Bauernbund | 05.05.2022

Um Sanierungsförderung ansuchen

Über den Aufbaufonds (PNRR) werden Projekte zum Schutz und zur Aufwertung von Architektur und Landschaft im ländlichen Raum gefördert. Die Frist für die Abgabe der Gesuche wurde bis 15. Juni verlängert.

Ländliche Gebäude, auch Wohnhäuser, Ställe, Kapellen etc., die mindestens 70 Jahre alt sind können gefördert werden.

Ländliche Gebäude, auch Wohnhäuser, Ställe, Kapellen etc., die mindestens 70 Jahre alt sind können gefördert werden.

Bis zu diesem Datum können Projekte für die Restaurierung und Aufwertung des architektonischen und landschaftlichen Erbes im ländlichen Raum online eingereicht werden. Bei Erfüllung der Kriterien zählt die zeitliche Eingabe der Gesuche.
Einreichen können private Eigentümer, Unternehmen und Organisationen des dritten Sektors bis 15. Juni online über ein italienisches Portal und zusätzlich per Pec-E-Mail beim Land Südtirol. 

Voraussetzung ist, dass sie das unbewegliche Gut besitzen oder darüber verfügen können. Es kann ein Höchstbetrag von bis zu 150.000 Euro als Finanzierung zu einem Fördersatz von 50 oder 100 Prozent gewährt werden.
So sieht es der kürzlich vom Land Südtirol veröffentlichte staatliche Aufruf vor. Hauptziel ist es, historische ländliche Architektur und Landschaften zu schützen und diese aufzuwerten. 

Auch ländliche Wohnhäuser von kulturhistorischem Wert betroffen

Konkret können ländliche Gebäude, auch Wohnhäuser, Ställe, Scheuen, Brunnen, Mühlen, Kapellen, Votivheiligtümer etc., die mindestens 70 Jahre alt sind, saniert und gefördert werden.

Einige wichtige Punkte sind:

  • Das Gebäude muss im ländlichen Grün gelegen sein (nicht im bebauten Ortskern/nicht in einer Bauzone).
  • Auch bereits in Angriff genommene Sanierungsprojekte (ab 1. Februar 2020) können eingereicht werden.
  • Sanierungsbeginn für neue Projekte muss spätestens der 30. Juni 2023 sein.
  • Alle sechs Monate muss dem Land Südtirol schriftlich Rechenschaft über den Baufortschritt abgelegt werden.
  • Die Sanierungsarbeiten müssen bis spätestens 31. Dezember 2025 abgeschlossen sein.
  • Das Gebäude muss für fünf Jahre nach Abschluss der Arbeiten öffentlich verfügbar sein (es wird eine Vereinbarung mit dem Land Südtirol abgeschlossen).

Vorrang für die Förderung bekommen Projekte, die

  • auf mehreren Gebieten liegen (bei nur einem Antragsteller);
  • an kulturtouristischen Routen liegen;
  • in Gebieten mit besonderem Landschaftsschutz liegen;
  • zeitlich zuerst eingereicht wurde (sofern mindestens 60 Punkte bei der Bewertung erreicht).

Den Aufruf mit den Antragsformularen finden Interessierte hier.

Finanzielle Mittel und Fristen

Über den staatlichen Wiederaufbaufonds (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza PNRR) werden Projekte zum Schutz und zur Aufwertung von Architektur und Landschaft im ländlichen Raum gefördert. 600 Millionen Euro hat das Kulturministerium mit dem Ministerialdekret Nr. 107 vom 18. März 2022 auf gesamtstaatlicher Ebene für die Investitionslinie 2.2 „Schutz und Aufwertung der Architektur und der Landschaft im ländlichen Raum“ bereitgestellt.

Für Südtirol stehen Mittel in der Höhe von rund 5,57 Millionen Euro für mindestens 37 Eingriffe zur Verfügung. Den entsprechenden Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen hatte die Landesregierung per Beschluss am 26. April 2022 genehmigt.

Zusammenarbeit Antragstellende und Techniker

Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler erklärt: „Da die Bäuerinnen und Bauern vielfach Eigentümer der von diesem Aufruf betroffenen Objekte sind, ist es wichtig, dass möglichst viele Anspruchsberechtigte schnell von diesem Aufruf erfahren und sich informieren, ob sie die Kriterien erfüllen und sich eventuell beteiligen möchten. Es ist eine einmalige Chance, Fördergelder zu erhalten!“ Wichtig ist auch, dass für die Einreichung des Gesuchs unbedingt Architekten, Planer oder Techniker zu Rate gezogen werden sollten. Technische Voraussetzungen, die der Antragsteller mitbringen muss, sind u. a. eine Pec-Adresse und eine digitale Unterschrift, welche beim Bauernbund beantragt werden kann. 

Öffentliche Verfügbarkeit

Die Verfügbarkeit über die Immobilie muss für fünf Jahre nach Abschluss der finanzierten Maßnahme gegeben sein. Die betreffenden Güter müssen für diesen Zeitraum für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen, was mit eigenem Vertrag mit dem zuständigen Landesamt festgelegt wird. Landesrätin Hochgruber Kuenzer unterstreicht: „Damit soll sichergestellt werden, dass das ländliche Kulturerbe nicht nur erhalten, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.“

Eine Bewertungskommission überprüft die eingereichten Anträge und übermittelt die Liste der förderfähigen Projekte bis 31. Mai an das Kulturministerium. 

Interessierte Bauernbund-Mitglieder können sich an Heike Mayr wenden: heike.mayr@sbb.it, Tel. 0471 999375. Diese stellt den Kontakt zur Kammer der Architekten her, die einen Sanierungsberater vermittelt. Auch bei der Eintragung in das entsprechende Portal ist der Bauernbund behilflich, Ansprechperson ist auch hier Heike Mayr. 

SBB-Mitglieder, die in den Jahren 2020 bis heute bereits die Bauernhaus-Sanierungsberatung in Anspruch genommen haben, sollten sich bei Fragen zur Antragserstellung und zur Beschreibung der geplanten Sanierungsmaßnahmen direkt bei ihren Sanierungsberatern/Planern melden.

Weiter Informationen sind in dieser Präsentation zusammengefasst.