Bauernbund | 22.04.2022

Plattform Land: GIS-Erhöhung für Leerstände ist richtig

Seit 2017 setzt sich die Plattform Land für eine bessere Nutzung von Leerständen ein. Die kürzlich beschlossene GIS-Erhöhung für Leerstände ist da ein wichtiger und konkreter Schritt in Richtung Wiederbenutzung. Weitere Maßnahmen müssen aber folgen.

In Klausen ist ein Gebäude in der Altstadt mustergültig saniert worden.

In Klausen ist ein Gebäude in der Altstadt mustergültig saniert worden.

Neben dem Erhalt der Attraktivität des ländlichen Raumes setzt sich die Plattform Land, die von mittlerweile 16 Sozial- und Wirtschaftsorganisationen und dem Land getragen wird, seit ihrer Gründung für eine intelligente Flächennutzung in Südtirol ein. Dazu läuft u. a. seit 2017 das Pilotprojekt „Leerstandsmanagement“. In 19 Gemeinden wurden mittlerweile die Leerstände erhoben. „Ziel ist es, die Kriterien für den Leerstand mit dem zuständigen Landesamt landesweit einheitlich zu definieren, die Leerstände zu erheben und sie letztlich wieder einer Nutzung zuzuführen, anstatt neues Bauland zu erschließen“, erklärte der Präsident der Plattform Land, Andreas Schatzer.

GIS-Erhöhung: Anreiz, Leerstände wieder zu nutzen
Eine höhere GIS für Leerstände einzuheben, sei ein weiterer Anreiz, Leerstände wieder zu nutzen, ist die Plattform Land überzeugt. Daher ist die GIS-Erhöhung für Leerstände ein Schritt in die richtige Richtung. „Die Plattform Land begrüßt die vom Land Südtirol gesetzten Schritte der Leerstandserhebung und der GIS-Erhöhung für Leerstände. Zudem soll auch demnächst der einheitliche Standard für die Leerstandskategorien durch das Land für alle Gemeinden beschlossen werden. Hier hat sich die Pionierarbeit der Plattform Land ausgezahlt, nicht nur für den ländlichen Raum, sondern für ganz Südtirol“, erklärte Schatzer. Für den Vizepräsidenten der Plattform Land, Leo Tiefenthaler, „ist es ist zudem wichtig, dass die Mehreinnahmen aus der GIS-Erhöhung der jeweiligen Gemeinde zugutekommen und für den Bereich ‚Wohnen‘ zweckgebunden werden.“

Leerstandsmanagement aktiv angehen
Aus Sicht der Plattform Land wäre es wünschenswert, wenn nun noch weitere Gemeinden das Leerstandsmanagement aktiv angehen und Leerstände mittels Sanierung in Vorzeigeobjekte, die einen Nutzen für die Allgemeinheit haben, umwandeln würden. „Man darf durchaus die Pflicht zur Leerstandserhebung gemäß Gesetz für Raum und Landschaft und die GIS-Erhöhung sowie die Sanierungsförderungen auch als Chance verstehen, unsere Landschaft und Orte noch mehr in Wert zu setzen“, sagte der Geschäftsführer der Plattform Land, Ulrich Höllrigl.
Ein zusätzlicher Anreiz und deshalb aus Sicht der Plattform Land zu begrüßen ist sicherlich auch der angedachte Garantiefonds bei der Wiedervermietung von Leerständen, der den Vermietern mehr Sicherheit bei Mietausfällen bzw. Beschädigungen des Mietobjekts gibt.

Mehr Augenmerk auf Sanierungsberatung
Ebenso wichtig ist eine gezielte Sanierungsberatung für Leerstände. Mit Unterstützung der Stiftung Südtiroler Sparkasse und in Kooperation mit der Kammer der Architekten hat die Plattform Land eine Sanierungsberatung ins Leben gerufen – für Private wie Gemeinden. Gefordert wäre hier auch das Land, das ähnlich wie in Vorarlberg Sanierungslotsen finanzieren könnte. Demnächst folgt der zweite Aufruf zur Plattform-Land-Sanierungsberatung für Gemeinden.