Sozialberatung | 18.02.2022

Viele Fragen zur Familienleistung

Die Einführung der neuen einheitlichen Familienleistung („assegno unico“) wirft viele Fragen auf. Einige davon möchte das Bauernbund-Patronat ENAPA hier beantworten.

Der Antrag für die neue einheitliche Familienleistung ist jährlich zu stellen und betrifft die Monate ab März bis Februar des folgenden Jahres. 

Der Antrag für die neue einheitliche Familienleistung ist jährlich zu stellen und betrifft die Monate ab März bis Februar des folgenden Jahres. 

Wann kann die einheitliche Familienleistung beantragt werden? 

Seit 1. Jänner 2022. Anträge, die bis zum 30. Juni 2022 eingereicht werden, haben jedoch Anspruch auf Nachzahlungen ab dem Monat März. Bei Anträgen, die ab dem 1. Juli gestellt werden, beginnt die Leistung ab dem Folgemonat der Antragstellung. 

Der Antrag ist jährlich zu stellen und betrifft die Monate ab März des Jahres, in dem der Antrag gestellt wird, und bis Februar des Folgejahres.

Welche Unterlagen sind für die Einreichung des Antrags erforderlich? 

Für die Einreichung des Antrags sind nur wenige Angaben erforderlich: die Daten der Kinder (Steuernummer, eventuelle Behinderung), die Daten des anderen Elternteils (falls vorhanden und nur die Steuernummer), die Zahlungsinformationen, die Verantwortungserklärungen und die Zustimmung zur Datenverarbeitung. 

Ist das Abfassen der ISEE-Erklärung obligatorisch? 

Nein, die einheitliche Familienleistung kann auch ohne ISEE beantragt werden. Wenn der Antragsteller zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht über eine gültige ISEE verfügt, steht der Mindestbetrag zu. Für diejenigen, die die ISEE nach der Antragstellung bis zum 30. Juni 2022 einreichen, werden die Beträge jedoch ab März 2022 rückwirkend laut dem ISEE-Wert ausbezahlt. Wichtig dabei: Es ist verpflichtend, das INPS über alle Änderungen in der Familienzusammensetzung zu informieren!

Kann die einheitliche Familienleistung ab dem siebten Schwangerschaftsmonat beantragt werden?

Für Neugeborene gilt die einmalige Beihilfe ab dem siebten Monat der Schwangerschaft. Der Antrag muss nach der Geburt gestellt werden, nachdem dem Kind eine Steuernummer zugewiesen wurde. Die erste monatliche Beihilfe wird ab dem siebten Schwangerschaftsmonat nachgezahlt. Die einheitliche Familienleistung ist nicht mit der Geburtenprämie vereinbar. 

Welche Leistungen werden durch die einheitliche Familienleistung ersetzt? 

Die Geburtenprämie, Babybonus, das Familiengeld auf dem Lohnstreifen für Lohnabhängige und die Steuerfreibeträge für Kinder bis 21 Jahren. Das staatliche Familiengeld wird ebenfalls abgeschafft, während das staatliche Mutterschaftsgeld in Höhe von circa 1700 Euro und der „Bonus nido“ in Kraft bleiben.  

Ist die einheitliche Familienleistung mit anderen Maßnahmen vereinbar? 

Die einheitliche Familienleistung ist mit anderen Maßnahmen zugunsten zu Lasten lebender Kinder vereinbar, die von der Region gewährt werden, und ist mit dem „Bonus Asilo Nido“ kompatibel. 

Wer sollte den Antrag stellen? 

Einer der beiden Elternteile, die die elterliche Verantwortung ausüben, oder der Vormund oder sogar das erwachsene Kind selbst. Ein im Ausland arbeitendes Elternteil, das seinen Wohnsitz in Italien hat und in Italien steuerpflichtig ist, hat Anspruch auf die Leistung. Alle Kinder, für welche die Leistung beantragt wird, müssen angegeben werden, wobei bei Neugeburten anschließend weitere Kinder hinzugefügt werden können. 

Wie erfolgt die Bezahlung? 

Auf das jeweilige Bank- oder Postkonto, als Lastschrift am Postschalter, ein Postsparbuch, ein ausländisches Girokonto im SEPA-Raum oder eine Prepaid-Karte mit IBAN. Diese Konten müssen auf den Namen des Antragstellers oder des anderen Elternteils lauten (wenn eine getrennte Zahlung gewählt wird). 

Wie wird die einheitliche Familienleistung für getrennt lebende, geschiedene oder nicht zusammenlebende Eltern gezahlt? 

Bei getrenntlebenden, geschiedenen oder nicht zusammenlebenden Eltern kann die einheitliche Familienleistung an den Antragsteller allein oder, auch nachträglich, zu gleichen Teilen an beide Elternteile gezahlt werden. Der Antragsteller muss in dem Antrag erklären, dass die Art der Aufteilung im Einvernehmen mit dem anderen Elternteil festgelegt wurde, und kann in demselben Antrag die Einzelheiten der Konten angeben, auf die der Anteil des anderen Elternteils gezahlt werden soll.  Gibt es keine Vereinbarung, muss der Antragsteller angeben, dass er nur 50 Prozent für sich selbst beantragt. In diesem Fall muss der andere Elternteil den Antrag ausfüllen, indem er Angaben zu seinen eigenen Konten macht. 

Sind Autorisierungsanträge wie fürs Familiengeld auf den Lohnstreifen (ANF) erforderlich? 

Nein, sie werden nicht benötigt. 

Was ist, wenn ein Elternteil das alleinige Sorgerecht des Kindes laut Gerichtsbeschluss hat? 

Die Zahlung wird in voller Höhe an den sorgeberechtigten Elternteil angewiesen. 

Was ist im Falle eines gemeinsamen Sorgerechts zu tun? 

Im Falle eines gemeinsamen Sorgerechts, bei dem ein Gerichtsbeschluss die Unterbringung des Kindes beim Antragsteller festlegt, kann man sich für eine 100-prozentige Zahlung an den sorgeberechtigten Elternteil entscheiden, unbeschadet der Möglichkeit des anderen Elternteils, den Antrag zu einem späteren Zeitpunkt zu ändern und sich für eine geteilte Zahlung zu entscheiden. 

Für Kinder ab 18 Jahren: Wer sollte einen Antrag stellen? 

Ein Elternteil mit elterlicher Verantwortung oder das erwachsene Kind kann den Antrag stellen. Das erwachsene Kind kann die Leistung auch beantragen, nachdem das Elternteil einen Antrag gestellt hat; in diesem Fall wird der Antrag annulliert und ersetzt. 

Welches sind die Altersgrenzen für unterhaltsberechtigte Kinder mit Behinderungen? 

Für ein behindertes zu Lasten lebendes Kind gibt es keine Altersgrenze, und die einheitliche Familienleistung wird unabhängig davon gewährt. 

Wenn das Kind im betreffenden Monat volljährig wird, wird dann der volle Monat bezahlt? 

Ja, der volle Betrag wird gezahlt. Wenn das Kind z. B. am 2. März geboren ist, wird der Betrag für den Monat März in voller Höhe gezahlt.