Produktion | 26.05.2022

Europa braucht dringend Regen

Ausgiebiger Regen wird in den kommenden Wochen nach einer zu trockenen Periode benötigt, damit es in Europa für die Ernte 2022 bei einem recht guten Ertragsniveau bleiben kann. Das berichtet der Wissenschaftliche Dienst der Europäischen Kommission. von AIZ

In vielen Regionen Europas ist es derzeit viel zu trocken für eine zufriedenstellende Ernte. (Foto: andreas160578/Pixabay )

In vielen Regionen Europas ist es derzeit viel zu trocken für eine zufriedenstellende Ernte. (Foto: andreas160578/Pixabay )

Hohe Temperaturen hätten die Bestandsentwicklung zwar beschleunigt, aber ebenso die Folgen von Trockenheit. Die Aussichten für den Ertrag der Winterkulturen haben gegenüber dem Vormonat bereits leicht zurückgenommen werden müssen, sie bleiben aber noch über dem fünfjährigen Durchschnitt. Das berichtet das MARS (Monitoring Agricultural Ressources)-Bulletin des Wissenschaftlichen Diensts der Europäischen Kommission (JRC Joint Research Center) zum Wetter und dem Zustand der landwirtschaftlichen Kulturen in Europa im abgelaufenen Monat. 
Die Agrar-Meteorologen machen von April bis Mai ein ausgeprägtes Niederschlagsdefizit in wichtigen Anbauregionen Frankreichs, der Benelux-Länder, des Vereinigten Königreichs, Dänemarks, Deutschlands, Polens, Sloweniens, Kroatiens, Rumäniens, Bulgariens, Griechenlands, der Türkei und der Ukraine aus. Eine leichte Entspannung konnten dementgegen im abgelaufenen Monat die bisherigen Sorgenkinder der Iberischen Halbinsel und Italiens erfahren. In den zuvor auch mit Sorge beobachteten und stark von Importen abhängigen Maghreb-Ländern Nordafrikas hätten sich die Bedingungen in Algerien und Tunesien verbessert, für Marokko bleiben die Aussichten allerdings negativ.

Damit sinken die Prognosen für die Hektarerträge von Getreide insgesamt im Monatsabstand um 0,9 Prozent auf jedoch noch um 1,6 Prozent mehr als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Das Minus gegenüber dem April-Bericht beträgt vor allem bei Weichweizen 1,0 Prozent (+0,9% zum Fünfjahresschnitt) und ist um 2,5 Prozent weniger als 2021. Auch Sommergerste ist schlecht aufgegangen, die Prognose verfinsterte sich zum April um 3,0 Prozent (+1,2% zum Fünfjahresschnitt) und bedeutet 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Leichte Verschlechterungen im Monatsabstand, aber noch über den vergangenen fünf Jahren liegende Ertragspotenziale verzeichnen weiters Wintergerste, Roggen, Triticale und Raps. Etwas besser sieht es hingegen für Durum, Körnermais, Erdäpfel, Zuckerrüben und Sonnenblumen aus.