Bauernbund | 10.05.2022

Nachhaltigkeit: „Bauernbund ist sehr vorbildlich“

Auf Wunsch des SBB hat die Schulkasse 3 C des Realgymnasiums Meran mit Unterstützung des Ökoinstituts Südtirol einen Nachhaltigkeitscheck durchgeführt. Fazit: Der SBB ist im Bereich Nachhaltigkeit sehr vorbildlich. Als Dank erhält die Schulklasse eine Spende, die an ein Projekt in Äthiopien geht.

Die 3C und das Ökoinstitut haben den SBB geprüft. In Sachen Nachhaltigkeit ist der SBB sehr engagiert und vorbildlich.

Die 3C und das Ökoinstitut haben den SBB geprüft. In Sachen Nachhaltigkeit ist der SBB sehr engagiert und vorbildlich.

Bereits 2011 hatte eine Schulkasse den Südtiroler Bauernbund nach ökologischen Kriterien untersucht und einige Maßnahmen vorgeschlagen. „Diese sind in den letzten Jahren zu einem großen Teil umgesetzt worden“, sagte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.
Knapp zehn Jahre später hat der SBB wieder die Zusammenarbeit mit der Schule gesucht. Dieses Mal hat die Schulklasse 3 C des Realgymnasiums Meran mit Unterstützung des Ökoinstituts Südtirol und unter der Leitung von Prof. Thomas Spitaler den SBB auf die Nachhaltigkeit hin untersucht. „Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler das theoretische Wissen in der Praxis testen. Gleichzeitig wird so der Nachhaltigkeitsgedanke gestärkt“, sagte der Direktor des Realgymnasiums Meran, Alois Weis. 

Im Herbst letzten Jahres haben die Schülerinnen und Schüler den SBB besucht und Daten erhoben. „Daraus ist ein umfangreicher Nachhaltigkeitsbericht entstanden“, berichtete Schüler Arthur Pichler.

Gute CO2-Bilanz
Ein gutes Ergebnis brachte der Energiecheck. „Der SBB bezieht seine Energie zur Gänze aus zertifiziertem Ökostrom. Zudem gibt es an zwei Standorten eine Photovoltaikanlage, die etwa zehn Prozent des benötigten Stroms liefert. Fünf von sieben Gebäuden sind an das Fernwärmenetz angeschlossen. Der CO2-Ausstoß von 36,17 t im Jahr 2020 kann daher als gering eingestuft werden“, erklärte Jana Wagner vom Ökoinstitut Südtirol. „Der SBB ist sehr vorbildlich und engagiert“, lobte Wagner. Um die CO2-Bilanz weiter zu verbessern, wird die Möglichkeit von energetischen Sanierungsmaßnahmen an drei Standorten überprüft, was Wagner begrüßt. Zudem schlug die Expertin die Berechnung des CO2-Fußabdrucks über mehrere Jahre vor. „Um den Stromverbrauch weiter zu senken, sollten die PCs und die Lichter in der Mittagspause noch konsequenter ausgeschaltet werden“, regte Schülerin Sabine Klotz an. „Auch sollen weiterhin kaputte Leuchtröhren mit LED-Lampen ersetzt werden“, ergänzte Schülerin Lena Stifter.

Mobilität: Mehr Öffis nutzen
Ein Schwerpunkt des Nachhaltigkeitschecks war die Mobilität. Die Befragung der Mitarbeiter hat ergeben, dass der durchschnittliche Arbeitsweg 18,4 km beträgt. Die meisten Mitarbeiter fahren mit dem Auto zur Arbeit. Allerdings wäre knapp die Hälfte bereit, auf Bahn oder Bus umzusteigen. Dafür bräuchte es vor allem bessere Zug- oder Busverbindungen. Zukünftig will der Südtiroler Bauernbund seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch stärker animieren, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Wer Bus und Bahn für den Weg zur Arbeit nutzt, dem wird bereits jetzt ein Teil der Ausgaben rückerstattet. 2021 haben 109 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Prämie angesucht. „Ein Anreiz“, so Stifter, „könnte sein, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, einen Kaffee anzubieten.“ Insgesamt sollte mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren werden, sagte auch Schülerin Melanie Weiss.
Dienstreisen werden nach wie vor überwiegend mit dem PKW gemacht, wobei von vier Dienstautos eines mit E-Antrieb ist. Zug und Carsharing machen bei Dienstreisen derzeit ca. zehn Prozent aus, das Flugzeug spielt als Verkehrsmittel keine Rolle.
Stark ausgebaut hat der SBB sein Leihräderangebot: Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen in der Zentrale in Bozen und in den Bezirksbüros 35 Leihfahrräder zur Verfügung. Für seine Bemühungen zur nachhaltigen Mobilität ist der SBB im Jahr 2020 mit dem „Green Mobility“-Preis des Landes ausgezeichnet worden.

Ökologische Materialien verwenden
Ein Augenmerk wird im SBB auf die Herkunft und den Verbrauch von Materialien gelegt. So ist die Seife umweltzertifiziert. „Auch die Reinigungsmittel sollten zu hundert Prozent ökologisch abbaubar sein“, sagte Klotz. Zudem sollten die Kaffeeautomaten durch Kaffeemaschinen ersetzt werden. Nachhaltig wäre weiters, jedem und jeder Angestellten eine Kaffeetasse zur Verfügung zu stellen. Erfreulich sei, dass die Plastikbecher durch Pappbecher ersetzt wurden. Insgesamt wurden seit dem letzten Check vor zehn Jahren viele Maßnahmen umgesetzt.

Das Papier wird zentral eingekauft und ist PEFC-zertifiziert. Damit wird sichergestellt, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Zudem werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angehalten, nur das, was nötig ist, zu drucken – idealerweise auf beiden Seiten und in schwarz-weiß.
Die Biomülltrennung wurde seit dem letzten Ökocheck im Jahr 2011 optimiert, genauso wie die Mülltrennung insgesamt.

Auch mit sozialen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3C. So sind rund siebzig Prozent der Angestellten Frauen. Neben über zweihundert Vollzeitbeschäftigten gibt es 75 Mitarbeiterinnen in Teilzeit. Fast alle sind festangestellt, befristete Verträge die große Ausnahme. Auch die 1.310 Weiterbildungsstunden können sich im Vergleich mit anderen Unternehmen sehen lassen. Insgesamt ist die Zufriedenheit mit dem Südtiroler Bauernbund als Arbeitgeber hoch. Dafür hat der SBB 2017 den dritten Platz bei einem Mitarbeiterzufriedenheitswettbewerb erhalten.

Vieles ist getan, einiges ist noch zu tun 
Wo sehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Schülerinnen und Schüler noch Nachholbedarf? Die Angestellten im SBB wurden mittels Fragebogen nach ihren Wünschen befragt, berichteten Valeria Windischer und Sara Cereghini.  Nach wie vor könnte noch mehr Energie gespart werden. Auch sind bei den eingesetzten Materialien noch Einsparungen möglich. Zudem ist auf Regionalität und Nachhaltigkeit beim Einkauf zu achten.
Der Weg zur Arbeit sollte öfters mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen. Zudem sind sich alle einig, dass weitere Maßnahmen gesetzt werden müssen, um noch mehr Plastik zu vermeiden. Auch kann mehr Recyclingpapier genutzt werden. Alles in allem aber kann sich der SBB in Sachen Nachhaltigkeit sehen lassen.

Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler dankte den Schülerinnen und Schülern der Klasse 3 C. Viele nachhaltige Maßnahmen seien bereits umgesetzt worden, es gebe aber noch einiges zu tun, auch dank der Anregungen der Schulklasse.

Für den Einsatz beim SBB-Nachhaltigkeitscheck haben die Schülerinnen und Schüler vom Südtiroler Bauernbund eine Spende erhalten. „Die Unterstützung investieren wir in das Projekt ‚Bäume für Bildung‘, das Umweltschutz und Schulbildung in Äthiopien kombiniert“, freute sich Arthur Pichler.