Produktion, Bauernbund | 29.04.2022

Goldgelbe Vergilbung ist ernste Bedrohung

Trotz aller Appelle und Warnungen breitet sich die Goldgelbe Vergilbung in Südtirol weiter aus. Mehrere ­Verbände rufen daher eindrücklich dazu auf, befallene Rebstöcke konsequent und verlässlich zu roden.

So sollte es aussehen: Die befallenen Rebstöcke sind samt Wurzelstock zu roden!

So sollte es aussehen: Die befallenen Rebstöcke sind samt Wurzelstock zu roden!

Bereits mehrfach haben die für den Weinbau zuständigen Verbände und Einrichtungen – auch über den „Südtiroler Landwirt“ – aufgerufen, die Goldgelbe Vergilbung ernst zu nehmen und die betroffenen Rebstöcke zu roden. Viele Betriebe sind dieser Aufforderung auch nachgekommen, manche allerdings nach wie vor nicht. 

Mit dem Problem hat sich auch der Arbeitskreis Weinbau im Südtiroler Bauernbund auf seiner jüngsten Sitzung befasst. Der Vorsitzende Georg Mayr richtet einen dringenden Aufruf an die Weinbäuerinnen und Weinbauern: „Bei der Goldgelben Vergilbung handelt es sich um eine Pflanzenpandemie. Wenn die Weinbauern nicht aufpassen, breitet sich die Krankheit ölfleckartig aus. In Folge betrifft der Schaden nicht mehr nur einzelne Weinbauern, sondern den gesamten Weinbau in Südtirol.“ 

Um das zu vermeiden, müssen die Weinbauern aufmerksam sein, befallene Pflanzen roden und anschließend vernichten. Auch der Überträger, die Amerikanische Rebzikade (Scaphoideus titanus), müsse effizient bekämpft werden laut den Vorgaben des Beratungsringes und der Kellereien. Zudem sei der Unterwuchs niedrig zu halten. „Ständige Kontrolle und Beobachtung und eine rigorose Rodung der erkrankten Stöcke sind die wirksamsten Methoden gegen diese Rebkrankheit“, unterstreicht Mayr.

Viele markierte Rebstöcke nach wie vor nicht gerodet

Auch das Konsortium Südtirol Wein hat vergangene Woche einen eindringlichen Appell an die Weinbäuerinnen und Weinbauern gerichtet: „Bei stichprobenartigen Kontrollen wurde festgestellt, dass die im Jahr 2021 markierten Rebstöcke mit Symptomen von Vergilbungskrankheiten bis Ende März 2022 vielfach nicht gerodet wurden.“ 

Diese Maßnahme sei jedoch unerlässlich, um die Verbreitung der Krankheit einzudämmen. Die Rebstöcke müssten samt dem Wurzelstock entfernt werden, ein Rückschnitt der Reben bis zum Stamm oder oberhalb der Veredelungsstelle sei nicht ausreichend. Auch die Bekämpfung des Erregers allein reiche nicht aus. Das geschnittene Rebholz könne in der Anlage aufgemulcht bzw. zerkleinert werden. 

Schließlich erinnert auch Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler an die möglichen Folgen bei unterlassener Rodung der Rebstöcke: „Wer seine befallenen Rebstöcke jetzt nicht umgehend rodet, gefährdet nicht nur seine eigene Anlage, sondern handelt auch unverantwortlich gegenüber seinen Nachbarn. Wenn wir nicht konsequent handeln, kann diese Gefahr den gesamten Weinbau in Südtirol gefährden!“