Jahr 2021 zufrieden.

Fairer Lohn für harte Arbeit 

Handelskammerpräsident Michl Ebner erklärt: „Die Produktionskosten in den Milchhöfen sowie bei den Bäuerinnen und Bauern steigen stark. Es braucht einen fairen Lohn für die harte Arbeit – das heißt einen gerechten Milch-Auszahlungspreis. Die Südtiroler Bäuerinnen und Bauern arbeiten nicht nur für sich selbst, sondern auch für die heimische Landschaft, für andere Wirtschaftszweige wie zum Beispiel den Tourismus und somit für das ganze Land. Ein gutgehender Tourismus befeuert unter anderem den Handel, das Handwerk und die Bauwirtschaft.“

Leo Tiefenthaler, Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes, ist überzeugt: „Die Milch-Auszahlungspreise müssen dringend angehoben werden. Dafür sollten rasch Gespräche mit dem Handel geführt werden. Die Milchbauern und Milchbäuerinnen müssen für ihre Qualitätsmilch einen gerechten Preis bekommen. Ich bin überzeugt, dass die Konsumentinnen und Konsumenten bereit sind, einen fairen Preis zu bezahlen. Zugleich muss die Zusammenarbeit zwischen den Milchverarbeitern verstärkt werden. Kurzfristig aber braucht es in dieser besonderen Situation eine rasche und unkomplizierte Unterstützung der Betriebe, um deren Existenz zu sichern.“

Betriebsschließungen der Milchproduzenten würden sich auch auf andere Sektoren auswirken. Manfred Pinzger, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes, ergänzt: „Für den Tourismus sind die Landwirtschaft im Allgemeinen und die Milchwirtschaft im Speziellen von großer Bedeutung. Südtirols Gastbetriebe beziehen bereits einen sehr großen Teil der Milchprodukte von heimischen Milchhöfen. Natürlich gibt es noch Luft nach oben. Insgesamt aber muss die gesamte Bevölkerung die bäuerlichen Produkte stärker wertschätzen.“