Der Sommer kommt …
… und mit ihm so manche Tücken: Egal ob Sonnenbrand, Mückenstich, Magen-Darm-Infekt oder die ach so lästige Blasenentzündung, die warme Jahreszeit hat nicht nur angenehme Seiten. Was man dagegen machen und wie man vorbeugen kann, erklärt dieser Beitrag.
Egal ob bei der Arbeit, bei Wanderungen im Gebirge oder bei einer Auszeit im Freibad, die Sonne kann für die Haut schnell zu viel werden. Vor allem wenn man sich zu wenig, zu selten oder mit dem falschen Lichtschutzfaktor eincremt, führt das oft zu unangenehmen und vor allem auf lange Sicht sehr ungesunden Sonnenbränden. Wenn die Haut durch einen Sonnenbrand gerötet ist, findet man in Küche und Natur aber einige Mittel, die die irritierten Stellen beruhigen und kühlen: So kann man lauwarme Kompressen mit schwarzem Tee oder Gurkensaft auf die entsprechenden Hautpartien auflegen. Oder man besprüht sie mit einem feinen Zerstäuber. Wohltuend für die sonnengeschädigte Haut sind auch kühler Joghurt, Topfen oder Buttermilch, die der Haut Feuchtigkeit zu- und die Hitze abführen. Nicht verwenden sollte man fette Cremes und Salben, denn der Fettfilm verursacht einen Wärmestau in der Haut. Besser sind leichte After-Sun-Produkte, die nicht eingerieben, sondern leicht aufgetragen werden können. Zudem sollte man viel trinken und die geschädigte Haut auf jeden Fall vor weiterer Sonne schützen: Ein leichtes Baumwoll-T-Shirt, luftige Hosen oder eine breitkrempige Kopfbedeckung schützen die geschädigte Haut am besten. In schweren Fällen, vor allem bei Blasenbildung oder Schüttelfrost, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Viel wichtiger allerdings ist es, sich vor einem Sonnenbrand zu schützen: Dass die Sonne zwischen 11 und 14 Uhr am stärksten und schädlichsten ist, ist allseits bekannt. Trotzdem kann man nicht immer den Sonnenkontakt in dieser Zeit meiden. Deshalb ist es besonders wichtig, sich mit einer guten Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu schützen und auch nicht sparsam damit umzugehen. Wann immer möglich, sollte man den Schatten aufsuchen, vor allem, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist. Leichte, luftige Kleidung ist ideal, um die noch bleiche Haut vor Sonnenbrand zu schützen. Eine Schildmütze oder ein Hut mit breiter Krempe ist ideal, um die besonders empfindliche Kopfhaut, den Nacken und das Gesicht (vor allem die Nase) vor Sonnenbrand zu bewahren.
Der Sonnenstich
Eine Kopfbedeckung sollte bei der Arbeit unter der heißen Sonne oder bei Bergwanderungen auch wegen der Gefahr eines Sonnenstichs getragen werden. Symptome für diese Reizung der Hirnhaut sind ein heißer roter Kopf bei gleichzeitig kühler Körperhaut, Kopfschmerzen, Schwindel, Unruhe, Übelkeit bis hin zu Erbrechen und manchmal sogar Fieber. Besonders gefährdet sind kleine Kinder und Menschen mit schütterem Haar oder einer Glatze. Manchmal machen sich die Beschwerden erst zeitverzögert bemerkbar: Nach einem Hitzetag im Freien können die Symptome also erst am Abend auftreten. Ist der Sonnenstich schon passiert, sollte man sofort einen kühlen Ort aufsuchen, sich hinlegen und den Kopf leicht erhöht lagern. Kopf und Nacken können mit kalten Tüchern gekühlt werden, niemals sollten aber Eisbeutel oder -würfel direkt auf den Kopf gelegt werden (übrigens auch nicht direkt auf die Haut bei Sonnenbrand). Auch bei Sonnenstich ist es wichtig, dass die Patientin/der Patient viel trinkt: in Form von abgekühltem Tee mit Zucker, lauwarmer Hühner- oder Rindsbrühe oder einem gespritzten Apfelsaft mit einer Prise Salz, um Salzverlust auszugleichen. Damit es erst gar nicht zu einem Sonnenstich kommt, sollte man – wie bereits gesagt – immer eine Kopfbedeckung tragen, viel Wasser trinken (vor allem bei körperlicher Anstrengung im Freien) und Sport oder anstrengende Arbeiten in der prallen Mittagssonne vermeiden.
Die Blasenentzündung
Wer einmal eine Blasenentzündung (Zystitis) hatte, wird das wohl nie mehr vergessen. Fast jede Frau kann ein Lied davon singen: Krämpfe, ständiger Harndrang, es brennt beim Wasserlassen, manchmal ist sogar Blut im Urin. Meist entsteht eine solche Entzündung durch über die Harnröhre aufsteigende Bakterien (vor allem Escherichia coli aus dem Darm), begünstigt durch die kurze Harnröhre der Frauen (im Vergleich zum Mann). Weshalb Blasenentzündungen oft vermehrt im Sommer auftreten? Ausgelöst wird sie oft durch schmutzige Toiletten, verkeimtes Badewasser, zu leichte Kleidung oder Schuhe am Abend, oder man bleibt zu lange im nassen Badeanzug, in verschwitzter Kleidung (Hosenbund oder T-Shirt am unteren Rücken). Auch Sex kann ein Auslöser für Blasenentzündungen sein. In den meisten Fällen sind sie zwar lästig, aber unkompliziert, vor allem, wenn man bei den ersten Anzeichen etwas dagegen tut. Betroffene Kinder, Schwangere und Männer sollten aber stets in ärztliche Behandlung. Bei einer beginnenden Blasenentzündung helfen aufsteigende Fußbäder, eine Wärmflasche auf dem Bauch und warme Socken an den Füßen gegen Krämpfe. Zudem sollte man viel trinken: Zwei Liter Wasser und zusätzlich Blasen- und Nierentees, um die Harnwege durchzuspülen. Auch Präparate aus Bärentrauben-, Birken- und Brennnesselblättern, aus Goldrute, Cranberrys und Schachtelhalm wirken bei Blasenentzündungen. Wenn die Beschwerden aber tagelang nicht besser werden oder gar Fieber auftritt, hilft nur der Besuch beim Arzt. Mit einer verschleppten Blasenentzündung ist nämlich nicht zu spaßen, da sie sich zu einer Nierenbeckenentzündung auswachsen kann. Generell, aber vor allem, wenn man bereits eine Blasenentzündung hatte, sollte man auf vorbeugende Maßnahmen setzen: Nach dem Baden oder wenn man stark geschwitzt hat, sollte man rasch trockene Kleider anziehen und sich und die Füße gut aufwärmen. Nach dem Geschlechtsverkehr sollte die Blase gleich entleert werden, um allfällige Keime auszuspülen. Viel zu trinken kann Blasenentzündungen ebenfalls vorbeugen, und Cranberrysaft (200 ml/Tag) enthält antibakterielle Stoffe, die verhindern, dass sich die Bakterien in der Blase einnisten. Und noch etwas: Übertriebene Intimpflege ist so und so nicht angebracht, im Zusammenhang mit (häufiger auftretenden) Blasenentzündungen aber auf jeden Fall schlecht.
Der (Reise-)Durchfall
(Reise-)Durchfall, hervorgerufen durch bakterielle (meist E. coli) oder virale Infekte, sind im Sommer leider häufig. Bakterien oder Viren, die man bei Reisen in ferne Länder manchmal durch die Nahrung oder das Wasser aufnimmt, schädigen dabei die Darmschleimhaut, was die Fähigkeit des Darms, Nahrungsstoffe aufzunehmen, vermindert. Der Körper reagiert darauf, indem er vermehrt Wasser in den Darm abgibt, und verursacht dadurch wässrigen Stuhl. Darum sind Maßnahmen, die den gereizten Darm besänftigen, ein guter Lösungsansatz: gesüßter Tee, Zwieback, Bananen und Salzgebäck belasten den Darm nicht und führen Elektrolyte zu. Auch sollte viel getrunken werden, beispielsweise Rehydrierungslösungen aus der Apotheke oder auch – selbst gemacht – süße Sirup-Getränke mit abgekochtem Wasser oder Wasser aus der Flasche und einer Prise Salz. Eine Karottensuppe, Reis- oder Haferschleim wirken für den gestressten Darm wie Balsam. Auch pflanzliche Arzneimittel mit Gerbstoffen wirken reizmildernd und adstringierend auf die Darmschleimhaut. Sie bewirken eine „Abdichtung“ der Darmschleimhaut, sodass weniger Wasser in den Darm abgegeben werden kann. Mit Joghurt oder Milchsäurebakterien aus der Apotheke, Probiotika und Hefe-Präparaten kann die Darmflora wieder ins Gleichgewicht kommen. Sollte der Durchfall länger als drei Tage andauern, von Fieber begleitet sein, oder wenn Verdacht auf Blut im Stuhl besteht, muss unbedingt ein Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden. Zur Vorbeugung von Reisedurchfall gilt „Cook it, peel it, or forget it” („Koch es, schäl es oder vergiss es“): In Risiko-Ländern sollte also nur gekochte Nahrung oder geschältes Obst und Gemüse verzehrt werden. Als eine der Hauptinfektionsquellen gilt nach wie vor verunreinigtes Wasser, das bedeutet, man sollte nur Wasser aus der Flasche oder abgekochtes Wasser (auch als Tee oder Kaffee) trinken und auf Eiswürfel in den Getränken unbedingt verzichten. Zu vermeiden sind auch rohes Fleisch, roher Fisch und Speiseeis.
Der Kratzhals
So angenehm eine Klimaanlage im Auto oder im Restaurant sein mag, oft bekommt man die Rechnung schnell präsentiert: Halskratzen und -schmerzen sind häufige Begleiter der warmen Jahreszeit. In klimatisierten Räumen fröstelt der erhitzte Körper nämlich schnell, eiskalte Getränke löschen zwar den Durst, sind aber schlecht für die Schleimhäute (auch im Magen übrigens). Und eine durch einen Regenguss durchweichte Wanderin unterkühlt schnell, wenn sie nichts Trockenes/Warmes zum Drüberziehen hat. Wen die Halsschmerzen schon erwischt haben, kann mit Salbeitee (lauwarm) gurgeln. Auch Lutschtabletten mit Kräutern und Propolis schaffen Linderung. Zudem sollte man viel trinken, die Sonne meiden und für warme Füße sorgen. Manche schwören auf heiße Zitrone, Milch mit Honig oder kalte Halswickel mit Salz oder Topfen. Wer es erst gar nicht dazu kommen lassen will, sollte darauf achten, Klimaanlagen so einzustellen, dass die Temperatur im Auto oder Raum nicht mehr als sechs Grad unter der Außentemperatur liegt. Auch sollte man sich die kühle Luft nicht direkt ins Gesicht blasen lassen. Wenn man unterwegs ist, egal ob bei Einkäufen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Restaurants, sollte man trotz des heißen Wetters immer einen Baumwollschal oder eine leichte Jacke dabei haben. So ist man in klimatisierten Räumen geschützt. Das ist auch eine gute Lösung, um einem Hexenschuss vorzubeugen.
Der Mückenstich
Es gibt Menschen, die Mücken geradezu anziehen und besonders oft gestochen werden. Dafür gibt es meist zwei Gründe: Kohlendioxid und Körpergeruch. Heimische, meist abends aktive Stechmücken orientieren sich nämlich am Gas in der ausgeatmeten Luft, das die Insekten aus bis zu 50 Meter Entfernung wahrnehmen können. Tagaktive Mücken wie die Asiatische Tigermücke finden dagegen den Körpergeruch mehr oder weniger attraktiv, der sich über die Zusammensetzung der Hautbakterien und über Stoffwechselprodukte wie Milchsäure, Harnsäure und Ammoniak bemerkbar macht. Die Zusammensetzung hängt von den Genen und vom Stoffwechsel ab und ist daher von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Aber auch die Blutgruppe ist entscheidend, die sich bei 85 Prozent aller Menschen über Signale der Haut bemerkbar macht. Die Plagegeister können mit ätherischen Aromen von Zitronellen-, Lavendel- oder Geranienöl ferngehalten werden. Diese riechen aber stark und wirken häufig nur kurz. Hat die Mücke dennoch zugestochen, hilft das Betupfen der Stiche mit Eiswürfeln oder Essig, einer Scheibe Knoblauch oder Teebaumöl. Auch das Behandeln mit einem Thermostick hilft, aber auf keinen Fall sollte man kratzen …
Mücken fühlen sich von bestimmten Gerüchen besonders angezogen.