Südtiroler Landwirt, Wirtschaft | 01.09.2022

Frisches Geld für Photovoltaik

Wer an seinem Betrieb jetzt auf Photovoltaik setzen oder bestehende Anlagen ausbauen will, darf auf ­Unterstützung vom Staat über die Förderschiene „Parco Agrisolare“ hoffen. Die Zeit drängt jedoch: Bis Ende September gilt es vor allem, einen befähigten Techniker zu finden.

Für neue oder ausbaufähige Photovoltaik-Anlagen vergibt der Staat über die Schiene „Parco Agrisolare“ frische Fördergelder.

Für neue oder ausbaufähige Photovoltaik-Anlagen vergibt der Staat über die Schiene „Parco Agrisolare“ frische Fördergelder.

Das Ministerium für Landwirtschafts-, Ernährungs- und Forstpolitik (Mipaaf) unterstützt über die Förderschiene „Parco Agrisolare“ Investitionen in Photovoltaikanlagen auf Dächern landwirtschaftlicher Betriebsgebäude mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die betreffende Ausschreibung wurde vergangene Woche veröffentlicht. 

Die Ansuchen können über das Portal des GSE (www.gse.it) im Zeitraum vom 27. September (ab 12 Uhr) bis spätestens 27. Oktober 2022 (bis 12 Uhr) eingereicht werden, wobei die zeitliche Reihenfolge des Eingangs ausschlaggebend sein wird. 

Ansuchen können landwirtschaftliche Einzelbetriebe oder Gesellschaften, landwirtschaftliche Genossenschaften und deren Konsortien sowie agroindustrielle Betriebe. 

Von der MwSt.-Registerführung befreite Betriebe, welche im Jahr 2021 einen Umsatz von weniger als 7000 Euro erwirtschaftet haben, sind von der Förderung ausgeschlossen.

Was wird gefördert?

Gefördert wird die Installation von Photovoltaikanlagen mit einer Höchstleistung zwischen 6 kWp und 500 kWp auf Dächern von bestehenden, landwirtschaftlich genutzten Gebäuden. Dazu zählen auch Gebäude, die für Urlaub auf dem Bauernhof genutzt werden und Gewächshäuser. 

Als Nachweis für die Landwirtschaftlichkeit der Wirtschaftsgebäude gilt die Gebäudekatasterkategorie D/10 oder im Falle einer anderweitigen Einstufung (z. B. A bzw. C-Kategorie) die landwirtschaftliche Anmerkung im Gebäudekataster. 

Zusätzlich dazu sind auch Speichersysteme und elektrische Ladestationen sowie Dachsanierungen (Asbestentfernung, Dämmung, Hinterlüftung) förderfähig. 

Für die Betriebe, die in der Primärproduktion oder der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte tätig sind, gilt die Einschränkung, dass die Anlage ausschließlich dazu dienen darf, den Energiebedarf des Betriebes zu decken, und die Produktionskapazität der Anlage den jährlichen durchschnittlichen Energiebedarf (elektrische und thermische Energie) des Betriebes, inklusive Privatbedarf der Familie, nicht überschreiten darf wobei eine Abweichung nach oben von maximal fünf Prozent gewährt wird.  

Geld auch für Erweiterung von bestehenden Anlagen

Auch für die Erweiterung einer bestehenden Anlage kann angesucht werden, wobei davon auszugehen ist, dass die Leistung der bestehenden Anlage zusammen mit der Leistung der neuen Anlage den Energiebedarf des Betriebes inklusive Privatbedarf nicht überschreiten darf. 

Die Projekte dürfen erst nach Einreichen des Ansuchens begonnen werden und es können ausschließlich Ausgaben geltend gemacht werden, die nach diesem Datum anfallen. 

Projekte, die zur Förderung zugelassen werden, müssen in der Regel innerhalb von 18 Monaten umgesetzt, abgenommen und abgerechnet werden.

Fördersätze je nach Betriebsart

Es gelten folgende Fördersätze, die auf die anerkannten Kosten anzuwenden sind:

  • Betriebe, die in der Primärproduktion tätig sind: bis zu 60 Prozent;
  • Betriebe die in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte tätig sind: bis zu 40 Prozent;
  • Betriebe, die in der Umwandlung von landwirtschaftlichen Produkten in nicht landwirtschaftliche Produkte tätig sind: bis zu 50 Prozent bei Kleinunternehmen, bis zu 40 Prozent bei mittleren Unternehmen und bis zu 30 Prozent bei Großunternehmen. 
  • Maximal anerkannte Kosten

Die maximal anerkannten Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

  • 1500 Euro/kWp für die Photovoltaikanalage inkl. der notwendigen Komponenten und der notwendigen Arbeiten; 
  • 1000 Euro/kWh für Speicherbatterien (max. 50.000 Euro);
  • 1500 Euro für die Installation von sogenannten „Wallbox“-Geräten oder 4000 Euro für die Installation von Ladesäulen, wenn die Gesamtleistung der Ladegeräte unter 22 kW liegt;
  • 250 Euro/kW für die Installation von Ladegeräten, wenn die Gesamtleistung über 22 kW liegt (max. 15.000 Euro).
  • 700 Euro/kWp für Ausgaben in Zusammenhang mit der Entfernung von Asbest/Eternit, der Wärmedämmung und dem Bau eines hinterlüfteten Daches.

Insgesamt werden für jedes Projekt maximal 750.000 Euro und für jeden Antragsteller maximal eine Million Euro anerkannt.