Sozialberatung | 13.05.2022

Unfälle rasch melden

Es ist sehr wichtig Arbeitsunfälle innerhalb 48 Stunden zu melden, ansonsten wird das Tagegeld erst ab dem Tag der Meldung ausbezahlt.

Wie wichtig es ist, Arbeitsunfälle rasch zu melden, zeigt folgendes Beispiel: Ein Mann ist Betriebsinhaber und erleidet 2018 einen Arbeitsunfall auf dem Hof. Er wendet sich an den Hausarzt, meldet jedoch den Unfall nie als Arbeitsunfall beim INAIL. Nach einigen Monaten verschlechtert sich sein Zustand, und es folgt eine Operation. 

2020 wendet er sich an das Bauernbund-Patronat ENAPA, um den Unfall vom INAIL anerkennen zu lassen. Er bringt eine umfangreiche ärztliche Dokumentation sowie eine rückwirkende INAIL-Unfallmeldung mit, die die erlittene Verletzung darlegen. Das INAIL erkennt den Arbeitsunfall nicht an. 

Der Betriebsinhaber ist verpflichtet, innerhalb 48 Stunden, nach Kenntnisnahme einen Arbeitsunfall anhand des ärztlichen INAIL-Unfallzeugnisses zu melden. 

Bei verspäteter Meldung wird das Tagegeld nur ab dem Datum der Unfallmeldung ausbezahlt – oder nicht als Arbeitsunfall anerkannt. Die Anerkennung von Arbeitsunfällen, die rückwirkend für einen weiter zurückliegenden Zeitraum gemeldet werden, ist sehr schwierig. 

Im obgenannten Beispiel gibt es keine Möglichkeit, den Arbeitsunfall anerkennen zu lassen, da die INAIL-Unfallmeldung nicht fristgerecht eingereicht wurde und somit keine INAIL-Leistungen zustehen.

Grundsätzlich gilt: Arbeits­unfälle müssen innerhalb von
48 Stunden immer als solche gemeldet werden. 

Landwirtschaftliche Betriebsinhaber können das INAIL-Unfallzeugnis an das Bauernbund-Patronat ENAPA per E-Mail an unfallmeldung@sbb.it weiterleiten, damit die korrekte Meldung eingereicht werden kann.