Arbeitsberatung | 26.05.2022

Streichung aus Bauernversicherung

Eine Frau ist Betriebsinhaberin und trägt ihren Mann nach der Hochzeit in die Bauernversicherung ein. Vier Jahre später folgt die Scheidung. Ihr Ex-Mann arbeitet weiterhin auf dem Hof, und sie zahlt die Pflichtbeträge für ihn ein. Fünf Jahre später erreicht er die Rentenvoraussetzungen und bezieht seine Rente. Ein Jahr später teilt das NISF/INPS mit, dass er diese ungerechtfertigt erhält und diese zurückzahlen muss. Was ist passiert?

Nach der Scheidung hat der Ex-Partner kein Recht mehr auf Eintragung in die Bauernversicherung. Foto: Matthias Matscher

Nach der Scheidung hat der Ex-Partner kein Recht mehr auf Eintragung in die Bauernversicherung. Foto: Matthias Matscher

Die Bauernversicherung ist eine Pflichtversicherung. Versicherungspflichtig sind alle bäuerlichen Betriebe, für deren Bearbeitung mindestens 104 Tagschichten im Jahr benötigt werden bzw. in denen die Familiengemeinschaft mindestens ein Drittel der erforderlichen Arbeitskraft erstellt und alle Familienangehörigen von über 16 Jahren, die mit dem Betriebsinhaber innerhalb des vierten Grades verwandt oder verschwägert sind und gewohnheitsmäßig und vorwiegend bei der manuellen Bearbeitung des Grundes, der Haltung und Pflege des Viehes mitwirken. Auch das vorwiegende Einkommen aus der Landwirtschaft ist Voraussetzung für die Eintragung in die Bauernversicherung. Jede Änderung – egal ob am Betrieb (Kulturflächen, Vieh etc.) oder bei der Zusammensetzung der mitarbeitenden Familienmitglieder – ist innerhalb von 90 Tagen beim INPS/NISF zu melden. Da die Scheidung den erforderlichen Verwandtschaftsgrad mit dem Ehepartner aufgelöst hat, besteht kein Recht mehr, den Ex-Ehemann weiter in der Bauernversicherung eingetragen zu lassen, und infolgedessen muss er gestrichen werden. Da dies nicht geschehen ist, hat ihn das NISF/INPS rückwirkend gestrichen, d. h., er verliert auch die Voraussetzungen für die Rente, da er keine Deckung der Arbeitszeiten vorweisen kann.