Steuerberatung | 18.03.2022

Bonus 4.0: längere Lieferfrist

Für die im Jahr 2021 vorgemerkten Investitionsgüter wurde die Lieferfrist vom 30. Juni 2022 bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Somit kann die günstigere Regelung des Jahres 2021 um sechs Monate länger angewendet werden.

Auch moderne Transporter gehören zu den Geräten mit Merkmalen der Industrie 4.0.

Auch moderne Transporter gehören zu den Geräten mit Merkmalen der Industrie 4.0.

Begünstigt von dieser Verlängerung sind Investitionsgüter mit einer gültigen Vormerkung innerhalb 31. Dezember 2021. Von einer gültigen Vormerkung spricht man dann, wenn ein bestätigter Auftrag vom Lieferanten vorliegt und eine Anzahlung von mindestens 20 Prozent geleistet wurde.

Lieferprobleme aufgrund der Corona-Pandemie sind die Ursache

Grund für die Verlängerung des ursprünglichen Termins vom 30. Juni 2022 sind die Lieferprobleme und die daraus resultierenden Verspätungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, welche einen Aufschub bis zum 31. Dezember 2022 rechtfertigten. Die Lieferanten und Hersteller haben somit sechs Monate mehr Zeit, um die bereits im Vorjahr bestellten Güter an ihre Kunden auszuliefern.

Die Kunden wiederum haben sechs Monate mehr Zeit, um die für sie günstigere Regelung des Jahres 2021 anzuwenden, denn der Steuerbonus beträgt nach den Regeln des Vorjahres für die normalen Investitionsgüter zehn bzw. 50 Prozent für die intelligenten, computersteuerten Güter mit den Merkmalen der Industrie 4.0 (Tabelle A, Gesetz 232/2016). 

Ab dem Jahr 2022 kommen bekanntlich niedrigere Prozentsätze zur Anwendung, und zwar sechs Prozent für die normalen Investitionen und 40 Prozent für jene mit den Merkmalen der Industrie 4.0.

Für die oben genannten Investitionen hat man somit mehr Zeit für die Anschaffung, d. h. für die normalen Güter mehr Zeit für die Übergabe bzw. Inbetriebnahme und für jene mit den Merkmalen der Industrie 4.0 für die Vernetzung (ital. „interconnessione“). 

Die Obergrenzen der maximal zulässigen Kosten wurden nicht geändert und liegen weiterhin bei zwei Millionen Euro für die normalen Güter und 2,5 Millionen Euro für jene mit den Merkmalen der Industrie 4.0. 

Bei den Gütern mit den Merkmalen der Industrie 4.0 handelt es sich nicht um eine absolute Obergrenze, sondern um den Punkt, ab dem sich der Prozentsatz schrittweise verringert.